Knackpunkt Freiwasserschwimmen – Wenn der Kopf nicht will

Im Allgemeinen wird Triathlon natürlich mit dem Freiwasserschwimmen verbunden. Jeder kennt die Bilder, wenn die Massen beim Start in einen See (oder sogar ins Meer) sprinten. Jeder, der aber schon einmal einen Wettkampf in einem See begonnen hat, weiß, dass es sich nicht um ein typisches Badevergnügen handelt.

Nicht selten rempelt man die anderen Teilnehmer an, wird von ihnen angestoßen oder sogar (unabsichtlich) geschlagen.

Irgendwie ja auch logisch, wenn ein paar hundert Schwimmer auf eine Boje zu schwimmen. Spätestens an der Boje wird es richtig eng!

In diesem Gedränge kann es gerade bei Anfängern zu einem starken Engegefühl oder sogar Panik kommen.

Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle!

Die Angst im Freiwasser

  1. haben viele Schwimmer ein ungutes Gefühl, wenn sie nicht sehen, was sich unter ihnen abspielt!
  2. finden manche das Freiwasser an sich schon eher eklig oder unangenehm, da es selten so sauber ist, wie das Wasser im Schwimmbad.
  3. gibt es Schwimmer wie mich, die Fische einfach nicht mögen. Und die sind ja potentiell immer in einem See vorhanden.
  4. kommen letztendlich noch andere, oft irrationale Ängste mit ins Spiel

Dazu kommt dann der Pulk an Schwimmern, der Kampf um die besten Plätze und unter Umständen auch die Angst vor den Ertrinken.

Im Schwimmbad ist es ja meist nicht weit, bis zum rettenden Rand. Und zur Not tut es ja auch die Absperrung an der Bahn selbst!

Knackpunkt Freiwasserschwimmen – Wenn der Kopf anfängt zu arbeiten!

Genau in diesen Momenten fängt dann der Kopf an zu arbeiten.

Und wenn der mal arbeitet, hört er meist von selbst nicht wieder auf.

Was ist, wenn da jetzt von unten was kommt? Was ist, wenn mich jemand aus versehen überschwimmt oder unter Wasser drückt?

Die Folge ist oft Atemnot, Herzrasen oder auch das Gefühl, mitten auf dem See keine Kraft mehr zu haben.

Wie du dir vorstellen kannst, oder vielleicht auch schon erlebt hast, eine ziemlich beängstigende Situation, die dich auch nach dem Schwimmen lange Zeit verfolgen kann.

Natürlich sind diese Ängste fast immer irrational.

Aber dennoch hat eine nicht unbedeutende Zahl von Triathleten, selbst noch nach Jahren der Erfahrung, Probleme mit freien Gewässern.

Viele schwimmen tatsächlich nur in Wettkämpfen draußen – und selbst das nur unter großem psychischem Druck.

Wenn es dir auch so geht, kannst du allerdings, wie an der Schwimmtechnik oder dem Laufstil auch an dieser Schraube drehen.

Das bietet sich zum einen an, um das Gesamtergebnis beim Triathlon zu verbessern.

Zum Anderen sollst/willst du ja auch Spaß am Rennen haben, und nicht mit der Aussicht auf Panik starten.

Den Kopf austricksen

Als allererstes solltest du dir deine Angst bewusst machen.

Vieles, wovor du theoretisch in hiesigen Badeseen Angst haben könntest, hat mehr Angst vor dir!

Und im Gegensatz zu alljährlichen Medienberichten gibt es eher keine Krokodile, giftige Schlangen oder massenhaft Leichen in solchen Seen.

Aus der Tiefe oder der direkten Umgebung kann also keine Gefahr drohen.

Anders ist es bei der Angst vor Erschöpfung und Hilflosigkeit mitten auf dem See. Aber dazu komme ich später noch.

Unser Newsletter informiert Dich über unsere neusten Artikel, Blog-Updates und unsere Angebote. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung Deiner Anmeldung, dem Versand über den US-Anbieter MailChimp, der statistischen Auswertung sowie Deine Abbestellmöglichkeiten, erhältst Du in unserer Datenschutzerklärung. 

Ganz egal, um welche Art von Angst es sich handelt, gibt es ein paar einfache Methoden der Gewöhnung.

Grundsätzlich bietet es sich an, schon vor dem Wettkampf das Training in den See zu verlegen oder einfach abends mal für ein paar hundert Meter darin zu schwimmen.

Beim Freiwasserschwimmen solltest du allerdings nicht alleine unterwegs sein.

Ein zweiter Schwimmer, oder aber auch jemand, der im Boot neben dir her paddelt gibt dir Sicherheit.

Egal was dann passiert: es ist jemand in unmittelbarer Nähe, der im Ernstfall eingreifen kann.

