Training bei Erkältung – vielleicht solltest du es lieber lassen!

Jeden von uns trifft es mal. Besonders, wenn die Temperaturen stark schwanken oder sowieso überall um uns herum geniest, geschnupft und gehustet wird, haut uns schnell mal eine Erkältung um. Macht Training bei Erkältung dann noch Sinn?

Nicht jeden erwischt es gleich eiskalt mit einer Grippe, aber im bundesdeutschen Durchschnitt sind bis zu vier Erkältungskrankheiten pro Jahr – also Halsschmerzen, Schnupfen oder Husten und Heiserkeit –  ganz normal.

Sportler sind davon nicht ausgenommen.

Obwohl Sport natürlich das Immunsystem stärkt und somit im Allgemeinen die Gefahr, krank zu werden, verringert.

Trotzdem kann der Körper durch das trainingsbedingte Schwitzen bei kalten Temperaturen schnell mal auskühlen.

Und dann sind Husten, Schnupfen & Co. auch nicht mehr weit.

Aber was bedeutet so eine Erkältung konkret? Heißt das, dass du nun ganz auf dein Training verzichten musst?

Soll Bewegung an der frischen Luft nicht eigentlich gut sein?

Und Schwitzen tut man doch eh, wenn man krank ist.

Kannst du nicht einfach ein paar Tabletten schlucken und die Krankheit ignorieren?

Schließlich kann sich kaum ein ambitionierter Sportler gleich ein paar trainingsfreie Tage hintereinander leisten – erst recht nicht, wenn ein Wettkampf vor der Tür steht…

Die Antwort auf diese Fragen lautet:

Es kommt ganz darauf an!

Worauf, das werde ich dir im Folgenden erklären.

Training bei Erkältung! Warum kann es problematisch sein?

Doch zunächst gilt es zu klären:

Was ist eigentlich genau eine Erkältung? Und was passiert dabei im Körper?

Der Begriff Erkältung wird im Volksmund zusammenfassend für Symptome wie Niesen, Schnupfen, Husten und Halsschmerzen benutzt.

Diese Beschwerden werden in der Regel von Viren ausgelöst.

Unterschied Grippe ErkältungUnser Immunsystem versucht diese natürlich mit allen Mitteln zu bekämpfen.

In dieser Zeit – meist zwischen 7 und 10 Tagen – fühlen wir uns häufig schlapp und müde.

Und hier kommt die Problematik:

Die Bekämpfung der Viren ist eine sehr fordernde Aufgabe für unser Immunsystem.

Ein Fulltime-Job quasi.

Da kommt eine zusätzliche Beschäftigung nicht gerade gelegen.

Aber genau das stellt Sport in diesem Moment dar.

Denn auch Sport fordert unseren Körper heraus.

Die Lungen arbeiten auf Hochtouren und das Herz schlägt schneller, um das Blut mit dem Sauerstoff zu den Muskeln zu pumpen.

Im Erkältungszustand bedeutet Sport daher zusätzlichen Stress für den Körper.

Diese Doppelbelastung ist nicht gerade förderlich, um schnell gesund zu werden.

Training bei Erkältung schwächt den Körper also weiter!

Das leuchtet dir sicher ein!

Es gibt jedoch noch weitere Risikofaktoren im Zusammenhang mit einer Erkältung!

Die Sache mit dem Herzen

Und zwar können sich – weil der Körper ja im Erkältungszustand anfälliger als gewöhnlich ist – Bakterien einschleichen und verbreiten.

Durch die verstärkte Durchblutung während des Trainings passiert das sogar noch schneller.

Die Bakterien greifen dann die Organe an.

Herzmuskelentzündung bei SportlernAuch die Viren können auf Leber, Nieren und Co. übergreifen.

Besonders gefährlich ist das für das Herz.

Wird nämlich dieser Muskel infiziert, kann das lebenslange Folgeschäden wie etwa Herzrhythmusstörungen nach sich ziehen.

In seltenen Fällen kann so eine Herzmuskelentzündung (medizinisch Myokarditis) auch tödlich enden!

Aber ich hab doch nur nen Schnupfen!

Reine Panikmache, denkst du?

Nein, leider nicht! Mit so einer Herzmuskelentzündung ist nicht zu spaßen.

Auch wenn sie nicht bei allen Betroffenen problematisch verläuft und oft noch nicht einmal erkannt wird.

Trotzdem möchte ich nicht den Teufel an die Wand malen.

Natürlich gibt es schwere und leichtere Formen einer Erkältung.

Dementsprechend gibt es auch gewisse Symptome, an denen du erkennen kannst, ob es ratsam ist, Sport zu treiben oder nicht.

Diese will ich dir im Folgenden erläutern.

Normaler Schnupfen: grünes Licht

Läuft nur die Nase und du fühlst dich ansonsten fit, kannst du Sport treiben.

Allerdings nicht mit voller Power.

Intervalltraining ist jedenfalls absolut tabu.

Du solltest dich nicht zu lange belasten und immer darauf achten, nicht auszukühlen.

Also nach dem Training warm einpacken!

Halsschmerzen: naja, besser nicht!

Auch wenn sie harmlos erscheinen:

Halsschmerzen können nicht nur auf eine Erkältung, sondern auch auf eine Mandelentzündung zurückzuführen sein.

