Stress auf der Schwimmbahn – 8 Schwimmregeln, die helfen!

Jeder Schwimmer, jeder Triathlet kennt das Problem! Du gehst zum Schwimmtraining und die Bahn ist voll. Oder beim Einschwimmen hast du die Bahn noch für dich selbst aber nach und nach kommen immer mehr »Hindernisse«, die auf deiner Bahn schwimmen wollen, obwohl andere Bahnen leer sind. Daher ist es Zeit für ein paar Schwimmregeln!

Wie du dir vielleicht denken kannst, bin auch ich beim Schwimmtraining schon in einige unangenehme Situationen geraten, die durch viele Schwimmer auf einer Bahn verursacht wurden.

Zusätzlich gab es X verschiedene Situationen mit Kindern, die von der Seite ins Becken gesprungen sind, dachten, sie müssten auch mal ne Bahn »schwimmen« oder aber von Startblock springen, wenn man gerade zur Wende ansetzt.

Das soll hier aber kein Thema sein. Denen sollen die eigenen Eltern mal die Schwimmregeln erklären.

Mir geht es nur um die eigentlichen Schwimmer auf den Bahnen. 

»Treibholz« oder Schnellschwimmer

Ehrlich gesagt hatte ich schon etliche Male vor, diesen Artikel zu schreiben. Immer wieder habe ich im Schwimmbad Situationen erlebt, bei denen ich mich maßlos über andere aufgeregt habe.

Allerdings hatte ich nach und nach auch die große Erkenntnis:

Sich aufzuregen nützt absolut nichts!

Ob jetzt jemand plötzlich sehr langsam auf derselben Bahn unterwegs war wie ich oder ob mich ein schneller Schwimmer – eine schnelle Schwimmerin – beim Überholen geschlagen oder getreten hat, spielt dabei tatsächlich keine Rolle.

Oft ist es beim Schwimmen eben wie im Straßenverkehr. Man befindet sich in seiner eigenen Welt bzw. dem eigenen Auto und pocht auf sein Recht.

Wissenschaftlich gesehen geht man übrigens in Bezug auf den Straßenverkehr davon aus, dass man eher auf sein Recht pocht, drängelt oder allgemein aggressiv unterwegs ist, weil man sich im geschlossenen Auto sicher fühlt. Man kann einfach nicht direkt auf sein Fehlverhalten angesprochen werden.

Im Vergleich zur Kasse im Supermarkt, wo man eine direkte Konfrontation mit den anderen Kunden riskiert, ist es beim Schwimmen eher, wie im Straßenverkehr.

Direktes Ansprechen geht so gut wie nie. Man kann höchstens am Beckenrand das Gespräch suchen. Aber bis dahin vergeht meist etwas Zeit.

Also was tun, um Stress zu vermeiden?

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, denken wir doch meist, dass wir selbst im Recht sind, oder?

Aber wenn wir alle immer auf unsere Bahn und unser Recht pochen, wird das Schwimmtraining wohl mehr und mehr in den Hintergrund rücken!

Und glaube nicht, dass ich mich da selbst aus der Verantwortung stehlen will!

Ich war schon mehrmals „Treibholz“ und sicher hin und wieder mal einer von den „Schnellen und Rücksichtslosen“.

Aber Fakt ist nun mal, dass wir alle denselben Eintritt für das Recht zu schwimmen bezahlen.

Also muss es doch einen Weg geben, um in Ruhe zu schwimmen, oder?

Aus diesem Grund dachte ich, es wäre vielleicht sinnvoll, die – oft ungeschriebenen – Schwimmregeln einmal aufzuschreiben.

Schwimmregeln die helfen:

1. Richtig einordnen!

Ganz wichtig vor Beginn des Schwimmtrainings und somit Nr. 1 der Schwimmregeln ist die Auswahl der Bahn! Normalerweise sollte die so ablaufen:

Schwimmbahnen nach Schnelligkeit wählen

Grafik 1

Vom »freien« Schwimmbereich bzw. dem Nichtschwimmerbereich auf der einen Seite über die Bahnen zur anderen Seite (auf Grafik 1 von rechts nach links) wird das Schwimmtempo immer schneller.

Je nach dem eigenen Tempo solltest du dich danach richten und einsortieren.

