Laufschuhe kaufen: Diese Tipps helfen Dir bei Deiner Auswahl

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Beim Thema Laufschuhe gibt es gefühlte 1.000 Dinge zu beachten. Ich verrate Dir meine besten Tipps. So gehst Du perfekt vorbereitet zum Laufschuh-Kauf und findest das passende Modell für Dich. Denn mit Laufschuhen ist es wie mit dem Laufen selbst: Echt easy und alles kein Hexenwerk.

Ok, vielleicht muss ich kurz zurück rudern.

Denn ganz so einfach ist es doch nicht.

Wenn wir die Uhr auf 2013 zurück drehen – in dem Jahr als ich mit dem Laufen angefangen habe – ist bei meinem ersten Laufschuh-Kauf gehörig was schief gegangen.

Was mir niemand gesagt hatte:

Laufschuhe kauft man immer ein wenig größer, als normale Schuhe. Einfach aus dem Grund, weil der Fuß beim Laufen mehr Platz im Schuh braucht.

Und so hatte ich zu kleine Laufschuhe, die echt fiese Schmerzen in den Zehenspitzen verursacht haben.

Ich habe nämlich immer die Zehen angezogen (wie eine Art Kralle), um nicht an die Vorderkante des Schuhs zu stoßen.

Wie Du Dir vorstellen kannst, ist das sehr unangenehm.

Darum wollen wir heute mal besprechen, welche Dinge es beim Laufschuh-Kauf zu beachten gibt, damit Dir nicht auch sowas unangenehmes wie mir passiert.

Was sollte ein guter Laufschuh mitbringen?

Jeder Läufer ist anders. Damit meine ich Dinge wie Körpergewicht, Laufstil, die Vorliebe für bestimmte Untergründe, die Länge der Laufstrecke, usw.

So wundert es kaum, dass es für die unterschiedlichen Bedürfnisse nicht DEN einen und perfekten Laufschuh für alle gibt.

Ein Grundsatz ist besonders wichtig zu verstehen:

Der Laufschuh muss auf deine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sein und für Dich funktionieren.

Nur weil Dein Arbeitskollege von Modell xyz schwärmt und ständig erwähnt, wie gut er damit klar kommt, bedeutet das noch lange nicht, dass das Gleiche auf Dich zutreffen muss.

Der ehemalige Profifußballer Andreas Möller hat es in einem verwirrten Interview mal auf dem Punkt gebracht:

„Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl.“ Und so sollte es für Dich auch sein.

Der Laufschuh muss sich einfach gut anfühlen.

Was das genau heißt, wirst Du im Laufladen feststellen, wenn Du einige Modelle zur Probe getragen hast. Aber dazu später mehr.

Welche unterschiedlichen Laufschuh-Arten gibt es?

Steigen wir mal fachlich ins Thema ein und schauen uns an, welche Arten von Laufschuhen es gibt und für welchen Zweck sie gedacht sind. Hier eine unvollständige Übersicht:

Wettkampfschuh:

Diese Modelle sind besonders leicht und minimalistisch. Sie fühlen sich beim Laufen sehr direkt an. Unebenheiten im Boden sind deutlich spürbar. Sie eignen sich zum schnellen Laufen im Wettkampf und haben besonders wenig Dämpfung.

Trailschuh:

Du wohnst in den Bergen oder bist gerne über Stock und Stein unterwegs? Dann ist der gut profilierte Trailschuh eine gute Wahl. Unebenes Gelände lässt sich damit gut beherrschen.

Neutralschuh:

Ist die eierlegende Wollmilchsau und lässt sich für unterschiedliche Bedingungen nutzen.

Es ist wahrscheinlich die Art Laufschuh, die am meisten gekauft wird.

Dieser Allrounder funktioniert im Training, Wettkampf und bei längeren Läufen.

Worauf du beim Kauf achten solltest

In Zeiten des Internets neigen wir alle dazu, Waren vermehrt online zu kaufen. Bei Laufschuhen rate ich Dir dringend davon ab.

Mach das bitte nicht! Es ist super wichtig, dass du in ein Laufsport-Fachgeschäft gehst und dich dort beraten lässt.

Damit meine ich nicht die Sportabteilung im Kaufhof oder eines anderen großen Warenhauses.

Meine Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt:

Kleine Fachgeschäfte mit geschultem Personal sind die Besten.

Hier sind die Verkäufer meist selbst begeisterte Läufer. Sie können Dir neben ihrem Fachwissen auch wertvolle Erfahrungen ihres eigenen Läuferlebens mit auf den Weg geben.

Besitzt Du bereits ein Paar Laufschuhe, nimm diese mit ins Geschäft. Anhang der abgenutzten Sohle kann der Verkäufer wichtige Rückschlüsse ziehen und Dir Modelle empfehlen, die für Dich besonders gut geeignet sind.

Ein gutes Laufsport-Fachgeschäft besitzt ein Laufband oder eine kurze Tartanbahn mit einer kleinen Kamera in Bodennähe. Dort wirst Du zunächst barfuß einige Meter laufen und eine Mini-Laufstilanalyse machen.

So sieht der Verkäufer, ob Du zum Beispiel eher dazu neigst nach innen einzuknicken (Überpronation) und wie Deine Beinachsen sich beim Fußaufsatz verhalten.

Auf dieser Grundlage bekommst du nun Modelle zur Anprobe vorgeschlagen, die Du auf Laufband oder Tartanbahn ausgiebig testest.

