Alkohol und Sport – nicht nur für Triathleten wichtig!

Alkohol im Triathlon ist - im Vergleich zu anderen Bereichen im Sport bzw. der gesamten bundesdeutschen Gesellschaft - weniger weit verbreitet. Allerdings sind diese Getränke im Sport allgemein und auch bei den - teilweise extremen - Ausdauersportlern regelmäßig zu finden.

Inwieweit sich Sport bzw. Triathlon, besonders auf hohem Niveau und/oder auf langen Distanzen, mit Bier, Wein und Schnaps verträgt, möchten wir Dir in diesem Artikel möglichst umfassend verdeutlichen.

Und auch, wenn Du »nur« Läufer, Rennradfahrer oder gar Kraftsportler bist, wirst Du hier nützliche Informationen finden.

Abgesehen davon kann es nicht schaden, über Alkohol Bescheid zu wissen, wenn Du »nur« abnehmen möchtest.

Aus diesem Grund gilt es erst einmal, Dir die wichtigsten Infos über Alkohol zu liefern.

Alkohol in der Gesellschaft

Pro Kopf trinken wir Deutschen pro Jahr im Schnitt:

  • 5 Liter Spirituosen
  • 25 Liter Wein, Sekt, Champagner
  • 100+ Liter Bier

Das liegt ganz besonders an dem Umstand, dass Alkohol bei kaum einem Anlass wegzudenken ist.

Sei es ein Geburtstag von Kollegen, Essen mit den Eltern oder Frühstück mit den Mädels.

Von Partys oder gewissen Feiertagen ganz zu schweigen!

Überall gibt es ein Bierchen oder ein Glas Sekt.

Je nach Anlass und Gästen ist es sogar unpassend und wird als sehr unfreundlich empfunden, wenn man den Alkohol ablehnt.

Das hat natürlich auch einen Hintergrund:

Alkohol löst Hemmungen und triggert das Belohnungssystem im Gehirn.

Zwei tolle Nebenwirkungen, wenn es darum geht, in gemütlicher Runde einen netten Abend zu verbringen und auch der Grund, warum Alkohol im Sport regelmäßig zu finden ist.

Es gibt aber noch mehr Fakten, die für Alkohol bei gesellschaftlichen Anlässen sprechen.

Alkohol macht uns nämlich auch einfühlsamer und sort dafür, das wir mehr lachen.

Gleichzeitig nehmen wir das Lächeln der anderen besser auf, was für Sympathie sorgt.

Fachleute sprechen auch von einer "Gleichschaltung der Gefühle" in der betreffenden Gruppe.

Alkohol hat nicht nur Vorteile

Dass man sich Menschen schön trinken kann, gehört vielleicht nicht zu den positiven Aspekten von Alkohol.

Die Wissenschaft hat allerdings festgestellt, dass wir unter Alkoholeinfluss  - anders als im nüchternen Zustand - auch asymmetrische Gesichter schön finden.

Wie trügerisch Alkohol jedoch sein kann wird deutlich, wenn man diesen Umstand genauer betrachtet.

Probanden in einer Studie fanden asymmetrische Gesichter nämlich auch dann schöner, wenn sie Getränke bekamen, von denen nur behauptet wurde, das sie Alkohol enthielten.

Das bedeutet:

Schon der Glaube betrunken zu sein reicht aus, um sich andere Menschen "schön zu trinken".

Darüber hinaus kann der »Fun Factor« des Alkohols nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich um ein Zellgift handelt, das dem Körper schadet.

Und dieser Umstand gilt tatsächlich schon ab dem ersten Schluck.

"Ein bisschen Alkohol ist gesund!"

Natürlich hast Du das auch schon gehört:

Ein Glas Wein ist ja gesund.

Genauer betrachtet stimmt das aber nicht.

Es gab zwar eine ganze Menge Studien, die scheinbar bewiesen haben, dass Menschen die wenig (zum Beispiel dieses eine Glas Wein) getrunken haben, länger leben als Menschen, die keinen Alkohol trinken.

Allerdings wurden bei diesen Studien nicht alle Faktoren berücksichtigt.

Bei einer Überprüfung hat man sich die Teilnehmer etwas genauer angeschaut und ein wichtiges Detail entdeckt.

Denn was glaubst Du, welche Gruppe Menschen sich für ein Experiment melden, bei dem sie keinen Tropfen Alkohol trinken dürfen?

Genau. Trockene Alkoholiker.

Denn das ist relativ leicht verdientes Geld.

Allerdings waren deren Körper durch den früheren, exzessiven Alkoholkonsum schon stark in Mittleidenschaft gezogen worden.

Dies sorgte natürlich dafür, dass sie nicht so lange gelebt haben, wie jene, die nur hin und wieder ein Glas Rotwein oder ein Bier getrunken haben.

