Rollentrainer – So findest du den Richtigen!

Der Sommer neigt sich so langsam dem Ende zu und mit dem Herbst kündigt sich die kalte, nasse und dunkle Jahreszeit an. Nicht gerade die besten Bedingungen für das Radtraining im Freien. Abhilfe schafft da der Rollentrainer.

Er ermöglicht uns ein gezieltes Radtraining glücklicherweise auch im Winter.

Allerdings gibt es mittlerweile eine beachtliche Auswahl an Rollentrainern, was den Kauf für Einsteiger (und Fortgeschrittene) nicht gerade leicht macht.

Aus diesem Grund möchte ich hier das Thema Rollentrainer für Dich umfassend behandeln und Dir auch den einen oder anderen (Insider)Tipp mit auf den Weg geben.

Denn richtig gekauft, kann Dich Dein zukünftiger Rollentrainer ein paar Jahre begleiten.

So findest du den Richtigen – Ein Überblick

Um nun etwas Licht ins Dunkel zu bringen, stelle ich Dir im Folgenden erst einmal die unterschiedlichen Gerätetypen vor.

Die Rollentrainer können sich nämlich durch ihre Technik und auch ihre Nutzung stark unterscheiden.

Da wäre als erstes der klassische Rollentrainer:

Der traditionelle Rollentrainer

Tacx Heimtrainer Galaxia

Tacx Heimtrainer Galaxia*

Bei diesem Model handelt es sich quasi um die älteste Bauform eines Radtrainers – auch freier Rollentrainer genannt.

Optisch erklärt sich bei diesem Trainer der Name »Rollentrainer« recht schnell, denn man fährt mit dem gesamten Rad auf Rollen.

Das Vorderrad auf der einzelnen Rolle vorn und das Hinterrad zwischen den zwei Rollen am anderen Ende.

Mit dem schwarzen Band, welches die mittlere mit der vorderen Rolle verbindet, wird beim Training auch das Vorderrad angetrieben.

Vorteil bei dieser Art Rollentrainer: 

  • Ein frei stehendes Rennrad auf dem Trainer
  • Der Trainer schwingt bei schneller Fahrt mit und simuliert so ein Fahrgefühl wie auf der Straße.
  • Starkes Training von Gleichgewicht und Konzentration.

Nachteile:

  • Hohe Sturzgefahr (besonders zu Beginn), da das Rad nur auf den Rollen steht und nicht befestigt wird.

Im Vergleich zu den Rollentrainern, auf die ich gleich eingehen werde, bieten auch die traditionellen Trainer mittlerweile die Möglichkeit, einen individuellen Widerstand beim Fahren einzustellen.

Über ein Magnetsystem wird so das Fahren erschwert.

Die höherpreisigen Modelle liefern zudem auch noch Daten wie Geschwindigkeit und zurückgelegte Strecke.

Außerdem bieten auch diese Trainer die Möglichkeit, über Bluetooth oder Ant+ E-Training zu absolvieren, auf das ich nach der Vorstellung der Rollentrainer noch eingehen werde.

Fazit traditioneller Rollentrainer

Der traditionelle Trainer bietet mit steuerbarem Widerstand, Konnektivität per Bueltooth und Ant+ dieselben Vorzüge, wie andere Trainer auch.

Durch ein freilaufendes Rad fördert er jedoch zusätzlich auch die Konzentration und das Gleichgewichtsgefühl.

Einziger Nachteil ist die Sturzgefahr – wer nicht aufpasst fällt zur Seite vom Trainer!

Modelle traditionelle Trainer:

Darüber hinaus gibt es auch noch vergleichbare Trainer von anderen Marken.

Der feste Rollentrainer

Tacx Vortex Smart

Tacx Vortex Smart*

Hierbei handelt es sich quasi um die sichere Variante des Rollentrainers.

Hier wird das Fahrrad – im Gegensatz zum freien Trainer – mit dem Hinterrad fest fixiert.

Ausnahme hierzu sind die direkten Rollentrainer mit Kassette, auf die ich im Verlauf noch genauer eingehen werde!

