Smoothies – Top oder Flop?

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Sie grinsen uns überall verführerisch an: auf den Covern von Fitnessmagazinen, auf den Facebook-Posts von Freunden, an der Frischetheke im Bahnhof und inzwischen auch im Supermarkt… Smoothies! Diese leckeren, schlankmachenden Vitaminbomben. Fruchtig, beerig und sogar vegan – in jeder erdenklichen Farbe und Geschmacksrichtung werden sie uns präsentiert. Fast ein bisschen so variabel wie damals der Bubble-Tea, der binnen weniger Monate überall aus dem Erdboden schoss, um dann genauso schnell wie er gekommen war, wieder dort zu verschwinden. Besonders hip sind gerade die grünen Smoothies, weil sie so viele Antioxidantien enthalten – und die helfen bekanntlich gegen das Altern. Ich habe mich ernsthaft gefragt, was ich von diesem Trend halten soll. Kann man dem wirklich etwas abgewinnen – und wenn ja, was?

Was die Werbung uns verspricht

Antioxidant_powerHäufig werden Smoothies wie Wundermittel angepriesen. Immerhin ist darin viel Obst und Gemüse enthalten, das viele Menschen auf anderem Wege gar nicht mehr zu sich nehmen. So kann, wer´s braucht, im Nu gleich 2 seiner 5 Portionen am Tag mit einem leckeren Getränk ersetzen. Statt eine halbe Stunde lang Salat zu schnippeln oder in der Mittagspause Apfel- und Möhrenstückchen zu mümmeln einfach schnell was Süßes runterkippen – gerade für Obst- und Gemüsemuffel eine verlockende Vorstellung! Insofern bringen Smoothies – so die Logik – durch ihre Inhaltsstoffe einen gesundheitlichen Mehrwert mit sich.

Bei industriell hergestellten ist Smoothies ist das allerdings nur bedingt der Fall. Denn diese enthalten neben den Früchten häufig auch noch fertige Fruchtsäfte oder Fruchtsaftkonzentrate, in denen der Vitaminanteil eher gering, der Zuckeranteil jedoch hoch ist. Somit handelt es sich bei dieser Art von Getränk eher um eine Kalorienbombe, die schnell wieder Hunger auf mehr auslöst. Zusätzlich können Smoothies aus dem Kühlregal mit Aromen, Farb- oder Konservierungsstoffen versehen sein, die den Vitamingehalt wiederum mindern. Übrig bleibt letzten Endes ein überteuerter besserer Fruchtsaft in hipper Verpackung.

Smoothies – Do it Yourself

Deutlich besser ist es dann doch, zum Mixer zuEnergy_boost greifen und sich selbst etwas Entsprechendes zum Schlürfen zu zaubern. Nicht nur weiß man dann, was drin steckt; man kann auch die positiven Eigenschaften der Früchte voll ausnutzen. Ganze Früchte – quasi mit Stumpf und Stiel – sind schließlich am gesündesten und die meisten Vitamine befinden sich beim Apfel zum Beispiel direkt unter der Schale. Zudem besitzen solche Selfmade-Smoothies den Vorteil, dass sie mehr Ballaststoffe enthalten. Diese sind dafür bekannt, dass sie nicht nur längerfristig sättigen als der pure Fruchtzucker, sondern auch die Verdauung beschleunigen.

Der Fakt, dass man beim Mixen selbst über Before_workoutdie Zusammenstellung und Konsistenz seines Smoothies entscheiden kann, ist wohl der größte Pluspunkt. Bei grünen Smoothies empfiehlt es sich wegen der Bitterstoffe in vielen Salatsorten sowieso erst einmal, eine softere Variante auf Bananenbasis auszuprobieren und sich dann langsam heranzutasten. Der Experimentierfreude sind da keinerlei Grenzen gesetzt. Auf diese Weise kann sogar das alte Obst noch wunderbar verwertet werden – ohne Abstriche beim Geschmackserlebnis!

