Das Laktat – Alles, was Du als Triathlet wissen solltest

Du hast als Sportler bzw. Triathlet wahrscheinlich schon oft etwas von Laktat gehört. Allerdings beschränkt sich das Wissen über diesen Stoff meist darauf, dass er existiert.

Was genau hinter dem Begriff Laktat steckt, ist vielen hingegen nicht bekannt.

Der eine oder andere erinnert sich noch dunkel an einen Zusammenhang zwischen Leistungssteigerung bzw. einem harten Training und Muskelkater.

Damit ist der Wissensschatz der überwiegenden Mehrheit jedoch meist schon ausgeschöpft.

Und das, obwohl Laktat scheinbar für Sportler ziemlich wichtig ist.

Worin aber liegt seine Bedeutung für Dich?

Das ist eine berechtigte Frage!

Wenn Du Triathlon nur zum Spaß betreibst, ist die Antwort für Dich sicher nicht ganz so interessant.

Wenn Du dagegen Dein Training verbessern möchtest, ist Wissen ein wichtiger Schlüssel zu Erfolg – wie fast immer so auch beim Laktat.

Was ist Laktat?

Laktat ist das Anion (negativ geladenes Ion) der α-Hydroxy-Propionsäure (Milchsäure).

Soweit die Theorie, von der die meisten von uns allerdings nicht viel verstehen – daher erspare ich Dir an dieser Stelle die chemische Formel.

Besser wir greifen hier zu einem bekannten und nachvollziehbaren Beispiel:

Wenn Du Sport treibst, kurbelst Du Deinen Stoffwechsel an, wofür Dein Körper Energie benötigt.

Ab einem gewissen Grad der Anstrengung beginnt Dein Körper Laktat als Abfallprodukt der Energiegewinnung zu produzieren.

Wie entsteht es genau?

Wir wissen jetzt schon einmal, dass Laktat bei körperlicher Betätigung wie dem Ausdauertraining entsteht.

Selbstverständlich produziert Dein Körper auch unter anderen Belastungen, wie harter körperlicher Arbeit, Laktat.

Das soll hier aber nur am Rande erwähnt werden.

Die Energie, die Du zum Beispiel für Dein Lauftraining benötigst, gewinnt Dein Körper unter anderem dadurch, dass er Kohlenhydrate verbrennt.

Bei leichter bis moderater Bewegung kann Dein Körper diese Energie mit Hilfe des eingeatmeten Sauerstoffs bereitstellen.

Du befindest Dich damit in dem Bereich, der auch als aerobes Training bekannt ist.

Bei steigender Belastung reicht der Sauerstoff zu Energiegewinnung nicht mehr aus.

Hier kommt das Laktat ins Spiel.

Dein Körper schaltet dann nämlich in den anaeroben Stoffwechsel um, bei dem kein Sauerstoff in den Muskeln benötigt wird.

Bei dieser Art der Energiegewinnung wird Zucker (Glukose) in Milchsäure umgewandelt.

Bis zu einem gewissen Punkt – der anaeroben Schwelle – kann Dein Körper das Laktat im Blut auch wieder abbauen und sorgt so für ein Gleichgewicht.

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Die Folgen von zu viel Laktat

Ist dieser Punkt überschritten und versuchst Du weiter Dein Training auf konstant hohem Niveau fortzusetzen, steigt die Laktatkonzentration in Deinem Blut weiter an.

Der Cori-Zyklus – der Austausch von Glucose und Laktat zwischen Muskel und Leber – kann in diesem Fall nicht mehr ausreichend für eine Umwandlung des Laktats sorgen.

Das hat zur Folge, das sich immer mehr Laktat ansammelt und Dein Körper zusätzlich immer weniger in der Lage ist, Dir Energie zur Verfügung zu stellen.

Laktat ist hierbei zwar nur ein Nebenprodukt und nicht selbst für den Leistungsabfall verantwortlich.

Es kann durch seine Konzentration im Blut allerdings ein guter Indikator für diesen Zustand im Training sein.

Laktat in der Leistungsdiagnostik

Die Laktatkonzentration in Deinem Blut kann unter Laborbedingungen sehr gut bestimmt werden.

Meist wird das bei einer professionellen Leistungsdiagnostik gemacht:

Man stellt Dich dabei auf ein Laufband und lässt Dich nach und nach immer schneller laufen.

Dabeir wird Dir regelmäßig etwas Blut abgezapft – und schon weiß man, wieviel Laktat darin enthalten ist.

Wie Du hier schon gelesen hast, gewinnt Dein Körper auf unterschiedliche Weise die Energie, die Du für Dein Training oder den Wettkampf benötigst.

Über die Laktatkonzentration in Deinem Blut lässt sich feststellen, wie lange Du eine gewisse Geschwindigkeit beim Laufen oder Radfahren aufrecht erhalten kannst.

Im aeroben Bereich – d.h. bei vergleichbar moderaten Geschwindigkeiten – kannst Du sehr lange aktiv bleiben und zum Beispiel eine Langdistanz absolvieren.

Im anaeroben Bereich hingegen lassen sich im Training – zum Beispiel über Intervalle – Reize setzen, die Deinen Körper dazu bringen, leistungsfähiger zu werden.

Mythos Muskelkater – das solltest Du wissen!

Der eingangs erwähnte Zusammenhang zwischen Laktat und Muskelkater scheint übrigens eine veraltete Theorie zu sein.

Die aktuelle Forschung geht nicht mehr von einem Zusammenhang aus.

Vielmehr wird der Muskelkater auf Mikrorisse in der Muskulatur zurückgeführt.

Vereinzelte Meinungen sehen die Ursache für Muskelkater mittlerweile aber auch im Fasziengewebe.

Mehr über Faszien und die Theorie des “Faszienkaters” findest Du in diesem Artikel.

Und mehr Infos zu Themen rund um Trainingswissenschaft findest Du in unserem Triathlon Lexikon.

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About Author

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit Krafttraining gings übers Joggen und Radfahren zum Triathlon, den er mittlerweile nicht nur als Athlet betreibt. Mit einem abgeschlossenen Masterstudium schreibt er nun seit Jahren auf Tri it Fit professionell über alle Themen des Triathlonsports. Darüber hinaus ist er auch als Trainer und Buchautor tätig.

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