Meine erste Transalp mit dem Rennrad – Training, Vorbereitung, Packliste

Eigentlich bin ich ja als Triathletin darauf getrimmt, mehr als eine Sportart zu trainieren. Wenn ich mich aber entscheiden müsste, welche der drei Disziplinen mir am liebsten ist, würde ich sicher das Radfahren wählen. Und so ist es für mich ein großes Glück, dass ich zusammen mit einem Team von Liv Cycling die Alpen bezwingen darf. Meine erste Transalp steht an!

Wie es dazu kam

Wer mir schon länger folgt, weiß sicherlich, dass ich seit ca. 2 Jahren das Privileg habe, Markenbotschafterin für Liv Deutschland zu sein.

Als Cycling Ambassador haben wir die Aufgabe, die Marke bekannt zu machen, die ausschließlich Fahrräder für Frauen herstellt.

Denn Frauen haben nun einmal einen etwas anderen Körperbau als Männer, was auf Unisex-Rädern nicht selten für Probleme oder ernsthafte Schmerzen sorgt.

Um dem Abhilfe zu schaffen, produziert Liv speziell auf die weiblichen Proportionen angepasste Fahrräder.

Zum Teil werden von den Markenbotschafterinnen auch Girls Rides angeboten, also Ausfahrten nur für Frauen.

Da ich absolut begeistert bin von der Idee, noch mehr Mädels für den Radsport zu gewinnen, fällt es mir das natürlich nicht schwer, dafür Werbung zu machen.

❗️ Höre hier im Podcast mehr über meine erste Transalp 🎧👇

Wie wärs mit einer Transalp?

Zum alljährlichen Programm bei Liv gehört es auch, als Frauendelegation an gewissen Rad- oder Triathlonrennen teilzunehmen.

Leider mussten die meisten Veranstaltungen ja in diesem und im letzten Jahr abgesagt werden.

Aber irgendwie flatterte dann Anfang Mai 2021 doch eine Mail mit dem Betreff „TV Projekt RTL Spendenmarathon: Transalp 2.-7. September“ in mein Postfach.

Darin wurde uns der grandiose Plan unterbreitet, in einer kleinen Gruppe zusammen mit der RTL-Moderatorin Jana Azizi mit dem Rennrad über die Alpen zu fahren und dabei Spenden zu sammeln.

Ich fand die Idee natürlich cool, kam aber nicht wirklich auf den Gedanken, dass ich mich das trauen könnte.

Zuerst glaubte ich, dass das arbeitstechnisch sowieso nicht hinhauen würde.

Beim zweiten Mal Drüber-Nachdenken packte mich dann aber doch der Ehrgeiz und ich signalisierte einfach mal dreist meine Bereitschaft.

Und dann ging alles ziemlich flott: Wir machten Nägel mit Köpfen, ich nahm mir Urlaub und plötzlich ist das Projekt zum Greifen nah.

Zusammen mit 8 anderen Mädels werde ich mich vom 2.-9. September also der Herausforderung stellen.

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Transalp ist nicht gleich Transalp

Wenn man im Internet zum Thema recherchiert, findet man unzählige Versionen von Alpenüberquerungen.

Irgendwie ja auch logisch: Die Alpen sind groß und die Vorlieben, ob man das ganze Abenteuer zu Fuß, mit Rennrad, Mountainbike, in einer Nacht oder in 2 Wochen angeht, variieren sowieso.

In meinem Fall handelt es sich um die Transalp der GBI (Global Biking Initiative), die auch Touren durch ganz Europa organisiert und in dem Zuge immer auch Spenden sammelt.

Dies Tour, die dieses Jahr geplant ist, führt von Salzburg über den Großglockner bis an den Gardasee.

Je nachdem, welchen Track man fährt, sind um die 500 Kilometer mit wahlweise 5390 oder sogar 8900 Höhenmetern zu absolvieren.

Wir werden wohl den leichteren Track mit „nur“ 5390 Höhenmetern fahren – fürs erste sicher auch vollkommen ausreichend.