Da diese meist von Bakterien ausgelöst wird, droht der oben beschriebene Fall einer Herzmuskelentzündung.

Also lieber die Finger vom Sport lassen und ein paar Tage ausruhen.

Spaziergänge sind, wenn sie dich nicht zu sehr anstrengen, aber dennoch erlaubt.

Vor allem, bei Sonnenschein! (Vitamin D stärkt nämlich nebenbei gesagt auch das Immunsystem.)

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Fieber: absolutes Sportverbot

Bei Fieber sollte eine Sportpause eigentlich selbstverständlich sein.

Schon allein aufgrund der Tatsache, dass du dich häufig sowieso zu matschig fühlst, um überhaupt aus dem Bett zu kriechen.

Ein Aspekt in dem Zusammenhang, der diesen Zustand ändern kann, sind allerdings Medikamente.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten:

Medikamente lindern nur die Symptome, beseitigen aber nicht die Ursache der Krankheit.

Daher kann es zwar sein, dass du dich mit ein paar Tabletten gut fühlst, dein Körper aber immer noch gegen die Viren ankämpft.

Also gilt auch in diesem Fall: absolutes Sportverbot.

Muskel- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Erschöpfung: ab zum Arzt

Diese Symptome weisen (genauso wie Fieber) auf einen grippalen Infekt hin.

In diesem Fall gehörst du auf jeden Fall ins Bett und nicht auf die Tartan- oder Schwimmbahn.

Natürlich ist es sinnvoll und intelligent, auf die Zeichen des Körpers zu achten und entsprechend zu reagieren.

Wenn du dir allerdings unsicher bist, woran du genau leidest, geh lieber zum Arzt! Der kann gegebenenfalls herausfinden, ob sich Viren und Bakterien in deinem Körper befinden und wie weit diese bereits vorgedrungen sind!


Und wenns vorbei ist? Der Wiedereinstieg nach Erkältung

Wenn es nun so gefährlich sein kann, bei einer Erkältung Sport zu treiben, stellt sich die Frage, ab wann du wieder mit dem Training beginnen darfst.

Ist die Erkältung endlich ausgestanden, willst du ja nicht gleich wieder einen Rückfall bekommen.

Also warte mindestens 2-3 Tage nach der Erkältung, nach einer Grippe mit Medikamenteneinnahme besser sogar eine Woche, und steige dann moderat wieder ins Training ein.

Du solltest zunächst einmal antesten, wie es läuft und dann nach und nach tageweise wieder bis zur Ausgangsform steigern.

Achte nach der Erkältung besonders auf Risikofaktoren wie kalte Temperaturen und beuge dem nächsten Infekt vor, indem du dich vor dem Training ausreichend aufwärmst und angemessene Kleidung trägst.

Am besten mehrere Schichten übereinander, die du gegebenenfalls abwerfen kannst, wenn es dir zu warm wird.

Versuche außerdem, dein Immunsystem durch genügend Flüssigkeit (am besten Ingwertee) und Vitamine (auch Vitamin D aus den Sonnenstrahlen) zu boosten.

Fazit: Training bei Erkältung ist Mord!

So eine Erkältung kann eine ganz schöne Herausforderung sein:

Einerseits für den Körper, wenn du ihn nicht genügend schonst.

Andererseits für die Psyche, wenn du es fast nicht aushältst, ein paar Trainingseinheiten auszulassen.

Da Sportler besonders gefährdet sind, an einer schweren Herzmuskelentzündung zu erkranken, ist letzteres jedoch wohl das geringere Übel.

Daher gönn dir die nötige Ruhe und Entspannung, wenn du mehr als nur einen nervigen Schnupfen hast.

Ohnehin tut es dem Körper manchmal gut, ein paar Tage Pause zu haben.

Du verlierst nichts, wenn du ihm gibst, was er verlangt.

Im besten Fall ist er hinterher sogar stärker und belastungsfähiger als vorher!

Und noch etwas: wenn du erkältet bist, denke an deinen Körper.

Aber nimm auch Rücksicht auf deine Mitmenschen! Sie sind sicher dankbar, wenn du nicht mit Schnupfen auf die Schwimmbahn rennst und alle ansteckst!

Oh und mal ganz ehrlich:

Wie hast du das denn bis jetzt mit dem Sport bei Erkältung gehalten?

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Über den Autor

Das Autorenbild

Früher hab ich immer gedacht „Sport ist Mord“, wenn in der Schule Ausdauerlauf oder – noch viel schlimmer – das „Sportfest“ angesagt war. Obwohl ich von mir nicht behaupten kann, per se unsportlich zu sein, habe ich dieses Potential selten genutzt. Inzwischen quäle ich mich freiwillig - und mit Spaß - jedes Mal aufs Neue zum Training.

2 Kommentare

  1. Avatarbild fuer Kommentar

    Vielen Dank für diesen klasse Artikel – ich werde immer wieder mal von „kränkelnden“ Personen gefragt, ob sie Sport treiben können und kann ihnen zukünftig einfach diesen Beitrag ans Herz legen :-)
    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Avatarbild fuer Kommentar

      Vielen Dank für dein Feedback Ariana. :)
      Wir haben die Frage in letzter Zeit auch hin und wieder gehört. Und da es sich um ein echt wichtiges Thema handelt wollten wir das unbedingt selbst thematisieren!
      Schöne Grüße

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