Auch bei diesen Trainern wird mit einem Widerstand am Hinterrad gearbeitet, der sich auf verschiedene Arten einstellen lässt.

  • Bei den günstigsten Trainern muss der Widerstand vor dem Training über einen Hebel am Gerät eingestellt werden und kann auf dem Rad sitzend nicht verändert werden.
  • Für etwas mehr Geld gibt es Rollentrainer mit einem Schalter, der durch ein Kabel mit den Widerstand am Hinterrad verbunden ist. Damit ist eine Regelung vom Radlenker aus möglich.

Beide Gerätetypen sind meist nicht mit einem Geschwindigkeits- und Wattmesser ausgestattet. Wie du solche einfachen Rollentrainer nachrüsten kannst, erfährst du weiter unten im entsprechenden Kapitel.

  • Smarte Trainer, wie der Vortex Smart von Tacx, bieten dagegen die Möglichkeit zur Steuerung per Handy oder PC. Darüber hinaus liefern sie Daten wie Geschwindigkeit, Strecke und Wattleistung. Diese werden dann per Bluetooth oder ANT+ übertragen.
  • Mit den smarten Direkttrainern lässt sich dagegen noch realistischer und genauer trainieren. Da der Rollentrainer den Widerstand über die Kassette steuern kann, spürt man schon den kleinsten Unterschied. Je nach Modell werden sogar Unebenheiten im virtuellen Training simuliert.
Tacx Neo Smart Direkttrainer

Tacx Neo Smart Direkttrainer*

In dieser Reihenfolge sind die Rollentrainer auch preislich einzuordnen.

Ein einfacher Trainer ist schon ab 50-100 € zu haben.

Smarte Rollentrainer beginnen meist bei 230-250 €.

Direkte Trainer kosten je nach Gerät und Angebot zwischen 500 und 1200 €.

Fazit fester Rollentrainer

Der feste Rollentrainer unterscheidet sich in seiner Bauweise deutlich vom freien Trainer.

Vorteil dabei:

  • Durch das fest eingespannte Hinterrad bzw. den fest eingespannten Rahmen ist das Umfallen ausgeschlossen!
  • Außerdem bieten besonders die direkten Trainer ein sehr realistisches Fahrerlebnis, da diese je nach Programm auch selbständig (über den Widerstand) Steigungen simulieren können.

Nachteil des festen Trainers:

  • Kein ausgeprägtes Konzentrations- und Gleichgewichtstraining beim Fahren.

Eine Auswahl von Modellen:

  • Yaheetech Trainer* – Einfacher Rollentrainer mit manuell verstellbarem Widerstand
  • Relaxdays Trainer* – Einfacher Trainer mit 6 verschiedenen Stufen Widerstand + Schalter am Lenker
  • Tacx Vortex Smart* – Smarter Trainer und steuerbar per Handy, Tablet etc. Liefert außerdem Daten wie Geschwindigkeit, Watt, Trittfrequenz.
  • Tacx Flux Smart* – Smarter Direkttrainer, der eine Steigung bis zu 10% simulieren kann. Ermittelt die eigene Leistung sehr genau und ist ebenso per Handy, Tablet etc. steuerbar.
  • Weitere Modelle gibt es zudem von Tacx, Elite, Wahoo und anderen Herstellern.

Bevor Du Dich nun aber für einen Trainer entscheidest, gibt es noch ein paar weitere Punkte, die du bedenken solltest!

Da wäre zum einen der Geräuschpegel. Denn so ein Trainer kann unter Umständen ganz schön viel Lärm machen, von dem Deine Nachbarn nicht so begeistert sein werden.

Außerdem stellt sich die Frage, ob Du den Trainer mit sogenanntem E-Training nutzen möchtest oder nicht!

Und falls Du diese Fragen erst später beantworten möchtest, stelle ich Dir auch noch eine Möglichkeit vor, wie du einen einfachen Rollentrainer »smart« machen kannst!

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Geräuschpegel

Der Geräuschpegel eines Rollentrainers kann, je nach Modell, schon mal lauter als ein PKW sein.

