Instagram – Nimm’s sportlich!

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In der letzten Zeit gab es einige Artikel zum Thema Instagram, in denen besonders die Scheinwelt kritisiert wurde, die dort von unzähligen Accounts vermittelt wird. Schön, reich und natürlich auch sexy sollte man sein. Möglichst keine Makel haben, als Sportler immer Bestzeiten liefern und das beste Equipment nutzen können. Aber ehrlich gesagt habe ich einen ganz anderen Eindruck.

Instagram ganz anders

Natürlich beziehen sich meine Erfahrungen nur auf den Bereich Fitness. Besonders Läufern und Triathleten folge ich auf Instragram. Ich habe aber auch den einen oder anderen Kraftsportler abonniert und folge manchen Lifestyle-Accounts, wodurch ich die potentielle Chance habe, Scheinwelten zu erleben. Jedoch sind meine Erfahrungen auf Instagram sehr viel positiver als sie in der letzten Zeit in vielen Artikeln beschrieben wurden.


Ich folge vielen Hobbysportlern, die Instagram dazu nutzen, tolle Landschaftsbilder zu teilen, ein leckeres Mittagessen zu dokumentieren oder ihren Followern vom sportlichen Erfolg zu berichten. Hin und wieder geht es auch um Rückschläge, Niederlagen oder irgendein Ereigniss, über das man sich gerade aufregt.

Es ist, was es ist

Klar kann man jetzt kritisieren, dass alle Instagrammer sich für sehr wichtig halten und glauben, ihre Bilder wären die tollsten und auf ihre Geschichten hätte die Welt gewartet. Ich halte diese Kritik in einem sozialen Medium, welches auf dem Teilen von Bildern und Videos basiert, jedoch für verfehlt. Ein Bild sagt eben mehr als 1000 Worte. Und manchmal ist die Freude über etwas noch schöner, wenn man sie mit anderen teilen kann. Bei vielen besteht die Mehrheit der Follower eh meist aus Freunden und nur zu einem geringen Teil aus Fremden.

Fremde werden schnell zu Freunden

Aber gerade auch die fremden Follower machen Instagram zu etwas Besonderem. Denn, wenn man beginnt, dem ein oder anderen einfach aus Interesse an seinen Bildern zu folgen, ist man unter Umständen schnell mit ihm vertraut. Dieses „den anderen kennen“ hat natürlich viel stärkere Grenzen, als in der realen Welt. Das, was man über den anderen erfährt, kann jedoch ebenso real sein und je nach Person auch zu einer Bekanntschaft, oder gar Freundschaft werden.

Nicht alles Gold, was glänzt

Klar gibt es auch „die Anderen“. Accounts von Menschen, die nur zeigen wollen, wie toll sie sind. Bei Sportlern sind das jene, die eigentlich schon Profis sein könnten und es „natürlich“ nur nicht sind, weil sie selbst nicht wollen! Klar! Die fahren Rennräder so teuer wie Kleinwägen, sind bei Wettkämpfen auf der ganzen Welt unterwegs und würdigen deine positiven Kommentare unter ihren Bildern mit keinem Wort. Die haben makellose Körper, welche sie scheinbar 24 Stunden am Tag pflegen. Denen geht es nie schlecht und die verstehen scheinbar auch nicht, wie das Training bei anderen nicht gut laufen kann. Aber mal ganz ehrlich: Gab es die nicht auch schon vor Instagram? Und gibt es die nicht auch in anderen Medien? In der Werbung, im Kino?

Warum also Instagram?

Und hier stellt sich die Frage, warum bist du, warum bin ich auf Instagram? Ich persönlich bin ursprünglich bei Instagram gelandet, weil ich die App einfach mal ausprobieren wollte und dann sehr viele Menschen gefunden habe, die mich motiviert und inspiriert haben. Menschen, die sportlich waren und die mir einen Grund mehr gegeben haben, um selbst aktiv zu werden. Ehrlich gesagt kam es mir dabei nie darauf an, ob die Leute wirklich so fit waren. Für mich hat die Motivation gezählt. Darüber hinaus war Instagram für mich als Fitnessblogger natürlich auch ein Medium, um mich selbst ein Stück weit zu präsentieren.

Die Community

Ich habe jedoch wesentlich mehr in diesem sozialen Medium gefunden. Und dabei bin ich bei weitem nicht alleine. Denn auch viele andere finden auf Instagram eine Community, die sehr viele positive Kontakte und Erfahrungen ermöglicht. Wer sich etwas in seinem Interessengebiet umschaut, findet sehr schnell Gleichgesinnte. Und wer dann noch wenig Hemmungen hat, einfach ein wildfremdes Bild zu kommentieren, merkt recht schnell, dass bei Instagram viele sehr offen sind und sich über Feedback sehr freuen. Bestes Beispiel hierfür war mein letzter Halbmarathon. Der lief nicht so wie erwartet und obwohl ich nur eine „relativ“ kleine Followerschaft habe, gab es sofort aufmunternde Worte. Von Menschen die ich nur von Instagram kenne! Ist das nicht Wahnsinn?

Und so geht es vielen, mit denen ich in letzter Zeit über das Thema gesprochen habe. Wenns nicht so gut läuft, man krank ist oder einfach was zu meckern, hat gibt es sofort Anteilnahme und Unterstützung.