Was ist besser: Frischobst oder Smoothie?

Vergleicht man allerdings einen Smoothie mit der Summe seiner Bestandteile, lässt sich ernüchternd feststellen: Der Genuss des ersteren ist zwar größer, aber leider nur von kurzer Dauer. Deshalb ist es auch beinahe unvermeidlich, „über den Durst zu trinken“. Nehmen wir zum Beispiel einen Mango-Bananen-Smoothie, wie man ihn auf der Kochplattform Chefkoch finden kann. Wahrscheinlich käme kaum jemand auf die Idee, eine reife Banane, eine Mango, 500 ml Naturjoghurt und den Saft von zwei gepressten Orangen nacheinander zu verzehren. In Form von 2-3 Gläsern des entsprechenden Smoothies ist so eine Portion allerdings ratzfatz heruntergespült.

Die Nährwerte eines solchen Smoothies sind dabei Smoothie_Nähwertübersichtnicht zu vernachlässigen. Er besteht zu drei Vierteln aus Kohlenhydraten, wovon 13 g auf Ballaststoffe und 98 g auf Zucker entfallen. Abgesehen davon, wie kritisch der hohe Fruchzuckergehalt zu bewerten ist: Bei einer Energiedichte von 600-700 kcal (für die gesamte Portion, also ca. 600-700 ml) kann man ein solches Getränk wohl nicht nur als Snack, sondern mindestens als Zwischenmahlzeit ansehen.

Smoothies_KalorienAber selbst bei nur einem Glas (250 ml) zeigt sich ein gravierender Unterschied: der Sättigungsgrad. Dadurch, dass das Obst oder Gemüse zuerst zerkaut werden muss, dauert es nämlich nicht nur länger, bis der Nahrungsbrei im Magen landet. Es macht auch deutlich nachhaltiger satt als ein Smoothie. Nicht zuletzt das Volumen, das bei frischen Früchten überwiegt, trägt dazu bei, dass der Magen schneller meldet, dass er voll ist!

Nicht zuletzt vom Kostenfaktor her gesehen sind Obst oder Gemüse die deutlich bessere Alternative: Ob gekauft oder selbst gemixt braucht man für dessen Verzehr keine weiteren Zutaten. Und wenn wir Xucker, Süßstoff, Sojyajoghurt, Kokos-, Mandel- und Hafermilch weglassen, werden wir von 2-3 Früchten hintereinander sicher auch satt!

Fazit

Grundsätzlich gilt: Vitamine sind super! Je natürlicher die Form, umso besser. Ein selbstgemixter Smoothie schmeckt lecker und ist in Maßen genossen auch kein Problem. Man sollte sich bloß darüber im Klaren sein, dass solche Getränke manchmal eine ganze Mahlzeit ersetzen können. Gerade für Menschen, die abnehmen oder ein bisschen auf ihre Linie achten wollen, empfiehlt sich daher lieber handfestes Obst oder Gemüse.

Dieser Artikel war im Übrigen nicht dazu gedacht, jemandem zu nahe zu treten, ihm sein Lieblingsgetränk madig zu machen oder sonst irgendetwas schlecht zu reden. Wenn manche Aussagen subjektiv und wertend herüberkamen, war das nicht die Absicht der Autorin. Es ging lediglich darum, einen Fitnesstrend zu hinterfragen, bzw. darüber aufzuklären. Wer darüber diekutieren will, kann das gerne in der Kommentarfunktion tun!

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Über den Autor

Früher hab ich immer gedacht „Sport ist Mord“, wenn in der Schule Ausdauerlauf oder – noch viel schlimmer – das „Sportfest“ angesagt war. Obwohl ich von mir nicht behaupten kann, per se unsportlich zu sein, habe ich dieses Potential selten genutzt. Inzwischen quäle ich mich freiwillig jedes Mal aufs Neue zum Training. Da ich inzwischen beruflich Halbwüchsige domptiere, schadet es ohnehin nicht, sich fit zu halten...