Fitnesstrends: Das funktionale Training

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Nachdem wir uns am 9. April auf der Fibo unter anderem über das funktionale Training informiert haben, gibts heute einen ausführlichen Bericht zum großen Fitnesstrend.

Schönheit liegt ja bekanntlich immer im Auge des Betrachters. Betrachtet man allerdings die Statuen der alten Griechen oder Römern, wird einem schnell klar, dass dieses (besonders männliche) Idealbild dem Schönheitsbild unserer Zeit sehr stark ähnelt. Genau dieses Ideal ist heutzutage auch das Produkt, welches Fitnessstudios im ganzen Land im Abo an ihre Kunden verkaufen. „Einfach gut aussehen“ ist zum Beispiel der Leitspruch einer großen Studiokette, die damit dieses Produkt (fast ohne Schweiß) an Frau und Mann bringen will.

Damit lässt sich also festhalten: Das Ziel beim Körperformen unterscheidet sich wenig von dem Ideal der Antike. Und der Weg dorthin tut er auch immer weniger.

Denn die seit Jahrzehnten bekannten Trainingsgeräte aus den Muckibuden bekommen vermehrt Konkurrenz. Die isolierten Muskelübungen, zum Beispiel am Latzug oder an der Bizepsmaschine helfen natürlich dabei, Kraft und Muskelmasse aufzubauen. Ganzheitlich fit machen sie einen aber nicht. Und das kann ihnen zum Verhängnis werden. Denn seit Jahren wächst das Interesse am funktionalen Training, das sich von den isolierten Übungen grundsätzlich unterscheidet.

Beim funktionalen Training werden nämlich zum einen auf Geräte und zum anderen auf isolierte Übungen verzichtet. Der Fokus liegt fast ausschließlich auf Übungen, die ganze Muskelgruppen in Anspruch nehmen und zudem Gleichgewicht und Körperspannung erfordern. Damit wächst natürlich auch der Grad an Technik im Training. Denn das Zusammenspiel der Muskelkette Bein, Rumpf, Schulter muss erst einmal geübt und automatisiert werden, bevor man mit diesem Ablauf Gewichte bewegen kann.

Auch hier unterscheidet sich das funktionale Training vom klassischen Krafttraining. Denn für komplexe Bewegungsabläufe ist der Kopf, welcher bei einfachen, isolierten Übungen am Gerät eher frei für Anderes ist, unabdingbar. Je nach Trainingskonzept werden so neben Kraft und Koordination beim funktionalen Training auch Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Körpergefühl geschult. Zudem sorgt eine rundum ausgeprägte Muskulatur, auch in anderen Sportarten, für ein geringeres Verletzungsrisiko.

Die unterschiedlichen Konzepte im funktionalen Training reichen von Freeletics, einem fast ausschließlichen Eigengewichtstraining, bis hin zu Crossfit, einem funktionalen Training mit Wettkampfcharakter. Besonders beim Crossfit werden die Eigengewichtsübungen durch Langhanteln, Kettlebells und den alten Medizinball ergänzt. In verschiedenen Workouts mit unterschiedlicher Zielsetzung ist es dann möglich, Leistung zu vergleichen. Auch immer mehr Fitnessstudios gestalten ihre Trainingsbereiche dementsprechend um oder gründen gleich eine Studiogruppe, die nur auf das funktionale Training ausgerichtet ist.

Das funktionale Training ist also viel mehr darauf ausgelegt, wirklich fit zu sein, anstatt nur danach auszusehen. Denn ein perfektes Sixpack nützt nichts, wenn man das Intervalltraining nach zwei Minuten abbrechen muss, weil einem die Luft ausgeht. So gesehen geht es auch hier wieder zurück in die alte Antike. Mit Schönheit ließ sich damals ja auch kein Krieg gewinnen oder? Und auch den alten Bodybuildern wird dieses Konzept noch ein Begriff sein. Wer früher nämlich nur mit Bankdrücken, Kniebeugen und Kreuzheben gearbeitet hat, ist heute nicht weit weg vom funktionalen Training. Back to the roots also! Heutzutage allerdings nur mit etwas mehr Ausdauer.

 

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Über den Autor

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.