Des Weiteren bietet es sich an, mit kurzen Strecken in Ufernähe zu beginnen.

Dieses sollte natürlich nicht wild bewachsen sein, um dir jederzeit den Ausstieg zu ermöglichen.

Den „Beckenrand“ greifbar zu haben, gibt dir die Möglichkeit, dich mehr und mehr angstfrei aufs Schwimmen zu konzentrieren.

Wer auf diese Weise Sicherheit gewinnt, kann sich nach und nach auch auf größere Schwimmstrecken mitten im See oder Fluss auf machen und so die Angst möglicherweise ganz abbauen.

Bojen als Anker der Sicherheit

Wenn du dann immer noch grundsätzlich Angst vor der völligen Erschöpfung bzw. dem Untergehen hast, kannst du dich zusätzlich mit einer Schwimmboje, wie die von Restube*, ausrüsten.

Diese gibt noch mehr Sicherheit, da du nicht so ohne Weiteres untergehen kannst.

Außerdem bist du auch für Personen am Ufer besser sichtbar.

In manchen Modellen, wie bei diesem von Kiefer lassen sich sogar Wertsachen unterbringen.

Es gibt natürlich auch das bekannte Baywatch-Model*, mit dem man dann auch direkt wie ein Rettungsschwimmer aussieht.

Wenn die Kraft ausgeht

Den letzten Punkt habe ich ja schon angesprochen.

Das Gefühl, wenn einem mitten im See die Kraft ausgeht.

Ein Gefühl, dass sich in Verbindung mit den anderen, schon aufgezählten Problemen beim Freiwasserschwimmen einstellt.

Denn, wenn wir mal davon ausgehen, dass die Vorbereitung auf die Strecke abgestimmt war, ist man diese Strecke ja schon mehr als einmal problemlos geschwommen.

Also woran kann dieser plötzliche Leistungsabfall liegen:

  • Die Rennsituation und das Unbehagen vor dem Freiwasser lassen dich viel zu schnell starten. Du pusht dich viel zu stark und hast nach ein paar 100 Metern schon keine Kraft mehr.
  • Du bist das schnelle Schwimmen absolut nicht gewöhnt, weil du im Training immer nur Strecke trainiert hast.
  • Du hast dich beim Wettkampf gleich ins Getümmel geworfen und hast zu viel Energie für die Positionskämpfe vergeudet.

Alles in allem also vermeidbare Fehler.

Sprints im Training, das Schwimmen im See (vor dem Wettkampf) und eine ruhigere Position im Rennen können dir viel Energie sparen und somit der frühzeitigen Erschöpfung vorbeugen.

Mit viel Geduld und einer sorgfältigen Vorbereitung lassen sich so eigentlich alle negativen Einflüsse beim Freiwasserschwimmen vermeiden oder zumindest minimieren.

Sollten dir diese Tipps zur Vorbereitung nicht helfen, solltest du gegebenenfalls über professionelle Hilfe nachdenken.

Eine Verhaltens- oder Angsttherapie sind dann vielleicht die besseren Hilfsmittel, um das Schwimmen auch für dich zu einer positiven Erfahrung zu machen.

Ansonsten bleibt nur tapfer die Zähne zusammenzubeißen und so schnell wie möglich aus dem Wasser zu kommen!

Falls du zusätzlich noch ein Motivationsprobleme haben solltest, haben wir 10 Gründe fürs Schwimmtraining für dich.

Hast du noch Fragen ober vielleicht auch Anmerkungen? Dann schreib uns doch in die Kommentare.


* Die mit einem Sternchen gekennzeichneten Links sind Empfehlungslinks. Kaufst du über einen solchen Link ein Produkt, unterstützt du damit unseren Blog. Wenn Du kaufst, bekommen wir nämlich eine kleine Provision - ganz ohne Mehrkosten für Dich. Mehr Infos findest du in unserer Datenschutzerklärung.

MerkenMerken

Sharing is Caring - Teile den Beitrag doch mit deinen Freunden!
Opt In Image
Hol dir hier die Updates
Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse keinen neuen Artikel mehr

Unser Newsletter informiert Dich über unsere neusten Artikel, Blog-Updates und unsere Angebote. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung Deiner Anmeldung, dem Versand über den US-Anbieter MailChimp, der statistischen Auswertung sowie zu Deine Möglichkeiten der Abbestellung, erhältst Du in unserer Datenschutzerklärung

Werde Patreon
Du kannst uns aber auch auf Patreon unterstützen und Dir damit exklusive Inhalte sichern.
Unterstütze uns HIER und hilfe uns dabei, unabhängige Inhalte zu schaffen, die Du Dir als Leser wünschst.

 

Über den Autor

Das Autorenbild

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.

Hinterlasse einen Kommentar