Mein Tipp:

Nimm Dir dafür Zeit und teste mehrere Modelle unterschiedlicher Hersteller. Fühle Dich zeitlich keinesfalls unter Druck gesetzt.

Als Anhaltspunkt:

Meine Laufschuhkäufe haben nie unter einer Stunde gedauert.

Neben dem Feedback, dass Du vom Verkäufer erhältst, ist es super wichtig auf Dein Körpergefühl zu hören.

Welcher Schuh hat sich am besten angefühlt? Kannst Du Dir vorstellen darin hunderte von Kilometern zu laufen? Zugegeben: Auch die Optik spielt eine Rolle.

Der perfekte Laufschuh bringt nichts, wenn Du ihn so hässlich findest, dass Du ihn deswegen nicht trägst.

Was Du vor dem Kauf ebenfalls abklären solltest:

Besteht die Möglichkeit den Laufschuh umzutauschen? Das klingt jetzt vielleicht erst Mal verwirrend.

Einige Fachgeschäfte machen das aber tatsächlich.

Solltest Du also nach einigen Wochen und Kilometern in Deinen neuen Begleitern feststellen, dass Du sie umtauschen möchtest, so ist das (nach erwähnter vorheriger Absprache) möglich.

Was kostet der Spaß?

Die Frage nach dem Preis sollte sekundär sein.

Klar: Niemand von uns hat Geld zu verschenken.

Einen günstigen Preis als ausschlaggebendes Argument für ein Paar Laufschuhe zu nehmen, ist aber grundsätzlich falsch.

Was bringt Dir ein günstiger Schuh, wenn er nicht richtig auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten ist?

Als grober Richtwert gilt für Laufschuhe ein Preis von 100 € bis 160 €.

Ausreißer nach oben oder unten gibt´s natürlich.

Was legitim ist, um ein paar Euro zu sparen:

Frag im Fachgeschäft nach Modellen aus der vorherigen Saison. Falls vorhanden sind die oft noch ein paar Euro günstiger.

Ist mehr als ein Paar Laufschuhe sinnvoll?

Für Laufanfänger sind ein Paar Laufschuhe für den Anfang völlig in Ordnung.

Stellst Du im Laufe der Zeit fest, dass du regelmäßig und etwa 2-3 Mal pro Woche laufen gehst, machen weitere Laufschuhe Sinn.

Durch unterschiedliche Modelle bekommt Dein Fuß wechselnde Reize und „gewöhnt“ sich nicht an ein spezielles Paar.

Prüfe in regelmäßigen Abständen den Abnutzungsgrad der Laufschuhe, indem Du Dir das Profil der Sohle anschaust.

Eine Faustformel besagt, dass Laufschuhe ungefähr 1000 Kilometer halten.

Wer die gelaufenen Kilometer nicht weiß, geht nach Körpergefühl. Einen Schuh, der durchgelaufen ist, bemerkst du beim Fußaufsatz.

Der fühlt sich mit zunehmender Abnutzung immer schlechter an.

Übrigens: Nach deiner Trainingsrunde sollte die Schuhe ungefähr 24 Stunden nicht benutzt werden.

So lange benötigt das Material in etwa, um wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren (Stichwort Dämpfung).

Außerdem sollte Du Deine Laufschuhe immer gründlich pflegen, damit Du sie möglichst lange nutzen kannst.

Welche Erfahrungen hast Du beim Laufschuhkauf gemacht?

Erzähl mir in den Kommentaren von Deinem witzigsten, kuriosesten oder schönsten Erlebnis beim Kauf von Laufschuhen.

Wenn Du Dir den Input aus diesem Artikel besser in gesprochener Form merken kannst, dann schau Dir dieses Video von mir an.

Dort bekommst Du alle Infos nochmal kompakt zusammengefasst.

Kevin ist Lauftrainer, Motivator und Mutmacher. 2013 hat er sein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Aus der biertrinkenden, übergewichtigen Partymaus, die keiner Fast-Food-Verführung widerstehen konnte, ist Kevin der Marathonläufer und Lauftrainer geworden. Auf runners-flow.de schreibt er über seine Erfahrungen im Laufsport und auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht er jede Woche ein neues Video mit Lauftipps.

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Hinweis: All unsere Empfehlungen wurden sorgfältig ausgewählt, erarbeitet und geprüft. Sie sind für gesunde Erwachsene gedacht, die älter als 18 Jahre sind. Keiner unserer Artikel kann oder soll Ersatz für kompetenten medizinischen Rat bieten. Bevor Du mit dem Training beginnst, konsultiere bitte einen Arzt und lass Dich durchchecken.

 

Über den Autor

Tri it Fit Autor

Kevin ist Lauftrainer, Motivator und Mutmacher. 2013 hat er sein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Aus der biertrinkenden, übergewichtigen Partymaus, die keiner Fast-Food Verführung widerstehen konnte, ist Kevin der Marathonläufer und Lauftrainer geworden. Auf runners-flow.de schreibt er über seiner Erfahrungen im Laufsport und gibt sein Wissen in Onlinekursen und Artikeln weiter. Auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht er jede Woche ein neues Video mit Lauftipps. Kevin ist ein großer Gegner von „höher, schneller, weiter“ und der festen Überzeugung, dass sinnvolles und gesundes Lauftraining 1000x Mal wichtiger ist.

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