Lottas Plauschbecken X – Meine Tipps zum Kraulen Lernen!

Aus Fehlern lernt man… So sagt man zumindest. Und Fehler habe ich im Laufe meiner bisherigen Triathlonkarriere sicherlich genug gemacht.

Aber sie sollen doch wenigstens einen Sinn gehabt haben. Deshalb möchte ich zum Abschluss der Schwimmkolumne noch einmal Revue passieren lassen. Was war gut? Was hat beim Kraulen Lernen geholfen? Und was sollte man im Nachhinein lieber bleiben lassen?

Hier kommen also meine persönlichen Lehren aus dem ganzen Gekraule. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit versteht sich. Vielleicht findest du ja den ein oder anderen Tipp, der dir weiterhilft!

1. Geh so oft wie möglich schwimmen!

Hätte ich diesen Tipp von Anfang an beherzigt, dann hätte ich mir sehr viel Zeit sparen können. Letzten Endes ist es eine Milchmädchenrechnung zu glauben, dass man das Kraulen Lernen ohne großen zeitlichen Einsatz über die Bühne kriegen könnte. Klar, schnell ist relativ. Aber entweder du lernst es innerhalb von 4 Monaten, weil du jede Woche 2-3 Mal trainieren gehst, oder du brauchst dafür 2 Jahre wie ich, weil du nur einmal die Woche das Schwimmbad aufsuchst. Zeit investieren musst du so oder so.

Nur: je länger die Abstände zwischen den einzelnen Trainings, umso schneller vergisst du die Abläufe wieder und musst beim nächsten Mal wieder von vorne anfangen. Daher tu dir den Gefalen und geh wenigstens 2 Mal die Woche ins Schwimmbad!

2. Gestalte deinen Schwimmbadbesuch so angenehm wie möglich!

Ich habe anfangs den Fehler gemacht, mich – als ich noch nicht so firm im Kraulen war – donnerstags früh unter die Chaoten zu mischen. Da hatte ich wenig Spaß, weil ich ständig damit beschäftigt war, nicht umgeschwommen zu werden bzw. unfreiwillig Chlorwasser zu schlucken. Das war der pure Stress und hat natürlich wenig Fortschritte gezeitigt.

Später habe ich mir bewusst die Renter-Schwimmzeiten rausgesucht, wo ich seelenruhig meine Bahnen ziehen konnte, ohne auf/gegen jemanden zu stoßen. Außerdem habe ich die 50-Meter-Bahn 50-Meter-Bahn sein lassen, bis ich auf der Hälfte der Distanz fit war. Das hat mir geholfen, mich wohler zu fühlen und letzten Endes mehr aus dem Training mitzunehmen.

Wenn du es also einrichten kannst, vermeide die Stoßzeiten, in denen die ganz krassen Schwimmer unterwegs sind und such dir lieber Zeiten und Orte, an denen du stressfrei üben kannst. So wirst du garantiert mehr Spaß haben und letztlich öfter ins Schwimmbad gehen, was deinen Fortschritt wiederum befördert.

3. Begrenze deine Trainingseinheiten zeitlich + inhaltlich

Die Annahme, dass viel immer viel hilft, ist ein verbreiteter Irrtum. Zwar fühlt man sich nach einer anderthalb Stunden Session k.o. und hat das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Wahrscheinlich hast du aber in der Hälfte der Zeit deinen Kopf und Körper nur unnötig überfordert und bist womöglich auch noch unsauber geschwommen. Das muss wirklich nicht sein!

Um produktiv zu trainieren und voranzukommen, reduziere dein Training besonders als Anfänger auf 30-45 Minuten. Achte außerdem darauf, nur eine oder höchstens zwei Schwerpunkte ( z.B. in Form von technischen Drills) pro Einheit zu setzen. So stellst du sicher, dass du konzentriert bei der Sache bleibst und sich keine Fehler einschleichen.

4. Schau dir Videos von guten Schwimmern an!

Kraulen ist eine durchaus komplexe Beschäftigung, wenn man dabei ist, sie sich alleine zu erarbeiten. Wenn du allerdings die Schwierigkeiten isolierst und dir bildlich vor Augen hältst, ist es gar nicht mehr so kompliziert. Im heutigen Computerzeitalter eignen sich natürlich Youtube & Co. bestens dafür. Es gibt aber auch gute Instagrammaccounts von Schwimmtrainern, die dir Übungen zeigen und erklären.

Lass dich also inspirieren und schau dir die Tipps und Tricks von den Profis ab. Mach sie zur Not als Trockenübung nach und probiere sie dann im Wasser aus. Auch wenn es nicht immer gleich auf Anhieb klappt, hilft schon die mehrmalige Beobachtung oft, um Dinge selbst umzusetzen.

