Neue Dopingtest? – Der Blutstropfen-Test

Bis vor Kurzem waren Dopingtests, nicht nur im Ausdauersport wegen des großen Aufwands  nur für die Profisportler vorgesehen. Dies könnte sich allerdings in absehbarer Zeit durch den Blutstropfen-Test ändern.

Handlungsbedarf dafür besteht nicht erst seit Kurzem. Denn Statistiken zeigen, dass weit mehr als 1 Mio. Breitensportler in Deutschland unerlaubte Mittel zur Leistungssteigerung zu sich nehmen.

In Fitnessstudios soll es sogar jeder Siebte sein.

Man geht außerdem davon aus, dass in Dopingkreisen auch auf Breitensportniveau ganze Netzwerke bestehen – zum Teil auch mit Ärzten und Apothekern zusammen – die quasi eine Rundumversorgung anbieten.

Der große Aufwand bei Dopingtests, die über Blut- oder Urintest teilweise sogar Gendoping nachweisen konnten, setzt nun aber immer auch den Einsatz großer Geldmengen voraus.

Die Lagerung der Probe, der Transport und auch die Untersuchungen wären im Breitensport kaum zu machen gewesen.

Der nun von Forschern an der Kölner Sporthochschule entwickelte Blutstropfen-Test könnte, jedenfalls im Breitensport, für ein starkes Umdenken im Bezug auf unerlaubte Leistungssteigerung sorgen.

Mit diesem Test lassen sich nämlich vergleichsweise einfach Dopingtests durchführen.

Mit einem Piks und einem Tropfen Blut ist die Probe schon überstanden.

Das auf eine Karte gegebene Blut kann getrocknet und dann einfach per Post an ein Labor geschickt werden.

Natürlich können mit diesem Blutstropfen-Test nicht alle Varianten des Dopings überprüft werden.

Die Klassiker wie  anabole Steroide, Stimulanzien, Canabinoide und andere können aber mithilfe des Blutstropfen-Tests mit relativ geringem Aufwand nachgewiesen werden.

Natürlich ist die Frage nach den Strafen bei einem positiven Test noch lange nicht geklärt.

Denn wie soll Veranstalter A dafür sorgen, dass der Athlet bei Veranstalter B nicht starten darf?

Allerdings könnten einzelne Rennen oder Rennserien für sich eine solche Politik einführen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Marantona des Dolomites Radrennen.

Jeder Starter unterschreibt eine entsprechende Klausel in der Anmeldung, die ihn bei einem positiven Dopingtest noch 6 Monate nach dem Rennen bis zu 50.000 Euro Strafe kosten kann.

Allerdings wird diese Rennpolitik auch vom sehr strikten italienischen Anti-Doping-Gesetz gedeckt. Aber auch auf diesem Gebiet tut sich in Deutschland mittlerweile Einiges.

Ironman Europe hat allerdings schon angekündigt, den Test bei Zulassung auf seine Einsatzmöglichkeiten zu testen.

Vielleicht kommt dem Triathlon, der sich traditionell eher für einen sauberen Sport hält, eine Vorreiterrolle zu, die besonders bei jungen Sportlern etwas bewegen kann.

Dem fairen und sauberen Sport wäre diese Entwicklung jedenfalls zu wünschen.

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Über den Autor

Das Autorenbild

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit Krafttraining gings übers Joggen und Radfahren zum Triathlon, den er mittlerweile nicht nur als Athlet betreibt. Mit einem abgeschlossenen Masterstudium schreibt er nun seit Jahren auf Tri it Fit professionell über alle Themen des Triathlonsports. Darüber hinaus ist er auch als Trainer und Buchautor tätig.

2 Kommentare

  1. Avatarbild fuer Kommentar

    Hi Schorsch,
    dass das Doping längst im Breitensport angekommen ist, ist doch wenig verwunderlich. Ich glaube auch nicht, dass das erst seit wenigen Jahren der Fall ist. Insbesondere nicht, wenn man sich die Liste der nicht zugelassenen Mittel so anschaut. ;)
    Schon vor 20 jahren sind die Breitensportler reihenweise Marathon mit Schmerzmitteln gelaufen.
    Strafen hierfür einzuführen finde ich einerseits spannend, andererseits denke ich, dass man Breitensportler durchaus mit einem anderen Maß messen muss als einen Profi.
    Spannendes Thema jedenfalls und ich verlasse mich drauf, von Euch auf dem Laufenden gehalten zu werden. ;)
    Viele Grüße
    Jahn

    • Avatarbild fuer Kommentar

      Hallo Jahn,
      Schön, dass du bei uns vorbei geschaut hast und besten Dank für den Kommentar. :)
      Ich kenne da unzählige Geschichten ausm Radsport. Manche haben sich früher sogar einfach vom Mofa ziehen lassen! Selbstverständlich kann man Profis nicht mit Breitensportlern auf eine Stufe stellen. Im Profisport wäre es ja schon nicht erlaubt, mit einer großen Menge Aspirin im Blut zu laufen. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass Verbände und Veranstalter auch beim Breitensport deutlich machen sollten, dass sie unerlaubte Leistungssteigerung nicht tolerieren. Ich jedenfalls möchte wenigstens annähernd das Gefühl haben, mich bei meinen Wettkämpfen wirklich mit anderen Menschen zu messen und nicht mit irgendwelchen Mittelchen!
      Es geht mir, oder uns ja um Fitness. Da sollte man nicht auf Schmerzmittel oder sonstiges angewiesen sein, oder?
      Schöne Grüße Schorsch

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