Der Gepäcktransport ist zum Glück inclusive, ebenso wie eine gute Unterkunft an den einzelnen Standorten.

Somit können wir uns ganz aufs Radeln konzentrieren!

Mehr dazu, was mich an den einzelnen Tagen erwartet, habe ich hier visuell zusammengefasst.

Die Vorbereitung: Training für meine erste Transalp

Nachdem feststand, dass ich meine erste Transalp angehen werde, habe ich zunächst etwas panisch reagiert.

Immerhin ist von Ende Mai bis Anfang September nicht ewig viel Zeit.

Und ehrlich gesagt war ich bis dahin eher relativ gemütlich unterwegs, weil sonstige Saisonhöhepunkte durch Corona unwahrscheinlich erschienen.

Mir war klar: „Jetzt muss ich definitiv mehr, länger und härter trainieren.“

Als erstes habe ich also mein Pensum von 2 Einheiten á 1-2 Stunden pro Woche hochgeschraubt.

Anfangs habe ich 3, später auch 4 Einheiten absolviert und das restliche Triathlon-Training, drumherum gebastelt.

Schwimmen war ja ab Mitte Juni im Freibad endlich wieder möglich.

Der Fokus lag aber definitiv auf dem Radtraining.

Unter der Woche gab es meist Rollentrainings vor der Arbeit (2 Stunden Grundlagen, 2 Stunden Intervalle o.ä.).

Am Wochenende hatte ich dann auch mal Zeit für längere Touren, entweder nochmal Grundlagenausdauer oder auch Bergtrainings in der Region um Stuttgart.

Wenn es zeit- oder wettertechnisch nicht geklappt hat, bin ich auf dem Rollentrainer ein Workout mit 3 längeren Intervallen gefahren, bei dem die Höhenmeter durch den Widerstand simuliert wurden.

Letzten Endes geht es ja nur darum, mit vergleichsweise niedriger Trittfrequenz hohe Wattzahlen zu treten.

In einer Woche bot es sich an, auch gleich 4 Tage hintereinander zu radeln.

Das wollte ich vor allem austesten, um den Effekt auf Muskeln, Weichteile und Gesäß zumindest abschätzen zu können.

Zusätzlich habe ich die Ernährung etwas angepasst, um schneller zu regenerieren.

Training für meine erste Transalp

Die Herausforderung oder die große Unbekannte

Wenn man das Höhenprofil und die Streckenanforderungen in etwa kennt, weiß man zumindest mal, worauf man sich einzustellen hat.

Ich persönlich rechne damit, dass die Anstiege ganz gut machbar sind.

Natürlich wird die ein oder andere Serpentine länger dauern, aber dafür hat man ja dann hoffentlich gute Aussichten.

Was mir tatsächlich mehr Sorgen bereitet, sind die Abfahrten.

Auch nach Jahren häufigen Bergtrainings fühle ich mich ab ca. 45 km/h nicht mehr ganz so wohl und tendiere eher dazu ständig zu bremsen.

Aber ich sehe die Transalp auch als gute Möglichkeit an, das zu üben und mehr Sicherheit zu gewinnen.

Wenn uns allerdings das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, wird es vermutlich nicht mehr ganz so angenehm.

Auf nasser Fahrbahn ist Vorsicht geboten – erst recht, wenn es bergab geht!

Daher hoffe ich inständig, dass zumindest die Regenwolken sich zurückhalten.

Es wird ohnehin eine Herausforderung, sich angemessen anzuziehen bzw. die richtige Kleidung auf die jeweilige Tagestour mitzunehmen.

Vermutlich werden wir bergauf ordentlich ins Schwitzen kommen, auf dem Gipfel dann aber von Wind und mindestens frischeren Temperaturen, wenn nicht gar Schnee willkommengeheißen…

Für die Abfahrt sollte man sich dann im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen.

Da wir alles für den Tag Nötige entweder am Leib haben oder irgendwie mit dem Rennrad transportieren müssen, stelle ich mich also darauf ein, dass ich entweder bergauf extrem Hitze haben werde oder aber auf der Abfahrt frieren muss.

