Trainieren mit einem Personal Trainer – Vor- und Nachteile im Überblick

Sich von einem Personal Trainer durch das eigene Training scheuchen zu lassen, empfindet der Eine als absoluten Albtraum und der Andere als Idealzustand. Am Training mit Coach scheiden sich seit jeher die Geister.

Genau aus diesem Grund hat uns Markus von Sieger der Herzen auch nach unserer Meinung gefragt.

Und natürlich ist die Frage für uns super spannend:

Personal Trainer, ja oder nein?

Tatsächlich kennen wir nämlich beide Seiten der Beziehung zwischen Athlet und Trainer aus eigener Erfahrung.

Das bedeutet nichts Gutes!

Wer uns kennt, weiß, dass wir nicht die geborenen Sportler sind, sondern uns erst verhältnismäßig spät für mehr Bewegung entschieden haben.

Das bedeutet aber auch, dass wir zu Beginn eher wenig Ahnung von der Materie hatten.

Was gibt es auch schon zu beachten beim Laufen? Man zieht sich Sportkleidung an und setzt einen Fuß vor den anderen!

Du denkst jetzt vielleicht: Das ist naiv! Vielleicht gehört etwas mehr dazu?

Tatsächlich ist dem ja auch so!

Aber, wenn man einfach ohne Anleitung und kaum Vorwissen über das, was man da macht, startet, sind die Chancen für Fehler sehr groß.

Genau das hatte bei uns zwei Folgen:

  • Zum einen haben wir viel Zeit mit wenig effektivem Training verbracht.
  • Zum anderen folgten auf zu umfangreiches Training teilweise langwierige Verletzungen.

Aber nicht nur bei uns selbst konnten wir diese negativen Auswirkungen beobachten.

Auch während unserer Arbeit mit unzähligen Triathlon-Einsteigern haben wir diese Probleme sehr oft beobachten müssen.

Und ehrlich gesagt ist das auch ein Stück weit nachvollziehbar.

Anleitungen lesen ist langweilig

Besonders die Frauen werden jetzt laut lachen, aber das Prinzip ist eigentlich dasselbe.

Wir alle nutzen unseren Körper ja schon seitdem wir denken können – oder auch schon etwas länger.

Also sind die meisten von uns der Meinung, dass wir ihn ziemlich gut kennen, oder?

Das trifft aber gerade für die meisten, die noch nie wirklich Sport getrieben haben, nur sehr selten zu.

Bewusst nehme ich besonders mich (den Schorsch) nicht aus, da ich durch eine lange Sportverweigerung in meinem Leben überhaupt nicht die Möglichkeit hatte, meinen Körper unter diesen Bedingungen kennenzulernen.

In diesem Fall ist es jedoch reines Glücksspiel, wenn man die “Anleitung” für den eigenen Körper bzw. den Sport, mit dem man demnächst beginnen möchte, nicht liest.

Dies kann – wenn auch nur in sehr wenigen Fällen – fatale Folgen mit sich bringen, die wiederum dafür sorgen können, dass man den Rest seines Lebens keinen Sport mehr betreiben kann.

Du fragst Dich jetzt sicher, ob das nicht ein wenig übertrieben ist, bzw. ob ich hier Panikmache betreibe.

Aber kennst Du zum Beispiel die möglichen Folgen von Trainingseinheiten, die bei einer Erkältung absolviert werden?

Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Herzmuskelentzündung und einer Schädigung des Herzens, die ein Spenderherz erforderlich machen.

Natürlich muss einiges passieren, bis es soweit kommt. Aber Du siehst, die “Anleitung” zu kennen, macht Sinn.

Sportler wissen mehr

Du bist schon lange sportlich und glaubst, der letzte Abschnitt betrifft Dich nicht?

Schließlich haben Menschen, die sich seit ihrer Kindheit viel bewegen, ein besseres Gefühl für ihren Körper und kennen diesen deutlich besser!

Leider muss ich Dich da enttäuschen – sorry.

Natürlich ist das Risiko, etwas falsch zu machen, geringer als bei Leuten, die mit Sport nie etwas am Hut hatten.

Aber in der Sportwelt sind so viele Mythen unterwegs, die gerade unter Amateuren sehr gerne als gut gemeinte Tipps weitergegeben werden.

Darüber hinaus gibt es auch viele Tipps und Ratschläge, die dem einen helfen, dem anderen aber schaden.

Sich zum Beispiel 20 Jahre lang auf dem Rennrad zu quälen, macht einen noch nicht zum Experten, was die biologischen Abläufe im Körper angeht.

Dieses Verständnis ist aber unter Umständen wichtig, um ein effektives Training durchführen zu können und seine (ganz individuellen) Ziele zu erreichen.

Wenn Du nun also schon Jahrelang im Sport unterwegs bist und eine Menge Trainingstipps gehört hast bzw. kennst, bedeutet das nicht, dass Du die richtige “Anleitung” für Deinen Körper hast.

Die Lösung

Über das Problem sind wir uns jetzt also im Klaren. Wie sieht aber die Lösung aus?

