Mythos Triathlon – Mehr Schein als Sein?

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Am vergangenen Wochenende wurde die Triathlon Ironman 70.3 WM erstmals auf europäischem Boden ausgetragen. Mit einer malerischen Kulisse und bei gutem Wetter durften sich die Triathleten von Zell am See aus durch die Alpenlandschaft kämpfen. Über 2.700 Agegrouper und fast 100 Profis gingen auf die Strecke und konnten das Ereignis Mitteldistanz, mehr oder weniger genießen.

Triathlon – Mehr als nur Sport

Eine atemberaubende Erfahrung für viele Debütanten und auch einige Wiederholungstäter konnten sich der besonderen Stimmung des Triathlons nicht entziehen. In welcher anderen Sportart kann man auch sonst auf so viel Fairness setzen, wo den Profis so nahe sein wie im Triathlon? Und wo sieht man im heutigen Profisport, in dem zb ein Fußballspieler heute seine Liebe zum Verein kundtut und morgen für einen anderen spielt, noch, dass sich direkte Konkurrenten gegenseitig anfeuern? Eben!

Das könnte der Grund dafür sein, dass der Triathlonsport kein ausgewachsenes Dopingproblem am Hals hat. Oder aber es sind einfach die fehlenden Dopingkontrollen! Denn, um auf die 70.3 WM in Zell am See zurück zukommen: Dort gab es ganze zwölf Dopingkontrollen. Aufgeteilt auf null Kontrollen bei den Agegroupern und 12 bei den Profis.

Kontrolle ist besser?

Warum auch mehr kontrollieren, wenn eh alle fair sind? Oder, wenn eh nicht alle Dopingvarianten nachweisbar sind? Um den Sport so sauber zu halten, wie es sein Image vermittelt. Und um abzuschrecken! Denn mit mehr Aufmerksamkeit, und daran arbeiten gerade sehr viele in der Szene, wächst auch die Chance Geld zu verdienen. Spätestens dann werden die Anreize, mit allen Mitteln ein Rennen zu gewinnen, steigen.

Schon heute gibt es Stimmen im Triathlon, die den weltgrößten Doper aller Zeiten zu PR-Zwecken nutzen wollen! Dabei drängt sich die Frage auf, wie das Verhältnis solcher Akteure zur unerlaubten Leistungssteigerung dann zu bewerten ist?

Klar ist, dass ein Sport, der auch oder gerade wegen seiner Fairness (Windschattenverbot etc.) bekannt ist und „verehrt“ wird, sich gerade auf diesem Gebiet keine Defizite leisten darf. Danach sieht es aber bei einer Testquote von 0% bei den Agegroupern und 13% bei den Profis nicht aus.

Natürlich ist das nur ein Rennen und natürlich ist es auch nicht günstig, Agegrouper in großer Zahl zu testen. Aber ist es nicht auch geschäftsschädigend sein Alleinstellungsmerkmal zu verlieren? Vielleicht wird sich da ja mit dem Blutstropfentest einiges ändern!

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Über den Autor

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.