Aerodynamik im Triathlon – Das solltest Du wissen!

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Es gibt in der Geschichte des Sports einige Schlüsselmomente, die sich über Jahre auf verschiedene Sportarten ausgewirkt haben – so auch die Aerodynamik im Triathlon.

Einer dieser Momente war der 23. Juli 1989, an dem das finale Einzelzeitfahren der 76. Tour de France stattfand.

Es war nur 24,5 km lang und Greg LeMond hatte 50 Sekunden Rückstand auf Laurent Fignon, den Führenden im Gesamtklassement.

Aber LeMond montierte einen Zeitfahraufsatz auf seinen Lenker und schaffte damit das bis Dato unmögliche. Nach der Etappe hatte er 8 Sekunden Vorsprung und gewann somit die Tour.

Dieses Ereignis machte der Welt klar, wie wichtig Aerodynamik im Radsport ist und welchen Vorteil sie bringen kann.

Im Triathlon war das hingegen nichts Neues, denn Dave Scott nutzte schon zwei Jahre zuvor einen Aero-Lenker und gewann damit seinen sechsten Titel auf Hawaii.

Aerodynamik im Triathlon

Natürlich ist die Aerodynamik im Triathlon nur bei einer der drei Disziplinen bedeutsam.

Je länger die Distanzen aber werden, umso bedeutender wird die Ersparnis von ein paar Watt.

Welche Veränderungen dafür notwendig sind, welche davon Sinn machen und welche nur zu Lasten Deines Rückens und Deines Geldbeutels gehen, werden wir Dir gleich verdeutlichen.

Zuerst einmal aber ein paar Infos zum Windwiderstand:

Windwiderstand – Der Feind des Triathleten

Bei 50 km/h benötigen wir Athleten auf dem Rad fast 90 Prozent unserer Energie dafür, den Luftwiderstand zu überwinden.

Die größte Angriffsfläche für den Wind bietet hierbei unser eigener Körper, der – im Vergleich zum Fahrrad – eine wesentlich größere Windwiderstandsfläche bietet.

In der Aerodynamik spricht man bei dieser Fläche vom Produkt aus der Stirnfläche und dem cw-Wert.

Die Stirnfläche entspricht hierbei der Silhouette des Fahrers von vorne betrachtet.

Der cw-Wert entspricht dem Strömungswiderstandskoeffizienten, mit dessen komplizierter Berechnung wir Dich nicht weiter behelligen möchten.

Dieser cw-Wert ist auch nur schwer zu verbessern, wohingegen die Stirnfläche relativ simpel optimiert werden kann.

Da im Renn- und Triathlonsport jedoch die Möglichkeiten der technischen Veränderungen am Rad durch das Regelwerk eingeschränkt sind, liegt das Augenmerk auf Sitzposition, Laufrändern, Rahmenform, Helm und Bekleidung.

Optimierungsmöglichkeit Sitzposition

Wie Du oben schon erfahren hast, bietet die Veränderung der Sitzposition einige Möglichkeiten, um den Windwiderstand zu verringern.

Greg LeMond hat mit seiner veränderten Sitzposition für den entscheidenden Vorteil gesorgt und so die Tour gewonnen.

Damit wird auch deutlich, dass besonders ein Aero-Lenker bzw. -Lenkeraufsatz Deine Stirnfläche ganz entscheidend beeinflussen kann.

Weit nach vorne gebeugt reduzierst Du die Angriffsfläche für den Wind und sorgst so für zusätzliche Watt und damit für mehr Geschwindigkeit.

Je nach Position und Einstellungen lassen sich so bis zu 40 Watt mehr generieren bzw. einsparen, was besonders auf längeren Distanzen große Auswirkungen auf Deine Performance hat.

Die durch den Aero-Lenker oder -Aufsatz veränderte Sitzposition auf dem Rad ist im Idealfall auch ermüdungsfreier und angenehmer für Dich als Fahrer.

Sie kann aber auch sehr viel anstengender und schmerzhafter sein als die aufrechte Position.

Daher raten wir bei einer solchen Veränderung am Rad zu einem professionellen Bike Fitting, bei dem Deine gesamte Haltung überprüft und ideal eingestellt wird.

Optimierungsmöglichkeit Laufräder

Gerne gesehen – und optisch ja fast schon ein Muss für den gestandenen Triathleten – sind Hochprofilfelgen an fast jedem Triahtlonrad.

Neben Laufrädern mit einem hohen Felgenbett sieht man bei vielen Wettkämpfen aber auch Scheibenräder verbaut.

Die Laufräder sehen zwar schnell und schick aus, entfalten ihen maximalen Effekt aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen.

Zum einen ist das die Geschwindigkeit. Denn je schneller Du fährst, umso größer ist der Vorteil.

Zum anderen sind das ganz bestimmte Windverhältnisse, die bei solchen Laufrädern zu einem Segeleffekt führen können.

Aber auch für diesen Effekt solltest Du mit mindestens 35 km/h unterwegs sein, was für viele Athletinnen und Athleten  nicht ganz so leicht sein dürfte.