Wie so vieles im Sport kommt es auch hier drauf an!

Und zwar darauf, was Du möchtest und was Du bereit bist, dafür zu tun.

Du willst nur etwas mehr Bewegung und deswegen ein bisschen Joggen oder Schwimmen gehen?

Dann brauchst Du wirklich nur das Equipment (Laufschuhe bzw. Badeanzug etc.) und die nötige Motivation.

Willst Du darüber hinaus aber mehr erreichen, zum Beispiel einen 5- oder 10-km-Lauf absolvieren, Halbmarathon laufen oder einen Triathlon machen, braucht es auch mehr als nur Equipment.

Das trifft übrigens auch ganz besonders auf das Krafttraining zu.

Daher gibt es in einem guten Fitnessstudio ja auch eine Einführung in die Geräte und ständig anwesende Trainer, die unterstützend und helfend tätig sind.

Willst Du also mehr, musst Du auch mehr tun.

 

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Es liegt an Dir

Um den Sport Deiner Wahl so ausführen zu können, dass Du Deine Ziele so erreichst, wie Du Dir das vorstellst, solltest Du Dir also das notwendige Wissen dafür aneignen.

Das bedeutet, Du solltest wissen, wie Du Deinen Körper ideal mit Trainingsreizen herausforderst, wie Du ihm ausreichend Regeneration ermöglichst und wie Du ihn mit den passenden Nährstoffen versorgst.

Zugegeben, nicht alles ist notwendig für Dein persönliches Ziel und selbstverständlich brauchst Du deswegen natürlich noch keinen Trainer, der Dir für alles Pläne erstellt und Dich rundum versorgt.

Aber Du siehst, wie vielschichtig das Thema Training und Vorbereitung sein kann.

Und wenn Du einen Sport leistungsorientiert betreiben möchtest und Dich dabei nicht aufs Hörensagen verlassen willst, solltest Du Dich auf jeden Fall zu einem Mindestmaß informieren.

Natürlich ist hier der Markt ziemlich groß und die Auswahl nicht ganz einfach.

Aber was die Ausdauersportarten oder auch das Krafttraining angeht, lässt sich beim Buchhändler Deiner Wahl mit Sicherheit ein guter Einstieg finden.

Selbstverständlich bietet auch das Internet unzählige Möglichkeiten, um sich zu den verschiedenen Aspekten zu Informieren.

Einschlägige Sportzeitschriften und herausragende Blogs liefern teils ideal aufbereitete Infos für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Zugegeben, auch hier ist viel “gefährliches Halbwissen” zu finden.

Daher mein Tipp:

Wenn sich die Versprechen zu gut anhören, sind sie zu 95% nicht wahr!

Es liegt an Deinem Personal Trainer

Wie Du siehst ist es oft nicht damit getan, die Schuhe zu schnüren und einfach zu laufen.

Einen Sport leistungsorientiert zu betreiben ist wesentlich mehr und verlangt Dir nicht nur körperliche Leistungen ab.

Natürlich kann das richtige Training auch über ein regelmäßiges Scheitern gefunden werden – was ich Dir allerdings nicht empfehle.

Du kannst Dir auch die Zeit nehmen, um Dein Wissen über den gewählten Sport und die zugehörigen Trainingsprinzipien Stück für Stück zu erweitern.

Oder Du trainierst mit einem Fachmann, der im Idealfall alle wichtigen Infos für Dich schon parat hat.

Dieser Personal Trainer hat sich das Wissen schon angeeignet, welches Du Dir über einen langen Zeitraum erst noch erarbeiten müsstest.

Er weiß auch, was unter die Sportmythen fällt und welche Aspekte neben dem eigentlichen Training für Deine ideale Entwicklung noch wichtig sind.

Das bedeutet, dass  der Trainer sich für Dich den Kopf zerbricht, um Dich danach mit den richtigen Trainingseinheiten an Dein Ziel zu bringen.

Hört sich wunderbar und einfach an, oder?

 

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Die Vor- und Nachteile

Auch hier kommt es natürlich wieder drauf an!

Jeder Mensch ist ja verschieden und der eine oder andere unter uns möchte sich die wichtigen Hintergründe lieber selbst erarbeiten.

Zudem empfinden manche es ja auch als unangenehm, wenn eine andere Person über ihr Training entscheidet.

So treffen vielleicht nicht alle Vor- und Nachteile auf Dich zu, gelten aber dafür für andere Sportler.

Nachteile

Für die meisten sind möglicherweise die Kosten der gravierendste Nachteil.

Nicht jeder ist bereit unter Umständen mehrere hundert Euro im Monat für eine persönliche Betreuung auszugeben.

Der eine oder andere ist dazu finanziell vielleicht auch nicht in der Lage!

Ein weiterer Nachteil kann sein, dass die Chemie zwischen Trainee und Trainer nicht stimmt und man mit der Zusammenarbeit nicht zufrieden ist.

