Lottas Plauschbecken III: Mein Dasein als Zwei-Drittel-Triathletin

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Wer mich kennt, hat sicherlich schon einmal etwas vom Schienbeinkantensyndrom gehört. Nicht, dass ich Medizin studiert und mich darauf spezialisiert hätte. (Obwohl das mit der Spezialisierung in gewisser Weise ja doch zutrifft.) Nein, ich leide an den sogenannten Shin Splints! Und zwar leider schon fast meine gesamte Läuferkarriere hindurch.

Aus ärztlicher Sicht lässt sich das alles wunderbar erklären: Abrupter Einstieg in den Laufsport, zu schnelle Steigerung der Distanzen, schlechtes Schuhwerk etc. Doch Sportorthopäden haben gut reden. Sie sind es ja nicht, die wochenlang pausieren müssen und was den Heilungsprozess angeht, komplett allein gelassen werden! Daher müssen sie sich auch keine Gedanken machen, welcher Alternativsport passt, wenn ihr dummer Patient sich nun einmal Triathlon in den Kopf gesetzt hat. Sie schieben dich immer nur beschwichtigend mit den Worten „Gehen Sie halt schwimmen.“ aus ihrem Sprechstundenzimmer.

Abgesehen davon, dass das keine Lösung für mein Problem war, schien dieser Ratschlag für mich als Möchtegern-Triathletin vor 2 Jahren nicht komplett abwegig. Schließlich konnte ich ja wirklich nicht von mir behaupten, schwimmen zu können. Vielleicht täte da eine Einheit mehr Wasserlage statt Tippel-Tappel-Lauf ja auch ganz gut? Immerhin wäre ich dann schonmal eine Zwei-Drittel-Triathletin und nicht bloß noch so ein Radler!

Ich nahm mir also den Rat zu Herzen und machte aus der Not eine Tugend. Während vorher aus Zeitgründen höchstens einmal die Woche ein Date mit dem Schwimmbad angestanden hatte, konnte ich jetzt die ausfallenden Laufeinheiten nutzen und steigerte meine Besuche dort auf zweimal wöchentlich!

Als ich mich dann mal zum Thema belas, erfuhr ich, dass es die einzig richtige Methode war: nicht lange, sondern vor allem oft planschen. Am besten 3-4 Mal pro Woche. Gerade für Anfänger ist es ja essentiell, sich erst einmal an die feucht-fröhlichen Umstände zu gewöhnen. So taucht man quasi im wahrsten Sinne des Wortes komplett in die Sportart ein.

Nun ja. Auch wenn ich diesem Anspruch nicht ganz gerecht wurde, konnte ich doch so immerhin ein bisschen mehr Regelmäßigkeit ins Training bringen. Vorher hatte ich zum Teil schon von einer Session zur nächsten den Bewegungsablauf vergessen…

Was allerdings trotz der häufigeren Schwimmbadbesuche noch fehlte, war die Körperspannung. Auf das ständige Pobacken-Zusammenkneifen und Bauchnabel-Einziehen kann man sich ja als jemand, der partout nicht multitaskingfähig ist, nicht auch noch konzentrieren.. Auch hier leistete mir mein schmerzendes Schienbein gute Dienste und zwang mich quasi zu meinem Glück.

Bei einer Laufanalyse war nämlich meine wackelige Hüfte bemängelt worden. Stimmt, da war ja was… Der grottige Laufstil und damit die Scheinbein-Probleme konnten eventuell auch damit zusammenhängen. Man empfahl mir spezielle Übungen für den Rumpf. Eingeweihte wissen ja: #RumpfIstTrumpf. Bis ich das allerdings einsah, verging einige Zeit. Beckenbodengymnastik ist ja bekanntlich nicht allzu sexy und ich fand das Ganze etwas gewöhnungsbedürftig. Doch nachdem mir auch der Schorsch noch einmal ins Gewissen geredet hatte, freundete ich mich schließlich mit diesen Übungen an.

Regelmäßiges Planken und den rücklings Po-in-die-Luft-Strecken gehört inzwischen zu den Routinen, die ich für meinen Lauf- und Schwimmstil in Kauf nehme. Zwar fühle ich mich immer noch nicht wie eine 100%ige Triathletin, aber das Problem mit der Wasserlage bekomme ich zumindest gefühlt damit mehr oder weniger in den Griff. Und wenn das mit meinem Schienbein noch länger so weitergeht, werde ich bestimmt eine ganz geniale Schwimmerin!

Übrigens habe ich bei einem meiner Streifzüge durch das weltweite Netz noch eine weitere effektive Übung dafür entdeckt: mit dem Rücken aufs Wasser legen und vorwärts rudern. (Das heißt anders herum als beim Rückenschwimmen.) Hilft garantiert, weil der Körper sofort Feedback gibt. Probiert´s mal aus!

Dieser Artikel ist Teil einer Schwimmkolumne. Die weiteren Beiträge findest du unter den hinterlegten Links!

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Über den Autor

Früher hab ich immer gedacht „Sport ist Mord“, wenn in der Schule Ausdauerlauf oder – noch viel schlimmer – das „Sportfest“ angesagt war. Obwohl ich von mir nicht behaupten kann, per se unsportlich zu sein, habe ich dieses Potential selten genutzt. Inzwischen quäle ich mich freiwillig jedes Mal aufs Neue zum Training. Da ich inzwischen beruflich Halbwüchsige domptiere, schadet es ohnehin nicht, sich fit zu halten...