Vielleicht gelingt es mir ja in den wenigen verbliebenen Tagen vor dem Start auch noch eine größere Satteltasche zu ergattern, damit zumindest die Angst vor dem Erfrieren gebannt ist.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit… Die Packliste für meine erste Transalp

Damit wären wir auch schon beim letzten Punkt: Der Packliste!

Da wir glücklicherweise einen Shuttleservice für unser Gepäck haben, müssen wir nicht ganz so knauserig mit den Klamotten sein.

Trotzdem ist das Gewicht begrenzt und ich will natürlich nichts Wichtiges – aus Platzgründen oder weil ich es vergessen habe – zu Hause liegen lassen.

Hier sind also die Utensilien, die ich fest einplane:

Fahrrad und technisches Zubehör

  • Helm
  • Trinkflaschen
  • Satteltasche
  • Werkzeug: Sechskantschlüssel/Multitool, Reifenheber
  • Ersatzschläuche
  • Co2-Kartuschen
  • Mini-Luftpumpe
  • Schmiermittel für die Kette (+ Putzlappen)
  • Fahrradschloss fürs Hotel
  • Triathlon-Uhr (benutze sie als Navigationsgerät)
  • GoPro zum Filmen
  • zu bedenken: Wattmesser und Garmin vorher aufladen bzw. ggf. Ladegerät mitnehmen

Fahrrad- und sonstige Klamotten

  • kurzarmige Trikots + kurze Radhosen
  • Baselayer
  • eine lange Radhose
  • Ärmlinge
  • Beinlinge
  • Windjacke + Windweste
  • Regenjacke
  • Handschuhe (kurz und lang)
  • Bufftücher für Kopf, Hals, Gesicht
  • Sonnenbrille
  • 2 Paar Radschuhe und 1 Paar extra Cleats
  • Wechselsachen für abends
  • Badeanzug, um in den Gardasee zu springen

Hygieneartikel und Reiseapotheke

  • Zahnpasta, Duschbad, Shampoo, Bodylotion & Co.
  • Ohropax
  • Aspirin/Ibuprofen
  • Pflaster
  • Handwaschmittel in der Tube (Rei o.ä.)
  • Anti-Scheuer-Creme
  • Sonnencreme

Verpflegung

  • Riegel
  • Gels
  • Isopulver
  • Erdnussbutter (falls ich nach der Tour ausgehungert bin)

offizielle Dokumente

  • Personalausweis
  • Reisepass
  • Corona-Impfnachweis

Im folgenden Video habe ich nochmals mein Training und den Packprozess veranschaulicht:

Es wird sich zeigen, ob ich alles das brauchen werde oder ob mir eventuell zwischendurch sogar etwas fehlt.

Ich werde natürlich hinterher von meinen Erfahrungen berichten.

Bis dahin bin ich in freudiger Erwartung und versuche meine Beine still zu halten – so gut mir das eben gelingt!

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Hinweis: All unsere Empfehlungen wurden sorgfältig ausgewählt, erarbeitet und geprüft. Sie richten sich an gesunde Erwachsene, die keine (Vor)Erkrankungen aufweisen. Keiner unserer Artikel kann oder soll Ersatz für kompetenten medizinischen Rat bieten. Bevor Du mit dem Training beginnst, konsultiere bitte einen Arzt und lass Dich durchchecken.

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Über Lotta

Mit einem geisteswissenschaftlichen Studium war Lotta nicht gerade prädestiniert für eine sportliche Karriere. Aber sie hat den Triathlon quasi auf dem zweiten Bildungsweg kennengelernt und betreibt dieses Hobby nun mit sehr viel Ehrgeiz. Und als waschechte Historikerin hat sie das Recherchieren und Schreiben im Blut. Wenn sie nicht gerade trainiert oder bloggt, korrigiert sie die Rechtschreibfehler von Autoren oder bringt Lehrern bei digital zu unterrichten.


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