Im Idealfall haben Hersteller schon eine Wattersparnis von 40 Watt verzeichnen können.

Realistisch sind für viele Agegrouper aber eher Wattwerte um die 10.

Dazu kommt, dass Scheiben- bzw. Hochprofilräder bei Seitenwind schwer zu kontrollieren sind und somit die Nutzung auch zum Risiko werden kann.

Ein Beispiel für aerodynamische Laufräder findest Du hier.*

Aerodynamik und Rahmenform

Neben dem Körper des Fahrers ist natürlich auch der Fahrradrahmen ein Faktor, wenn es um die Aerodynamik geht.

Obwohl dieser – im Gegensatz zum Körper des Triathleten  – keine so große Rolle spielt, gibt es selbstverständlich auch hier Optimierungsmöglichkeiten.

Auch wenn ein klassischer Rundprofilrahmen im Windkanal nicht schlecht abschneidet, zeigen sich bei einem optimierten Carbonrahmen dennoch Vorteile.

Wie bei den Hochprofil- und Scheibenrädern kommen diese jedoch erst bei einer relativ hohen Geschwindigkeit zum Tragen.

Jenseits der 35 km/h kannst Du so mit einem Triahtlonrad allerdings zwischen 10 und 20 Watt einsparen.

Zusätzlich kommt beim TT natürlich auch noch die Ersparnis durch die bessere Sitzposition dazu.

„Unterstütze

Optimierungsmöglichkeit Helm

Der Helm gehört im Triathlon und beim Zeitfahren im Radsport sicher zu den auffälligsten Gadgets, die Du einsetzen kannst, um auf dem Rad Watt zu sparen.

Denn mit dem richtigen langen  Aerohelm wird der Wind ideal und schnell um Deinen Kopf herum geleitet.

Diese Helme haben aber den großen Nachteil, dass sie a) schlecht belüftet sind und b) ihre Wirkung nur in der Aeroposition entwickeln.

Fährst Du hin und wieder auch mal im Oberlenkergriff, wirkt sich ein solcher Helm sogar eher negativ aus.

Bei kürzeren Aerohelmen fällt dieser negative Effekt nicht so stark aus, ist aber dennoch nicht ganz vermeidbar.

Für bis zu 10 Watt Ersparnis könnten der Aufwand und der Preis daher etwas zu hoch sein.

Ein Beispiel für einen kurzen Aerohelm findest Du über diesen Link.*

Aerodynamik im Triathlon: Die Kleidung

Der letzte Punkt, an dem Du aerodynamisch noch etwas verbessern kannst, ist Deine Kleidung.

Das geht im ersten Schritt relativ einfach, da Du Dir nur enge Kleidung zulegen musst.

Flattert dein Trikot beim Fahren im Wind, kann Dich das nämlich schon wichtige Sekunden kosten.

Willst Du das absolute Maximum aus Deiner Kleidung holen, solltest Du zusätzlich zu Spezialkleidung greifen, die durch eine besondere Stoffstruktur den Luftwiderstand noch mehr verringert.

Überschuhe sind zusätzlich noch möglich, allerdings im Triathlon beim Wechsel nur hinderlich.

Im Idealfall kannst Du mit dieser Stellschraube aber auch nur 5 Watt extra einsparen.

Über diesen Link findest Du Skin- und Tri-Suites, die eng anliegen und somit weniger Windwiderstand bieten.*

Was also tun?

Du siehst, Aerodynamik im Triathlon ist nicht zu vernachlässigen!

Wenn Du den Sport ambitioniert betreiben möchtest, solltest Du Dir auf jeden Fall überlegen, wo für Dich noch Verbesserungspotential liegt.

Dafür musst Du jedoch nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen.

Denn Läufräder und Rahmenform kommen sowieso erst zum Tragen, wenn Du ein bestimmtes Tempo über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten kannst.

Zudem stellt sich auch die Frage, ob eine minimale Ersparnis an Watt einen relativ hohen Preis rechtfertigt bzw. Du diese Kosten in Kauf nehmen möchtest.

Allerdings kann auch der Placebo-Effekt einen Einfluss auf Deine Leistung haben und es Dir ermöglichen, mehr Leistung zu bringen.

So oder so bietet sich eine ideale Aeroposition als größte Stellschraube auf dem Gebiet an.

Wenn Du also Deine Aerodynamik auf dem Rad verbessern möchtest, solltest Du an diesem Punkt ansetzen.

Und falls das Rennrad für Dich aktuell Neuland sein sollte, kannst Du Dir in diesem Artikel die besten Tipps für Rennrad Anfänger und Triathlon Einsteiger holen.

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About Author

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit Krafttraining gings übers Joggen und Radfahren zum Triathlon, den er mittlerweile nicht nur als Athlet betreibt. Mit einem abgeschlossenen Masterstudium schreibt er nun seit Jahren auf Tri it Fit professionell über alle Themen des Triathlonsports. Darüber hinaus ist er auch als Trainer und Buchautor tätig.

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