5 bekannte Superfoods – und ihre besseren Alternativen

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Superfoods sind nicht nur in der heutigen Zeit als Nahrungsergänzungsmittel bekannt und beliebt. In den 1930er Jahren waren es noch Hagebutten, heute sind es Chiasamen und Goji-Beeren. Je nach Interpretation sind Superfoods entweder sehr gesunde Nahrungsmittel oder aber Jungbrunnen und Wundermittel gegen die eine oder andere Krankheit. Was an diesen Mythen wirklich dran ist und ob es sich tatsächlich lohnt, Superfoods auf den Speiseplan zu setzen, kannst du in unserem Superfood-Artikel nachlesen.

In diesem Artikel hier stellen wir dir hingegen einige der Superfoods vor, gehen auf Vor- und Nachteile ein und zeigen dir Alternativen auf.

Acai-Beeren

Die Acai-Beere kommt ursprünglich aus Brasilien und gehört dort zu den gewöhnlichen Nahrungsmitteln. Die Beeren wachsen an einer Palme und bestehen zu 90% aus einem Kern. Essbar ist nur die Haut.
Besonders bekannt sind die Beeren wegen ihres großen Anteil von Antioxidantien. Diese sollen schlank machen und verjüngend wirken.

Tatsächlich sind in der Acai-Beere große Mengen an Antioxidantien vorhanden. Allerdings nicht mehr als in Heidelbeeren oder Sauerkirschen. Beim Preisvergleich wird dann aber schnell deutlich, wo der große Unterschied liegt. Bei 0,3 g Extrakt der Beere in einer Pille kommt man schnell auf einen Kilopreis von 100 bis 400 Euro. Dafür bekommt man eine Menge Heidelbeeren!

Alternative für Superfoods: Heidelbeeren oder Sauerkirschen

Chia-Samen

Auch die Chia-Samen kommen aus Südamerika (Mexiko und Guatemala). Sie sind kalziumreich, liefern viele Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren und Aminosäuren. Damit kann man mit Recht behaupten, dass es sich um einchia ziemlich „gesundes“ Lebensmittel handelt.

Vielleicht gehören die Chia-Samen also tatsächlich zur Familie der Superfoods. Allerdings gelten sie auch als Novel Food, weshalb die Europäische Union nicht mehr als 15 g als Tagesdosis empfiehlt. Zudem sind die angepriesenen gesundheitlichen Vorteile (zum Beispiel die eines Schlankmachers) nicht nachgewiesen.

Dass Chia-Samen mit Wasser vermischt ihr Gewicht vervielfachen ist hingegen richtig. Bei nur 15g empfohlener Tagesdosis kann von einer nachhaltigen Sättigung allerdings keine Rede sein.

Außerdem wirken die Samen blutdrucksenkend, was in Kombination mit blutdrucksenkende Medikamente zu Komplikationen führen kann. Daher sollte der Konsum in diesem Fall mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Und auch Chia-Samen sind natürlich nicht alternativlos.

Die Nährwerte von Leinsamen sind denen der Chia-Samen sehr ähnlich. Nur der Preis variiert wieder. Das Kilo gibts ab 12 Euro. Im Gegensatz zu Leinsamen, die man schon ab 4 Euro bekommt.

Alternative für Superfoods: Leinsamen

Chlorella

Bei der Chlorella handelt es sich um eine Alge, die in Pulverform Lebensmitteln zugesetzt wird. Sie kann aber auch in Tabletten- oder Kapselform eingenommen werden. Chlorella wird zu den Superfoods gerechnet, weil ihr Zellerneuerung, ein Verjüngungseffekt und eine entgiftende Wirkung zugesprochen wird. Zudem soll sie sehr vielchlorella Vitamin B12 enthalten.

Diese Vorteile sind allerdings noch nicht belegt und daher fraglich. Zudem liefern die meisten Algenpräparate nur einen geringen Teil der hoch gepriesenen Nährstoffe. Dazu kommt außerdem, dass Chlorella zwar Pestizide, Fungizide und Schwermetalle im Körper an sich bindet.

Allerdings geschieht dies in einer Konzentration (Tabletten oder Kapseln), die das Bundesinstitut für Risikobewertung als bedenklich einstuft. Zusätzlich können manche Mikroalgen selbst Toxine entwickeln.

Alternativ sollte also lieber auf andere, essbare Algen, wie Nori oder Wakame, zurückgegriffen werden. Die sind zwar nicht viel günstiger, aber unbedenklicher.

Alternative für Superfoods: Nori- oder Wakame-Algen

Goji-Beere

Definitiv ein Vertreter der Superfoods. Die Goji-Beeren gelten als Gesundheitskost und als Anti-Ageing-Beere, die eine Menge Antioxidantien beinhaltet. Abgesehen von den Antioxidantien (über die du in unserem letztenGoji Artikel zu Thema Superfoods mehr erfahren kannst) ist allerdings keine der nachgesagten Wirkungen der Beere bewiesen.

Besonders negativ fällt bei den Beeren auf, dass sie je nach Anbaugebiet oftmals pestizidbelastet sind. Und das, obwohl sie als „Bio“ oder „unbehandelt“ gekennzeichnet sind. Außerdem gibt es auch bei den Goji-Beeren mögliche Wechselwirkungen mit blutverdünnenden Medikamenten.

Auch wenn eine Warnung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte „nur“ auf fehlenden Erfahrungswerten basiert, sollten die Beeren nur von gesunden Personen bedenkenlos eingenommen werden.

Alternativen für Superfoods: Ein Apfel, Obst und Gemüse in ausgewogenem Maße

MatchaMatcha

Oder auch einfach „gemahlener Tee“, der aber nur aus den Blattbestandtteilen besteht. Durch eine beschattete Aufzucht entwickelt die Teepflanze sehr viel Chlorophyll und sorgt somit für die intensive grüne Farbe.

Aus diesen Gründen soll Matcha noch gesünder sein als andere Teesorten. Zudem wird ihm eine schützende Wirkung gegen Krebs und Diabetes nachgesagt. Belegt ist das natürlich nicht.

Dennoch ist Matcha im Gegensatz zu anderen Superfoods risikofrei und vielleicht tatsächlich gesünder als normaler Tee. Durch das Pulver nimmt man beim Trinken nämlich das gesamte Blatt zu sich. Der Hauptwirkstoff Epigallocatechingallat (EGCG) gilt zudem tatsächlich als entzündungshemmend und immunstärkend.

Als Zusatzstoff in Müsli, Eis oder anderen Lebensmitteln ist Matcha allerdings nicht zu empfehlen. Eiweiß hemmt die Wirkung des (EGCG) und somit auch die des Superfoods.

Alternative zu Superfoods: Grüner Tee

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Über den Autor

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.

  • Eine kleine Ergänzung zu den Leinsamen.
    Leinsamen sollten immer frisch geschrotet verzehrt werden, da sonst die Strukturen vom menschlichen Körper nicht aufgebrochen werden können.
    Leinsamen haben zwar ein ausgezeichnetes Fettsäuremuster (Omega-3 zu Omega-6 Fetten), allerdings enthalten sie auch relativ viel Oxalsäure!

    • Hallo Hermann,
      Vielen Dank für deine Anmerkung. Der Tipp mit dem Schroten wäre sonst tatsächlich untergegangen. Was die Oxalsäure angeht habe ich aber tatsächlich nichts zu Leinsamen gefunden. Wieviel mg Oxalsäure beinhaltet dieser denn pro 100g?
      Schöne Grüße
      Schorsch