Natürlich ist manchmal auch eine Bahn frei, die eigentlich zu schnell für einen ist.

Aber solange sie frei ist, sollte sie ruhig auch von langsameren Schwimmern genutzt werden.

Macht ja keinen Sinn, wenn sich alle »Langsamen« auf einer Bahn quälen, während die anderen leer sind.

Bist du alleine auf der Pro-Bahn und füllt sich diese jedoch langsam wieder mit schnellen Schwimmern, solltest du auf eine langsamere wechseln.

2. Rechtsverkehr

So kannst du wenden

Grafik 2

Wenn du dich auf einer Schwimmbahn befindest, schwimmst du von dir aus immer auf der rechten Seite.

Praktischerweise nah an der Absperrung und nicht in der Mitte!

So bleibt in vielen Fällen, selbst bei »Gegenverkehr«, Platz zum überholen.

3. Richtig Wenden

Bist du dann am Ende der Bahn angekommen, versuche am besten die Mitte der Bahn anzuschwimmen.

So wie du auf Grafik 2 sehen kannst, kannst du dich bei diesem Wendemanöver auf demselben Weg zurück auf die nächste Bahn machen.

Natürlich kannst du auch einfach geradeaus weiter schwimmen.

Dann steckst du aber in der rechten Ecke und hast einen weiten Weg, um auf der Bahn zurück wieder auf die rechte Seite zu kommen.

Der richtige Punkt zur Wende hat zudem weitere Vorteile.

4. Am Rand ausruhen

Wenn alle Schwimmer auf der Bahn an diesem Punkt wenden, ist rechts und links genug Platz zum Ausruhen.

Auf der anderen Seite gibst du jedem Schwimmer, der noch im Training ist, genug Platz zum Wenden, wenn du dich in der rechten oder linken Ecke am Bahnende erholst.

Natürlich kann das auch eng werden, wenn kurz vor Ende der Bahn noch überholt wird.

Aber wenn die Mitte am Kopfende frei bleibt, ist schon einiges gewonnen!

5. Auf der Bahn überholen

Da es sich nicht immer vermeiden lässt, dass das Leistungsniveau auf einer Bahn sehr unterschiedlich ist, kommt es oft zu Überholmanövern.

Nicht jeder hat ja das Glück mehrere Schwimmbahnen im Schwimmbad vorzufinden. Viele haben nur eine einzige Bahn fürs Schwimmtraining!

Wirst du überholt

  • macht es Sinn, einfach für einen Moment das Tempo rauszunehmen. So ist der andere Schwimmer schneller an dir vorbei und für den Gegenverkehr wieder mehr Platz.

Bist du der Überholende

  • solltest du erst einmal schauen, ob der Gegenverkehr einen Überholvorgang überhaupt erlaubt. Überhole nicht mit der Brechstange, denn im schlimmsten Fall bremst du damit die entgegen kommenden Schwimmer (und das können mehrere sein) aus und musst dazu noch den Schwimmer schneiden, der von dir überholt wird!
  • ist die Bahn zu voll, solltest du lieber versuchen am Ende der Bahn zu überholen.

6. Am Ende der Bahn überholen

Hier wirds mit den Schwimmregeln echt kompliziert. Da gibt es nämlich zwei gute Möglichkeiten.

Zum einen, wenn du als Überholender viel schneller bist, als dein Vordermann.

In dem Fall setzt du dich schon einige Meter vor dem Beckenrand neben den zu überholenden und versuchst, links von ihm ans Bahnende zu schwimmen.

Wenden und Überholen

Grafik 3

Idealerweise bist du dann kurz vor Ende der Bahn schon weit vor dem zweiten Schwimmer.

Aber auch, wenn man gemeinsam »oben« ankommt, ist das kein Problem.

Wende schnell und schwimm als erster wieder los.

Wirst du so überholt, ist es auch hier gut, das Tempo etwas zu drosseln und am Beckenrand einen Moment zu warten, um den schnelleren Schwimmer überholen zu lassen.

Zum anderen, wenn du als Überholender nur etwas schneller bist, als der vordere Schwimmer.

Hierbei bleibst du bist zum Ende der Bahn hinter deinem Vordermann.

Überholen beim Wenden Teil zwei

Grafik 4

Idealerweise schwimmt der Schwimmer vor dir auf die Mitte der Bahn zu, um dort zu wenden.