Der Blick über den Tellerrand

Dieses Phänomen gibt es jedoch nicht nur bei Instagram. In entsprechenden Facebook-Gruppen kann man ein ähnliches Verhalten beobachten. Hier möchte ich ganz besonders die Gruppe von Torsten (ausdauerblog.de) als Beispiel anführen. Torsten ist quasi Kollege, Konkurrent 😉 und sportlicher Leidensgenosse mit einer großartigen Community in seiner „endlich mehr Sport“-Gruppe. In dieser Community werden gemeinsam Fragen rund um das Thema Sport diskutiert, Erfolge einzelner von allen gefeiert und Treffen verabredet. Hier werden also aus Online-Freunden aus ganz unterschiedlichen Regionen Offline-Freunde. Hier findet, wie auch auf Instagram, jeder ein offenes Ohr, Tipps, Tricks und viel Unterstützung von anderen.

Warum also Kritik an Instagram?

Wie nun sicher schon deutlich geworden ist, gibt es natürlich auch die andere Seite. Gerade für Firmen, Blogger oder allgemein Influencer bietet ein solches Medium die Möglichkeit, ein Idealbild zu erschaffen, das nicht der Realität entspricht. Keiner kann gelaufene Zeiten überprüfen oder nachvollziehen, ob die Strandfigur auf dem Bild tatsächlich von heute Morgen stammt oder schon ein paar Jahre alt ist! Auch, wie das übrige Privatleben aussieht, bleibt meist im Dunkeln. Dabei kann gerade das ein großen Einfluss auf die Fitness haben. Wer 5 Tage die Woche schwer körperlich arbeiten, Kinder ohne unterstützendes familiäres Umfeld großziehen oder einen Zweitjob machen muss, um sein Leben finanzieren zu können, kann in den meisten Fällen nicht so gute Leistungen bringen, wie andere Sportler, die es „leichter“ haben.

Dies sind nur ein paar Gründe, die bei Instagram Zerrbilder von vermeintlich perfekten Menschen entstehen lassen, die es zweifelsohne in diesem Medium gibt.

Aber was tun?

Natürlich bin ich auch schon auf solche Accounts gestoßen und ihnen gefolgt. Wenn man jedoch die Augen etwas offen hält und den ein oder anderen Text unter den geposteten Bilder liest, wird schnell deutlich, ob da jemand ein bestimmtes Bild generieren oder eine bestimmte Nachfrage bedienen möchte, oder ob da einfach nur ehrlich und ungeschminkt geteilt wird. Wenn zum Beispiel immer wieder dieselben tollen Bilder gepostet werden oder ich das Gefühl habe, da wiederspricht sich jemand regelmäßig, höre ich einfach auf, diese Personen zu abonnieren. Und diese Freiheit hat jeder bei Instagram. Du entscheidest, wem du folgst und wessen Bilder du zu sehen bekommst. Du entscheidest, ob dir eine falsche Realität vermittelt wird oder nicht. Und du kannst das jederzeit mit einem Klick ändern. Such dir andere Vorbilder, lass dich nicht von Leuten manipulieren, die dir nur etwas verkaufen wollen.

Wenn du das berücksichtigst, bin ich mir sicher, dass auch du bei Instagram eine tolle Community finden kannst, die dich im Notfall aufmuntert, motiviert oder dir mit guten Ratschlägen weiterhelfen kann.

Oh und was die großen, tollen Sport- und Lifestyle-Instagrammer angeht:
Manche Menschen sind einfach unglaublich erfolgreich. Die machen einen Ironman nach dem anderen, sehen dabei aus wie ein Model und haben zusätzlich noch Sportwagen, Villa, Boot und Pferd. Da sieht ein völlig ungeschminktes Profil einfach aus wie ein gefaktes Leben.

Aber auch hier gilt: Folgen oder nicht folgen ist die Frage! 😉

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Über den Autor

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.

  • Din

    Eine schöne Zusammenfassung eines Phänomens, das sich sicher noch weiter entwickeln und wachsen wird, aber sicher in Zukunft auch Änderungen erleben wird.
    Wer wie im Leben mit offenen Augen durch die sozialen Kanäle stöbert, sich motivieren und inspirieren lässt, wird sicher schnell mitbekommen, was fake und was echt ist. Vor allem ist das was andere und man selbst dort teilt, ja nur ein Bruchteil des eigenen Lebens – egal ob positiv oder negativ. Zumindest ist das bei mir so und vieles möchte ich dort auch gar nicht zeigen. Da geht es sicher vielen so.

    • Da hast du vollkommen Recht. Leider gehen viele Menschen scheinbar nicht immer mit offenen Augen durchs Leben. Und auch was die Diskussion zum Thema Bots angeht, scheinen Firmen noch nicht verstanden zu haben, dass nicht jeder mit hohen Followerzahlen auch tatsächliche viele Fans hat. Meiner Meinung nach liegt der Fehler nicht (oder nicht nur) im System sondern an den Nutzer. Viele lassen sich eben leicht täuschen.

  • Danke für diese wunderbaren Worte!!
    <3
    Paula
    http://www.laufvernarrt.de