Rechnete man diese Versuchspersonen aus dem Experiment heraus, blieb nichts vom »gesunden« Effekt des Alkohols übrig.

Alkohol in der Schwangerschaft

Wie Du Dir jetzt sicher denken kannst, ist Schwangeren das eine oder andere Gläschen ebensowenig zu empfehlen.

Denn die Leber eines ungeborenen Kindes kann den Alkohol zehn Mal schlechter abbauen, als das die Leber eines Erwachsenen kann.

Dieser Umstand kann dazu führen, dass die betroffenen Kinder mit dem fetalen Alkoholsyndrom auf die Welt kommen.

Je nach Ausprägung kann das massive Folgen auf das gesamte Leben des Kindes haben.

Bier gehört zum Sport

Aber kommen wir nun zum Alkohol im Sport, der ja - besonders wenn es um Fußball geht - stark mit Bier in Verbindung steht.

Sicher hast Du auch schon einmal beobachtet, wie aus einem jungen, drahtigen Fußballer über die Jahre (meist so ab Mitte 30, Anfang 40) ein eher korpulenter Freizeitkicker wurde.

Und Du hast natürlich recht: da gibt es einen Zusammenhang.

Dieser Zusammenhang besteht darin, dass 1 g Alkohol 7 Kilokalorien beinhaltet.

Das macht pro Bier (0,5 l) 200+ Kalorien.

Trinkst Du also zum Abendessen - sagen wir eine Pizza für die Kohlenhydratspeicher - noch drei Bier dazu kommst Du locker auf 1500 kcal.

Um das zu verbrennen, müsstest Du mehr als zwei Stunden joggen gehen.

Und das ist oft das Problem beim Alkohol, der direkt in Bewegungsenergie umgewandelt wird.

Wenn wir ihn zu uns nehmen, bewegen wir uns oft nicht, was bedeutet, dass der Körper diese Bewegungsenergie als Fett im Körper speichert.

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Alkohol im Triathlon

Selbstverständlich wären die zusätzlichen Kalorien für Dich als Triathlet nicht unbedingt ein Problem.

Alkohol hat aber noch weit mehr Nebenwirkungen, als die bis hierhin beschriebenen.

Die Auswirkungen auf die Belastung im Training sind der eine große Punkt.

Vor dem Sport ist Alkohol absolut Tabu, besonders vor einer Radeinheit.

Das gilt übrigens auch Sonntag morgens, wenn Du noch Restalkohol im Blut hast!

Viel gravierender sind allerdings die Auswirkungen von Alkohol auf die Regeneration.

Aufgrund dessen solltest Du weder nach dem Training noch vor dem Schlafen Alkohol zu Dir nehmen.

Alkohol und Rehydration

Nach einer Einheit oder einem Wettkampf bist Du nicht selten stark dehydriert und Dein Körper braucht dringend Flüssigkeit.

Natürlich gibt es das Argument, Bier ist ja auch Flüssigkeit.

Aber Alkohol hemmt die Ausschüttung von Vasopressin im Hypothalamus, einer wichtigen Schaltzentrale in unserem Hirn.

Dieses Hormon ist für die Regulierung des Wasserhaushaltes Deiner Nieren zuständig und sorgt normalerweise dafür, dass der Körper nicht dehydriert.

Wird also nicht genug Vasopressin ausgeschüttet, scheidet Dein Körper zu viel Wasser aus.

Zusätzlicher Nachteil:

Du verlierst auf diesem Weg auch noch wichtige Mineralstoffe.

Als Triathlet verschärfst Du damit die Dehydrierung nach dem Sport noch mehr und schadest damit Deiner Regeneration.

Diese Auswirkung hat Alkohol im Sport natürlich auf alle Athleten, nich nur auf uns Triathleten.

Die Speicher füllen

Eines der wichtigsten Themen für Triathleten ist ja das regelmäßige Speicherfüllen.

Vielleicht achtest Du auch sehr genau auf die Zufuhr von Kohlenhydraten nach anstrengenden Einheiten.

Bei den Wettkämpfen wartet ja meist ein großes Angebot auf die Finisher.

Beim Auffüllen der Speicher spielt jedoch die Leber eine große Rolle.

Sie sorgt nämlich für die Energiegewinnung beziehungsweise für die Energiebereitstellung.

Nährstoffe gelangen durch den Darm über den Blutkreislauf in die Leberzellen, wo sie je nach Bedarf verwertet, abgebaut, umgewandelt oder gespeichert werden.

Die Leber speichert, wie schon angesprochen, Fett, aber auch Zucker, Vitamine und Eiweißbausteine (Aminosäuren).

Um jedoch Zucker (Glykogen) in Traubenzucker (Glukose) umzuwandeln und zu speichern, braucht die Leber freie Kapazitäten.

Diese hat sie aber nicht, wenn Du ihr Alkohol zum Abbauen gibst.