Das gibt dir die Möglichkeit geradeaus zu schwimmen und dann rechts neben dem Vordermann zu wenden.

Dabei musst du aber wirklich schnell sein.

Bist du zu langsam schwimmst du unter Umständen direkt in deinen Vordermann hinein.

Bist du der Vordermann und schwimmt am Ende einer Bahn jemand sehr nah hinter dir?

Dann hat er möglicherweise dieses Manöver vor.

Wenn du dann am Ende der Bahn bist (und keine Rollwende machst), dreh dich doch so, dass du vor dem Abstoßen nach rechts schauen kannst.

So kannst du entscheiden, ob du kurz wartest und den Mitschwimmer vor lässt.

Bei beiden Manövern sollten beide Schwimmer sich möglichst rücksichtsvoll verhalten. Lass den Schnelleren vor, oder warte mit dem Überholen noch eine Runde, wenn du nicht schnell genug bist.

7.  Das Tempo beibehalten

Das hört sich vielleicht etwas hart an, ist aber für uns alle so.

Denn, wenn du (oder natürlich auch ich) auf der schnellen Bahn unterwegs bist und dann mit langsamem Rückenschwimmen beginnst, wirst du vom schnellen Schwimmer zum Treibholz!

Ebenso verhält es sich natürlich auch, wenn du unter langsamen Schwimmern unterwegs bist und dann plötzlich beginnst, 50-Meter-Sprints zu trainieren.

Sieht dein Trainingsplan solche Tempowechsel vor, solltest du – wenn möglich – für die langsamen oder schnellen Übungen die Bahn wechseln.

Ist das nicht möglich, kann eine kurze Pause vielleicht für eine leere Bahn sorgen. Dann kannst du nach Belieben trainieren.

8. Miteinander Reden!

Die letzte der Schwimmregeln wirkt zugegebenermaßen etwas altmodisch.

„Grüß immer recht freundlich“ quasi. Aber kannst du dich erinnern, was ich am Anfang über den Vergleich zum Straßenverkehr geschrieben habe?

Wenn du andere Schwimmer ansprichst, beziehungsweise begrüßt, wenn du an die Bahn kommst, hast du die »anonyme« Grenze schon überwunden und bist nicht mehr irgendwer.

Und schon kennt man sich untereinander ein bisschen.

So kann man sich auch besser absprechen.

Denn möglicherweise sind die langsamen Schwimmer weg, bis du mit dem Einschwimmen fertig bist.

Oder du erfährst, dass du direkt bei den Profis gelandet bist.

Noch ein Tipp

Hast du eben erst mit dem Schwimmtraining begonnen?

Dann bist du vielleicht noch zu langsam für die Schwimmbahnen.

Dann kannst du deine ersten Schwimmversuche vielleicht auch im Nichtschwimmerbereich absolvieren.

Damit gehst du den Schnellen erst einmal aus dem Weg und hast eher deine Ruhe.

Bist du schon lange dabei und richtig gut?

Dann wäre es vielleicht ratsam, einem Verein beizutreten.

Bist du im Schwimm- oder Triathlonverein, kannst du über die Mitgliedschaft vielleicht auf abgesperrten Bahnen schwimmen.

Zusätzlich kannst du mit einem ähnlichen Leistungsniveau rechnen und bekommst möglicherweise zusätzliches Schwimmtraining.

Das Wichtigste zum Schluss

Neben den Schwimmregeln bleibt eigentlich nur noch der Hinweis auf gegenseitige Rücksichtnahme!

Wir alle sind nicht alleine im Schwimmbad unterwegs. Versuche rücksichtsvoll zu schwimmen und sprich gegebenenfalls mit den anderen Schwimmern, ob man sich nicht anders organisieren kann.

Hilft das alles nichts bleibt nur eins:

Versuch dein Schwimmtraining auch als mentale Herausforderung zu nutzen. Übe dich im Entspannt-Bleiben! Finde deine innere Ruhe und lass Uneinsichtige uneinsichtig sein.

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Die Schwimmregeln auf einen Blick

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Über den Autor

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Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.

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  1. Pingback: Sport- und Fitnessblogs am Sonntag, 11.03.2018 – Eigenerweg

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