Umgang mit Niederlagen im Sport – So lernst Du, sie zu überwinden

Der Umgang mit Niederlagen im Sport fällt besonders Amateursportlern nicht immer leicht. Das liegt zum einen sicher daran, dass Fehler in unserer Gesellschaft nicht erwünscht sind und meist vermieden oder wenigstens heruntergespielt werden. Zum anderen müssen wir nur kurz in die Medien schauen und sehen perfekte Menschen und besonders perfekte Superstars.

Allerdings lernen besonders Spitzensportler relativ früh, dass Niederlagen ein Teil ihrer Arbeit sind.

Sie lernen auch, wie sie Niederlagen im Sport am besten gewinnbringend für sich nutzen können.

Wir als außenstehende Betrachter nehmen aber meist nur die Erfolge wahr und übersehen all zu schnell die Rückschläge.

Michael Jordan – einer der erfolgreichsten Basketballer aller Zeiten – hat in seiner Karriere zum Beispiel fast 300 Spiele verloren und bei mehr als 9.000 Würfe auf dem Korb nicht getroffen.

Selbstverständlich gehen aber die wenigsten Profis mit ihrer Negativbilanz hausieren.

Umgang mit Niederlagen

Aber im Gegensatz zu uns lernen sie eine souveränen Umgang mit Rückschlägen, was absolut notwendig ist.

Denn Fehler und Niederlagen sind weltweit der Antrieb des Fortschrittes und begleiten auch uns von klein auf.

Das einfachste Beispiel sind kleine Kinder, die langsam aber sicher das Laufen lernen.

Wenn Du eigene Kinder hast oder bei Familie und Freunden beobachten konntest, wie Kinder erfolgreich auf die Beine kommen, weißt Du vielleicht, wovon ich rede.

Die wenigsten Kinder stehen nämlich auf und laufen fehlerfrei los!

Ganz im Gegenteil: Sie fallen wieder und wieder hin, tun sich dabei nicht selten weh und landen am Ende wieder dort, wo sie begonnen haben.

Aber die überwältigende Mehrheit lässt sich davon nicht abhalten und behält ganz instinktiv das Ziel im Blick.

Das zeigt eigentlich, dass wir dafür geboren sind, Niederlagen im Sport sowie im restlichen Leben zu überwinden.

Misserfolge werden schlimmer

Das bleibt aber bei vielen von uns nicht lange so.

Wenn wir älter werden und mehr versuchen, als nur zu laufen, lernen wir schnell, welches Verhalten erwünscht ist und welches nicht.

Je nachdem, in welchem Umfeld wir groß werden, erlernen wir ein positives oder negatives Verhältnis zu Fehlern.

Meist beginnt das schon mit der Reaktion unseres Umfeldes auf Dinge, die wir tun oder unterlassen.

Werden wir mit einer negativen Reaktion seitens der Eltern konfrontiert, lernen wir, dass wir Fehlverhalten unbedingt vermeiden oder wenigstens vertuschen müssen.

Damit empfinden wir Fehler als etwas Schlechtes, durch das wir nichts Neues lernen können.

Dieses Verhalten bestärkt uns dann meist ein Leben lang darin, uns möglichst in den bekannten Grenzen von gesellschaftlich (oder auch nur in der eigenen Familie) anerkanntem Verhalten zu bewegen.

Jegliche »Experimente« werden vermieden, da sonst das Risiko für ein negatives Feedback viel zu groß wäre.

Misserfolg bringt Dich aber voran!

Allerdings bringen uns diese »Experimente« in Situationen, die wir vorher noch nicht kannten.

Und damit meine ich nicht die negativen Reaktionen, die Du vielleicht gewohnt bist.

Es geht hier zum Beispiel um eine neue Erfahrung des Erfolges, das Erleben von Stärke oder aber auch das unerwartete Empfinden von Freude.

So kann das für angehende Triathleten zum Beispiel die erste Schwimmeinheit in einem offenen Gewässer sein.

Oder aber für einen Fußballspieler das erste Match vor großem Publikum.

Nach anfänglicher Aufregung fühlt man sich nach und nach wohler.

Hat man dann das Ziel erreicht, überwiegen meist die Freude und der Stolz, eine Herausforderung gemeistert zu haben.

Allerdings können solche »Experimente« auch schief gehen.

Zum Beispiel bekommst Du plötzlich mitten im See beim Schwimmen Panik oder Zuschauer verhalten sich Dir gegenüber wenig freundlich als erwartet.

Die Komfortzone zu verlassen ist immer mit Risiko verbunden

Dann hast Du also Deine Komfortzone verlassen und Dein Ziel nicht erreichen können.

Ein Punkt, der viele von uns – und vielleicht auch Dich – lange beschäftigt und negativ beeinflusst.

In einem Scheitern liegt aber auch eine Chance für Dich, denn Du kannst die erlebte Situation bzw. den gemachten Fehler analysieren.

Niederlagen im Sport spiegeln Dir, wo Du gerade stehst.

Sie zeigen Dir auf, wo Deine Schwächen liegen und bieten Dir die Möglichkeit, sie in Zukunft zu vermeiden.

