Knackpunkt Freiwasserschwimmen – Wenn der Kopf nicht will

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Im Allgemeinen wird Triathlon natürlich mit dem Freiwasserschwimmen verbunden. Ist ja auch die erste, wenn auch kürzeste Disziplin. Dass es sich aber beim Schwimmen nicht um eine Aufwärmübung handelt, merkt man spätestens auf den ersten 100 Metern im Rennen. Allerdings gibt es beim Freiwasserschwimmen auch noch eine ganz andere Hürde: Die Angst vor dem See oder Fluss!

Im ersten Moment scheint diese Angst, besonders für Anfänger oder Außenstehende, ziemlich überraschend zu sein. Bei genauerer Betrachtung wird sie den meisten aber wenigstens verständlich. Im Becken schwimmt man eben einfach in einer ganz anderen Umgebung als beim Freiwasserschwimmen. Und da fangen die Probleme dann auch schon an. Kein rettender Beckenrand, den man beim Training im Hallenbad eigentlich nie bewusst im Kopf hat. Keine freie Sicht bis auf den Grund und daher keine Vorstellung von dem Bereich unter einem. Zudem fehlt vielen im See die Sicherheit, dass jemand aufmerksam über die Schwimmer wacht. Allerdings stellt sich hier natürlich auch die Frage, wie oft schon Menschen ertrunken sind, ohne dass es jemand bemerkt hat.

Freiwasserschwimmen – Wenn der Kopf anfängt zu arbeiten!

Und genau in diesem Moment fängt dann der Kopf an zu arbeiten. Denn wer beim Freiwasserschwimmen einmal in einer Ausnahmesituation war, bekommt diese nicht mehr so leicht aus der Erinnerung gestrichen. Atemnot, Herzrasen oder auch das Gefühl, mitten auf dem See keine Kraft mehr zu haben, lassen dich  sehr schnell panisch werden und führen nicht selten zur Angstentwicklung. Natürlich sind diese Ängste fast immer irrational. Aber dennoch hat eine nicht unbedeutende Zahl von Triathleten, selbst noch nach Jahren der Erfahrung, Probleme mit freien Gewässern. Viele schwimmen tatsächlich nur in Wettkämpfen draußen – und selbst das nur unter großem psychischem Druck.

Wenn es dir auch so geht, kannst du allerdings, wie an der Schwimmtechnik oder dem Laufstil auch an dieser Schraube drehen. Das bietet sich zum einen an, um das Gesamtergebnis beim Triathlon zu verbessern. Zum Anderen sollst/willst du ja auch Spaß am Rennen haben, und nicht mit der Aussicht auf Panik starten.

Den Kopf austricksen

Als allererstes solltest du dir deine Angst bewusst machen. Vieles, wovor du theoretisch in hiesigen Badeseen Angst haben könntest, hat mehr Angst vor dir! Und im Gegensatz zu alljährlichen Medienberichten gibt es eher keine Krokodile, giftige Schlangen oder massenhaft Leichen in solchen Seen. Aus der Tiefe oder der direkten Umgebung kann also keine Gefahr drohen. Anders ist es bei der Angst vor Erschöpfung und Hilflosigkeit mitten auf dem See. Aber dazu komme ich später noch.

Ganz egal, um welche Art von Angst es sich handelt, gibt es ein paar einfache Methoden der Gewöhnung. Grundsätzlich bietet es sich an, beim Freiwasserschwimmen nicht alleine unterwegs zu sein. Egal was dann passiert: es ist jemand in unmittelbarer Nähe, der im Ernstfall eingreifen kann.

Des Weiteren bietet es sich an, mit kurzen Strecken in Ufernähe zu beginnen. Dieses sollte natürlich nicht wild bewachsen sein, um dir jederzeit den Ausstieg zu ermöglichen. Den „Beckenrand“ greifbar zu haben, gibt dir die Möglichkeit, dich mehr und mehr angstfrei aufs Schwimmen zu konzentrieren. Wer auf diese Weise Sicherheit gewinnt, kann sich nach und nach auch auf größere Schwimmstrecken mitten im See oder Fluss auf machen und so die Angst möglicherweise ganz abbauen.

Bojen als Anker der Sicherheit

Wenn du dann immer noch grundsätzlich Angst vor der völligen Erschöpfung bzw. dem Untergehen hast, kannst du dich zusätzlich mit einer Schwimmboje ausrüsten. Diese gibt noch mehr Sicherheit, da du nicht so ohne Weiteres untergehen kannst. Außerdem bist du auch für Personen am Ufer besser sichtbar. In manchen Modellen, wie bei diesem von Kiefer lassen sich sogar Wertsachen unterbringen. Es gibt natürlich auch das bekannte Baywatch-Model, mit dem man dann auch direkt wie ein Rettungsschwimmer aussieht.

Solltest du hiernach noch immer nicht angstfrei zum Freiwasserschwimmen gehen können, musst du entweder tapfer die Zähne zusammenbeißen oder aber über eine Verhaltens- oder Angsttherapie nachdenken. So oder so gibt es Möglichkeiten, auch die erste Disziplin beim Triathlon genießen zu können.

Und falls du mal Motivationsprobleme haben solltest haben wir 10 Gründe fürs Schwimmtraining für dich.

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Über den Autor

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.