Je nach dem, wo Du wohnst ist es vielleicht auch sehr schwer, überhaupt einen Personal Trainer zu finden.

Vorteile

Du sparst Dir eine ganze Menge Zeit und musst Dich nicht erst in die Sportart und ihre Eigenheiten in Bezug auf Training etc. einarbeiten.

Wenn Du Dich den Vorgaben Deines Trainers einfach unterordnest, ist dieses Hintergrundwissen auch absolut unwichtig für Dich.

Falls es Dich dennoch interessiert, wird Dich ein guter Personal Trainer mit Sicherheit darüber aufklären.

Du profitierst damit auch von jahrelanger Erfahrung, die sehr wertvoll sein kann, wenn man theoretische Konzepte wie sportliches Training auf individuelle Anforderungen zuschneiden soll.

Durch die professionelle Anleitung wirst Du Dir womöglich auch unnötige und zeitraubende Verletzungen ersparen.

Viel entscheidender ist allerdings für viele von uns ein ganz bestimmter Vorteil, den ein Personal Trainer hat!

Das wäre die Motivation!

Vielleicht hast Du ja auch hin und wieder das Problem, dass Du Dir selbst nicht so sehr in den Hintern treten kannst, wie Du das vielleicht möchtest.

Dein Personal Trainer macht das bestimmt.

Er/Sie hat es ja auch viel einfacher Dich anzutreiben.

Ein guter Trainer bzw. eine gute Trainerin schafft es, Dich mit Deinen eigenen Zielen zu motivieren und gibt dir Strategien an die Hand, wie Du den inneren Schweinehund selbst besser überwinden kannst.

 

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Bedeutet also:

Nicht jeder muss mit einem Personal Trainer trainieren.

Möchtest Du Dich nur ein bisschen bewegen und Spaß haben, kannst Du das getrost ohne Trainer tun.

Wenn Du einen Sport aber leistungsorientiert ausüben möchtest, kann ein Trainer absolut Sinn machen.

Aber auch hier kommt es wieder darauf an, ob Du nur mal einen Halbmarathon laufen willst und Deine Zeiten nach und nach verbessern möchtest oder ob du erfolgreich einen Ironman absolvieren willst.

Theoretisch geht beides mit viel Eigeninitiative, Fleiß (auch beim Bücher wälzen) und einer gehörigen Portion Eigenmotivation.

Wenn Du Deine Zeit aber dem eigentlichen Training widmen willst, von langjähriger Erfahrung profitieren möchtest und dazu einen Motivator wünschst, bist Du mit einem Personal Trainer mit Sicherheit ideal versorgt.

Zugegeben, der Erfolg wird Dich etwas kosten.

Aber dafür wirst Du Dein Ziel schneller und mit weniger Aufwand erreichen.

Worauf Du achten solltest:

Trainer ist nicht gleich Trainer!

Und ein paar Zertifikate machen leider auch noch keinen guten Personal Trainer.

Neben viel Erfahrung und Fachwissen sind unserer Meinung nach drei Punkte besonders wichtig bei der Auswahl des richtigen Trainers.

  1. Die Chemie muss stimmen. Du solltest mit Deinem Personal Trainer gut klar kommen und über alles sprechen können. Nur so könnt ihr euch auch über heikle Themen austauschen.
  2. Dein Trainier sollte Dein Training an Deinen Ansprüchen und Deinen Zielen ausrichten und nicht an seinen Vorstellungen und Maßstäben.
  3. Der Trainer sollte in der Lage sein, das Training usw. so zu gestalten, dass es bei Dir maximale Wirkung entfaltet und nicht einfach nur dem Lehrbuch entspricht.

Das bedeutet nicht, dass er Dich schonen sollte.

Aber er sollte sich in Dich hineinversetzen können und Dich auf die Weise coachen, die für Dich die beste ist.

Mit einem solchen Partner lassen sich Deine Ziele einfach wesentlich besser erreichen.

Trainingspläne & Co

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Über den Autor

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Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.

4 Kommentare

      • Avatarbild fuer Kommentar
        Henri Danielski on

        Hallo Schorch,

        sehr guter Artikel, liest sich gut.
        Punkt 3 in “Worauf du achten solltest” ist meiner Meinung nach der entscheidende.
        Der wird aber häufig nicht umgesetzt, weil das sehr zeitintensiv ist. Es ist dafür notwendig sich nahe zu alle Trainingseinheiten anzuschauen, um darauf den neuen Trainingsplan aufzubauen. Das passiert aber häufig nicht.

        Grüße

        • Avatarbild fuer Kommentar

          Hey Henri,
          besten Dank für deinen Kommentar. Ja da hast du sicher recht. Eigentlich sollte man sich gerade zu Beginn der Zusammenarbeit viel Zeit für den Athleten nehmen und den aktuellen Leistungsstand betrachten. Dazu gehört nicht nur eine Leistungsdiagnostik, sondern natürlich auch das bisherige Training. Ein guter Trainer sollte sich aber auf jeden Fall die Zeit nehmen.
          Beste Grüße
          Schorsch

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