Die Leber kümmert sich nämlich erst um die Gifte, was das Auffüllen Deiner Speicher verzögert.

Deine Regeneration leidet also auch, weil andere Stoffe, wie die Proteine, dem Körper erst verzögert zur Verfügung gestellt werden können.

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Der Hormonhaushalt

Des Weiteren hat Alkohol auch Auswirkungen auf Deinen Hormonhaushalt.

Speziell sorgt er darfür, dass Dein Cortisol-Spiegel steigt.

Dieses Stresshormon hemmt wiederum die Aussschüttung von Testosteron.

Eine verringerte Testosteronausschüttung wirkt sich letztendlich negativ auf Dein Muskelwachstum aus.

Vielmehr noch hat ein Testosterondefizit Auswirkungen auf Deine Regeneration, da dieses Hormon auch bei diesem Prozess wichtige Arbeit leistet.

Alkohol und Schlaf

Der letzte Punkt in Bezug auf Alkohol im Triathlon sind die Auswirkungen auf Deinen Schlaf.

Denn oft wird Alkohol ja als probates Mittel genutzt, um sich abends vom Stress zu erholen und besser schlafen zu können.

Ebenso, wie das Schöntrinken von anderen Menschen, ist aber auch das ein Trugschluss.

Denn Alkohol sorgt nur in der ersten Hälfte der Nacht für einen »besseren« Schlaf.

Danach können schon geringe Mengen an Alkohol Schlafstörungen hervorrufen, die die Nachtruhe nicht selten erheblich verkürzen.

In der zweiten Nachthälfte wird der Schlaf oft sehr unruhig, was an den Auswirkungen von Alkohol auf die Schlafphasen liegt.

Man hat in Untersuchungen zum Beispiel festgestellt, dass nach Alkoholkonsum in der Tiefschlafphase vermehrte Aktivitäten im vorderen Hirnbereich zu verzeichnen sind.

Auch die sogenannte REM-Phase - die Phase in der wir normalerweise träumen - wird durch Alkohol im Blut unterdrückt.

Der REM-Phase wird besonders in Bezug auf Konzentration und Motorik eine besondere Bedeutung beigemessen. Bei fehlendem REM-Schlaf werden diese Fähigkeiten entsprechend vermindert.

Konsumierst Du Alkohol eher in großen Mengen, kann dies auch die Atmung im Schlaf beeinträchtigen.

Folgen davon sind nicht selten das Schnarchen oder sogar die Entwicklung einer Schlafapnoe, oder verständlicher ausgedrückt: einem (vorübergehenden) Atemstillstand im Schlaf.

Nicht schwächt schlechter beziehungsweise nicht ausreichender Schlaf auch das Immunsystem.

Mehr über die Wichtigkeit von Schlaf für Triathleten erfährst Du in diesem Artikel.

Macht Alkohol im Triathlon also Sinn?

Gesundheitlich gesehen macht Alkohol im Triathlon - wie auch im übrigen Leben - überhaupt keinen Sinn, denn es handelt sich um Gift für den Körper.

Auch, wenn Du vielleicht schon einmal davon gehört haben solltest, dass Rotwein gut fürs Herz sein soll, ändert das nichts.

Denn dieser positive Effekt wird mit Schäden an anderen Organen teuer bezahlt.

Dennoch ist natürlich auch klar, dass ein Wein oder ein Bier mit Freunden keine Katastrophe darstellt und unser Körper damit sicherlich umgehen kann.

Beim tägliches Feierabendbier sieht das allerdings anders aus, ganz abgesehen von hochprozentigerem Alkohol.

Alkohol im Triathlon - oder überhaupt im Sport - macht hingegen absolut keinen Sinn.

Denn wie Du nun weißt, zerstört er Dir schon bei geringen Mengen ggf. den gesamten Trainingseffekt der vorangegangenen Trainingseinheit.

Nach einem erfolgreich absolvierten A-Wettkampf und einem großen persönlichen Erfolg spricht aber auch als Triathlet nichts dagegen, darauf anzustoßen.

Mehr zum Thema Ernährung für Sportler kannst Du über diesen Link finden.

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Hinweis: All unsere Empfehlungen wurden sorgfältig ausgewählt, erarbeitet und geprüft. Sie sind für gesunde Erwachsene gedacht, die älter als 18 Jahre sind. Keiner unserer Artikel kann oder soll Ersatz für kompetenten medizinischen Rat bieten. Bevor Du mit dem Training beginnst, konsultiere bitte einen Arzt und lass Dich durchchecken.


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About Author

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit Krafttraining gings übers Joggen und Radfahren zum Triathlon, den er mittlerweile nicht nur als Athlet betreibt. Mit einem abgeschlossenen Masterstudium schreibt er nun seit Jahren auf Tri it Fit professionell über alle Themen des Triathlonsports. Darüber hinaus ist er auch als Trainer und Buchautor tätig.