Hinzu kommt, dass die Vibrationen, die durch das Fahren entstehen, besonders durch den Fußboden sehr stark zu hören sein können.

Selbstverständlich hängt das auch vom jeweiligen Gebäude – und den Nachbarn ab.

Du solltest Dir aber vor dem Kauf auch darüber Gedanken machen.

Bei günstigen Trainern, die meist wesentlich lauter sind als zum Beispiel die smarten Direkttrainer, bietet sich daher eine Gummimatte für Waschmaschinen* an.

Wohnst Du allerdings sehr hellhörig, möchtest aber nicht Unmengen Geld für einen Direkttrainer ausgeben, kann ich Dir den Elite Fluid Trainer* empfehlen.

Bei diesem Trainer ist das Schwungrad komplett in Öl getaucht, was den Trainer nahezu geräuschlos werden lässt.

Damit klappt es dann auch mit den Nachbarn!

E-Training

Hier bekommt das Thema E-Sports eine ganz andere Bedeutung und sollte für Dich auch einen Moment der Überlegung wert sein.

Denn diese smarten Rollentrainer sammeln nicht nur Daten, um Dich über Deine aktuelle Geschwindigkeit oder Wattleistung zu informieren.

Diese Trainer können deine Daten auch an ein Programm weitergeben, das Deine Leistung dann ins Verhältnis mit anderen setzt.

So wird es möglich, in einer virtuellen Welt – also einer digitalen Rennstrecke – mit anderen Usern um die Wette zu fahren bzw. ganze Rennen zu absolvieren.

Den entsprechenden Trainingseffekt kannst du Dir sicher gut vorstellen.


So kannst Du auch den gesamten Winter mit deinen Kumpels um die Wette radeln, jeder für sich in den eigenen vier Wänden.

Bisher gilt Zwift als der größte Anbieter, von E-Training auf dem Rad.

Sobald sich Dein Trainer mit dem PC oder Tablet verbinden lässt und Du ein Abo bei Zwift hast (natürlich ist dieses Angebot nicht gratis) kannst Du in den virtuellen Welten fahren.

Mittlerweile dürften aber alle großen Anbieter von Rollentrainern auch eine solche Trainingsmethode im Angebot haben.

Alternative zum E-Training

Falls Dir das E-Training für die 10 bis 15 Euro monatlich zu teuer sein sollte, gibt es definitiv andere Möglichkeiten, um das Rollentraining interessant zu gestalten.

Einmal gibt es da die Möglichkeit, nebenher Deine Lieblingsserie oder einen guten Film zu schauen.

Wahlweise geht natürlich auch das Radio oder vielleicht auch ein Hörbuch.

So lässt sich die Zeit beim Training gleich doppelt nutzen!

Falls Du aber etwas zur Motivation brauchst, empfehle ich Dir das Tablet oder dem PC in Kombination mit Youtube.

Dort gibt es jede Menge toller Dokumentationen bis hin zur vollen 10-Stunden-Übertragung des Ironmans in Frankfurt – für mich jedes Mal eine unglaubliche Motivation.

Außerdem gibt es einige Trainingsvideos, die einem Spinningkurs gleichen.

Beides funktioniert für mich seit mehreren Jahren wirklich gut.

Nachrüsten

Solltest Du Dich nun zu Beginn für einen ganz einfachen Rollentrainer entscheiden, gibt es nachträglich noch die Möglichkeit, diesen »smart« zu machen.

Um einen solchen Trainer umzurüsten, brauchst du folgendes:

  • Geschwindigkeits- und Trittfrequenssensoren, wie diese hier*. (Wichtig ist, dass sie ANT+ fähig sind)
  • ANT+ USB-Adapter wie dieser hier*.
  1. Die Sensoren müssen wie vorgesehen an Deinem Rad angebracht werden.
  2. Das Rad anschließend in den Trainer einspannen.
  3. Nun noch den USB-Adapter in den PC/Mac stecken, einrichten und dann über Deinen Zwift Account die Sensoren suchen und über ANT+ verbinden.