Mein Geheimtipp ist übrigens, im Winter auf dem Rollentrainer Schwimmtutorials zu schauen (anstatt Zwift zu fahren). Da nimmt man eine Menge Wissen im Vorbeigehen mit, spart Zeit und motiviert sich permanent. 😉

5. Gestalte dein Training abwechslungsreich!

Monotone Bewegungen langweilen nicht nur deinen Kopf, sondern auch deinen Körper. Sie sorgen dafür, dass du schnell unaufmerksam wirst und sich Fehler einschleichen. Doch auch, um nicht nach 4 Wochen mit hängender Zunge das neue Hobby an den Nagel zu hängen, solltest du nicht in Dauerschleife kraulen.

Nicht umsonst gibt es neben dem Freistil noch andere Schwimmstile wie Brust, Schmetterling und Rücken. Sie können dir im Training dazu dienen, dich zu entspannen (siehe Rückenschwimmen), dich herauszufordern und neue Reize zu setzen (siehe Schmetterling) oder einfach Abwechslung zu bieten (siehe Brustschwimmen).

Natürlich können auch gewisse Technikübungen dir helfen, das Training zu variiieren. In diesem Zusammenhang kann ich dir wieder wärmstens Kraultutorials ans Herz legen. Hier findest du viele Anregungen und Tipps, sodass du für die nächsten Wochen mit Ideen versorgt sein solltest!

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6. Such dir Motivation – egal welche!

Motivation muss nichts Großes sein. Natürlich kann eine Triathlon-Uhr einen guten Ansporn bieten, zu trainieren. Oder eine Gruppe, in der man gegenseitig die absolvierten Trainings einsehen kann. Das schafft zusätzlich auch ein wenig sozialen Druck, was häufig auch positiv wirkt.

Mir persönlich hat es extrem geholfen, mir vor dem Training vorzustellen, wie ich mich hinterher fühlen würde. Oft habe ich mich auf meine extra Malzeit hinterher (meistens Quark mit Obst und Nüssen) gefreut. Oder ich habe mir schon einen Text für meinen Instagram-Post überlegt, weil es mich anspornte, Reaktionen auf meine Texte und Fragen zu bekommen.

Jede Motivation ist legitim. Wenn du nur trainierst, um deine Freunde zu beeindrucken oder gut auszusehen, mag das zwar auf den ersten Blick etwas oberflächlich wirken. Aber wenn das dafür sorgt, dass du öfter ins Schwimmbad gehst und du wirklich vorankommst: Warum nicht?

7. Überprüfe, wo du stehst und lass dich korrigieren!

Um sicherzugehen, dass du beim Kraulen Lernen auf dem richtigen Weg bist, ist es gut, ab und zu mal zu überprüfen, wo du stehst. Zwar kann dir dein Körpergefühl auch schon etwas davon vermitteln, wie gut du zum Beispiel im Wasser, aber manchmal hilft ein klares Bild schon mehr.

Um einen Zwischenstand zu bekommen, kannst du dich beispielsweise filmen lassen. Oder jemanden fragen, der sich auskennt, ob er sich deinen Stil mal eine Bahn lang anschauen und dir eine Rückmeldung geben kann – und sei es der Bademeister!

Denke daran, dass konstruktive Kritik dich weiterbringt! Auch wenn es im ersten Moment vielleicht hart erscheint. Hinweise auf Fehler geben dir die Chance, dich zu verbessern!

8. Bleib dran und hab Geduld mit dir selbst!

Zuletzt: Auch wenn es länger dauern sollte als geplant und alle anderen gefühlt schon viel weiter sind als du: lass dich nicht entmutigen und gönn dir die Zeit, die du brauchst. Es nützt nichts, dich zu hetzen und zu einem 1000-Meter-Gewalt-Kraul zu zwingen, wenn du die Technik noch gar nicht richtig drauf hast. Kraulen Lernen dauert nur einmal eine Weile. Aber es haben schon viele geschafft. Dann kannst du das sicher auch! Also mach dir keinen Stress und bleib dran!

Dieser Artikel ist Teil einer Schwimmkolumne. Die weiteren Beiträge findest du unter den hinterlegten Links!

Wenn dir die Schwimm-Kolumne gefallen hat, dann schreib mir doch unten in den Kommentaren eine kurzes Feedback! Das würde mich sehr freuen! Danke!

Über den Autor

Früher hab ich immer gedacht „Sport ist Mord“, wenn in der Schule Ausdauerlauf oder – noch viel schlimmer – das „Sportfest“ angesagt war. Obwohl ich von mir nicht behaupten kann, per se unsportlich zu sein, habe ich dieses Potential selten genutzt. Inzwischen quäle ich mich freiwillig - und mit Spaß - jedes Mal aufs Neue zum Training.

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