Die neuen Fitnesstrends: Datensammler

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Im zweiten Teil unserer Reihe über Fitnesstrends widmen wir uns diese Woche der immer größer werdenden Auswahl der Datensammler auf dem Fitnessmarkt. Nicht erst auf der Fibo im April hat sich dieser Trend bemerkbar gemacht. Schon seit geraumer Zeit trifft man Fitness-Armbänder und immer ausgefeiltere Pulsuhren in jedem größeren Sportgeschäft an.

Rundenzeiten beim Laufen stoppen oder Durschnittsgeschwindigkeit beim Radrennen messen sind natürlich keine neuen Methoden, um im Profisport seine Leistung einzuschätzen und sie mit der Konkurrenz vergleichbar zu machen. Selbstverständlich ist die Nutzung neuer Techniken in Bereichen, in denen Sport zum Broterwerb wird, legitim und wie in anderen Berufen kaum mehr wegzudenken. Mit wissenschaftlicher Leistungsanalyse, sprich Laktatmessung und Technikoptimierung sind Profisportler damit in der Lage, neueste Technik direkt zu nutzen, um der Konkurrenz damit ein Schnäppchen zu schlagen.

Fitnesstrends – Leistungsdiagnostik für alle!

Neu ist allerdings, dass diese Techniken auch für den (ambitionierten) Hobbysportler mehr und mehr zugänglich gemacht werden. Besonders im Radsport und im Triathlon gilt nicht mehr nur gutes Material als Garant für Schnelligkeit. Wer den eigenen Körper wissenschaftlich analysieren lässt, kann sein Training wesentlich besser danach ausrichten. Und wer perfekt auf dem Rad sitzt, kann natürlich auch schneller und härter treten.

Das ist natürlich noch längst nicht alles. Seit GPS und Internet lässt sich nach den morgendlichen 10 Km nicht mehr nur die Zeit ablesen. Dank Onlineportalen und Handyapps kann man seine Strecke, ziemlich genau auf einem Satellitenbild dargestellt mit seinen Freunden teilen. So lassen sich, dank Datensammler, alle Streckenabschnitte genau auf Schwächen analysieren und mit der eigenen Herzfrequenz abgleichen.

Und was ist bei schlechtem Wetter? Mit dem Rennrad kein Problem mehr. Rad auf den Rollentrainer, Fernseher an und schon ist man mitten in einem Radrennen. Der Trainer kann die Strecke durch Widerstand am Hinterrad simulieren und einem so das Gefühl von einem harten Anstieg direkt in die Beine schicken. Natürlich lassen sich anschließend Puls- und Trittfrequenz analysieren und somit die Leistung verbessern.

Fitnesstrends – Erst das Armband, dann die Schuhe!

Aber selbst der Sportanfänger kann sich erst einmal mit einem Datensammler ausrüsten. Denn Dank Smartphone kann sich jeder eine Stoppuhr aus dem App-Store laden. Meist sind die Apps auch auf die verschiedensten Sportarten ausgelegt, durch GPS sehr genau, was die Strecke angeht und, je nach Anbieter, auch mit einem Pulsmesser kombinierbar.

Wer gleich etwas mehr investieren will, kann sich auch eines von zahlreichen Fitnessarmbändern zulegen. Meist sehr stylish aussehend, können diese als sportliches Modeaccessoire den ganzen Tag getragen werden. Meist nehmen sie die Bewegungen des Trägers auf und speichern diese. Je nach Model kann dann später eine Tätigkeitsbeschreibung hinzugefügt werden oder das Band wandelt die Bewegung automatisch in verbrauchte Kalorien oder gelaufene Schritte um. Selbst der eigene Schlaf lässt sich so schon analysieren!

Und damit nicht genug. Nicht erst seit der Fibo 2015 gibt es die Idee Datensammler direkt in die Sportkleidung zu integrieren. Schluss mit dem lästigen Pulsgurt um die Brust. Einfach nur das Shirt an und los geht es. Allerdings gibt es bei dieser Entwicklung schon kritische Stimmen, die vor einer totalen Überwachung des Körpers warnen. Denn so gut diese Daten für den Profisportler auch sein mögen. Mit einem Analyseshirt lässt sich natürlich auch der Lebenswandel früher oder später perfekt dokumentieren. Und dann könnten die Daten natürlich auch von Krankenkassen genutzt werden. Einmal eine Nacht durchgefeiert und ein paar Bier getrunken, schon steigt der Krankenkassenbeitrag. Zugegeben, das ist natürlich Zukunftsmusik. Aber ganz abwegig ist sie bestimmt nicht.

Fitnesstrends – Geht Sport auch ohne?

Welche Vor- und Nachteile hat dieser Analysetrend aber aktuell schon auf die Sportgemeinde?

Die Vorteile liegen zum Beispiel bei der Motivation. Wer ohne Plan und ohne Ziel trainiert, verliert sich schnell in Routine, die zukünftige Trainingserfolge eher unmöglich macht. Daher macht es selbstverständlich Sinn, Trainingzeiten zu vergleichen und zu verbessern. Auch beim Intervalltraining können Datensammler sehr nützlich sein. Die Fitnessarmbänder können besonders den Menschen helfen, die einen Einstieg in ein sportliches Leben suchen.  Wer nämlich seinen Tagesablauf analysiert, macht sich bewusst, wo er steht und auch wie er sich mehr bewegen kann. Manche Armbänder bieten zudem eine Zielfunktion, zum Beispiel 2000 Kalorien am Tag zu verbrennen oder 5000 Schritte zu gehen. Damit wird der Tagesablauf zu einem Spiel, bei dem man vielleicht auch lieber mal die Treppe anstatt den Aufzug wählt.

Ein großer Nachteil liegt hingegen in der Macht, die diese Gadgets über seinen Nutzer erlangen können. Denn wer sich zum Beispiel mehr auf die Pulsuhr konzentriert oder auf das Tagesziel des Armbandes, nimmt mögliche Warnsignale des eigenen Körpers nicht mehr richtig wahr. Je nach Intensität des Trainings und der jeweiligen körperlichen Verfassung kann das sehr ungesund werden.

Im Fazit lässt sich also festhalten, dass Datensammler, sei es eine Handy-App, eine GPS-Uhr oder ein Fitnessarmband, mit einer sinnvollen Nutzung dem Träger große Vorteile bringen können. Man sollte aber als Sportanfänger lieber erst einmal lernen, auf den eigenen Körper zu hören und sich an Sport gewöhnen. Außerdem sollte man nie vergessen, dass die Technik noch so gut sein kann. Die Leistung kommt allein vom Körper. Und nicht vom Armband!

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Über den Autor

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.