Eine genauere Anleitung findest du aber auch hier.

Hier gehts zu unserem Shop

Abnutzung am Hinterrad

Durch die Nutzung eines Rollentrainers sind die Anforderungen an das Hinterrad – oder genauer gesagt an den Manteln – etwas anders, als auf der Straße.

Ein etwas anderer Druck auf das Hinterrad – der durch die Widerstandsrolle entsteht – ist der Abrieb ein wenig höher, als auf der Straße.

Aus diesem Grund raten die Hersteller der Rollentrainer zu speziellen Mänteln*.

Wir sind das Training im Winter allerdings auch schon mit ganz normalen Mänteln gefahren und haben keinen großen Unterschied feststellen können.

Die regulären Mängel waren im Frühjahr noch gut genug für den Einsatz auf der Straße.

Das kann aber auch von der Intensität des Rollentrainings im Winter abhängen.

Unser Tipp:

Fahr erst einmal mit dem normalen Mantel und beobachte den Abrieb. Einen speziellen kannst du dann immer noch schnell bestellen!

Qual der Wahl

Wie eingangs schon erwähnt ist die Auswahl an Trainern sehr, sehr groß und es gibt viele Faktoren, die Du bei der Anschaffung beachten solltest.

Allem voran steht meiner Meinung nach die Lautstärke! Jedenfalls, wenn du Nachbarn hast.

Ebenso wichtig ist die Überlegung, ob Du mit einem smarten Trainer und E-Training – sprich Zwift usw. –  trainieren möchtest.

Brauchst du beides nicht, würde ich dir zu einem ganz einfachen Trainer raten.

Für die erste Saison reicht dieser völlig und auch später lässt es sich damit gut trainieren.

Willst Du mit Wattzahlen arbeiten und hast Du noch kein Wattmesser am Rad, lohnt sich ein smarter Trainer schon.

Möchtest Du darüber hinaus auch per E-Training trainieren, macht es meiner Meinung nach Sinn, gleich zu einem entsprechenden Rollentrainer zu greifen.

Ein direkter Rollentrainer macht meiner Meinung nach dagegen nur für Ambitionierte – oder gut betuchte – Athleten wirklich Sinn.

Noch genauere Werte, bessere Simulation und realistischeres Fahrgefühl haben hierbei einfach ihren Preis.

Um auch noch einmal an den freien Rollentrainer einzugehen, macht dieser besonders dann Sinn, wenn man über den Winter an Gleichgewicht und Konzentration arbeiten möchte.

Damit Du Dir noch ein besseres Bild von den unterschiedlichen Traininer machen kannst, habe ich Dir nun noch einige Videos mit aufgelistet.

Besonders Funktionen und Geräuschpegel lassen sich damit besser einschätzen!

Oh und bevor ichs vergesse: Das hier* ist vielleicht noch eine gute Anschaffung fürs Training über den Winter!

Coaching & Pläne

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Über den Autor

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Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.

6 Kommentare

  1. Avatarbild fuer Kommentar

    Hallo Schorsch
    Vielen Dank für den tollen bericht. Ich hätte da noch eine Frage: wie ist das mit den Reifen, werden die durch den Rollentrainer stark abgenutzt?

    Liebe Grüsse
    Jasmin

  2. Avatarbild fuer Kommentar

    Vielen Dank für die Zusammenfassung -super!
    Hab nur eine Frage offen: Wie steht es um Räder mit Scheibenbremsen? benötigt man gerade bei direkten RollenTrainern Zubehör /Adapter für die Bremsen oder kann man diese unbesorgt nutzen? Besten Dank

    • Avatarbild fuer Kommentar

      Hallo Leni,
      Vielen Dank für Deine Nachfrage. So wie ich das sehe, hängt die Scheibenbremse ja am Hinterrad. Dieses wird bei der Nutzung eines Direkttrainers ja abgebaut. Aber auch bei anderen Trainern dürfte die Scheibenbremse kein Problem sein.
      Beste Grüße

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