Bleiben wir zum Beispiel beim Freiwasserschwimmen, das beim ersten Mal nicht funktioniert hat.

Bist zu vielleicht zu schnell los geschwommen und hast dadurch zu wenig Luft bekommen?

Oder macht Dir das Schwimmen an sich zu schaffen und Du musst erst noch weiter trainieren?

Egal, was es ist. Du kannst es verbessern und dadurch noch stärker beziehungsweise noch besser werden.

Dafür sind aber ein paar grundsätzliche Schritte notwendig, die insgesamt dazu beitragen, dass Du mental stärker wirst.

Der Umgang mit Niederlagen im Sport

Um mit Rückschlägen und Niederlagen umgehen zu können, brauchst Du eine Strategie.

Diese Strategie besteht aus verschiedenen Schritten, die Du nach und nach durchlaufen solltest.

Hast Du aktuell noch Probleme, Niederlagen im Sport hinter Dir zu lassen, solltest Du diese Schritte in nächster Zeit immer sehr bewusst vollziehen.

Der erste Schritt ist Akzeptanz

Mit dem ersten Schritt treffen manche Menschen schon an ihre Grenzen.

Denn allzuoft gibt es genug externe Faktoren, die das Scheitern verursacht haben.

Beim Schwimmen war das Wasser zu kalt (und natürlich zu nass), die Strecke zu lang und der Tag sowieso der falsche, um eine solche Einheit zu absolvieren.

Blickt man als Außenstehender aber objektiv auf die Situation, wird der wahre Grund meist relativ schnell klar.

Es war nicht das Wasser oder der Tag, sondern eine falsche Vorbereitung und eine suboptimale Herangehensweise.

Das zu akzeptieren und anzunehmen ist der wichtigste Schritt beim Umgang mit Niederlagen.

Wenn Du die Ursachen für Dein Scheitern bei anderen Dingen oder Menschen suchst, wirst Du nur schlecht etwas ändern können.

Also akzeptiere, dass Du Dein Ziel nicht erreicht hast und zieh die Möglichkeit in Betracht, dass Du etwas nicht optimal umgesetzt hast.

Im zweiten Schritt kommt die Analyse

Du solltest möglichst schnell nach der Niederlage mit diesem Schritt beginnen, da Du eine möglichst gute Erinnerung an das Geschehen brauchst.

Versuche auch diesen Schritt schriftlich vorzunehmen und stelle Dir folgende Fragen:

  • Was lief gut?
  • Was ging schief?
  • Was waren die Faktoren für den Misserfolg?
  • Was kannst Du daraus lernen?
  • Was kannst Du beim nächsten Mal alles besser machen?

Hierbei solltest Du möglichst objektiv und positiv bleiben und nicht in Selbstzweifel und Selbstkritik versinken.

Absolviere diese Aufgabe ganz nüchtern.

Wenn es Dir leichter fällt, kannst Du Dich und die betreffende Situation auch aus der Sicht eines Außenstehenden betrachten.

„Unterstütze

Schritt Nummer drei: Abhaken

Der Umgang mit Niederlagen im Sport besteht auch daraus, die erlebte Niederlage abzuhaken.

Diese liegt mittlerweile nämlich in der Vergangenheit und lässt sich so oder so nicht mehr ändern.

Nach der Analyse hast Du alle wichtigen Informationen aus dem Rückschlag gezogen und brauchst ihn nicht mehr.

Das hört sich komisch an, aber Du hast damit alles Positive aus diesem Ereignis für Dich nutzbar gemacht.

Hältst Du Dich weiter damit auf, nimmt die Niederlage zu viel Raum in der Gegenwart ein, kostet Dich Kraft und blockiert Dich womöglich auch weiterhin.

Richte Deinen Blick auf die Zukunft und verbessere Dich.

Viertens: Arbeite an Deinen Schwächen

Hast Du die sportliche Niederlage abgehakt, kannst Du Dich mit Deiner Analyse an die Arbeit machen.

Du weißt nun, warum Du Dein Ziel nicht erreicht hast und kannst Dich mit den einzelnen Punkten auseinandersetzen.

Unter diesen Punkten wird es möglicherweise Dinge geben, auf die Du keinen Einfluss hast.

Es wird aber sicher einige Faktoren geben, die Du direkt – oder indirekt – beeinflussen kannst.

Also nimm Dir die Punkte vor, an denen Du arbeiten willst und fokussiere Dich im Training darauf.

Wenn Du zum Beispiel noch nicht gut genug schwimmen kannst, solltest Du zum Beispiel einen Kraulkurs besuchen oder Deine Schwimmtechnik in Eigenregie Stück für Stück verbessern.

Oder warst Du mental nicht stark genug und dadurch in freiem Gewässer einfach unsicher?

Dann solltest Du Dich mehr darauf konzentrieren, Deine mentale Stärke auszubauen und zu verbessern.

Wichtige Fähigkeiten im Umgang mit Niederlagen im Sport sind aber in jedem Fall Selbstkritik und der Wille zur Verbesserung.

Möglicherweise sind das schon zwei Punkte, an denen Du erst einmal arbeiten kannst – und das ist auch völlig okay so.

Nicht jedem von uns wurde in der Kindheit ein offener und positiver Umgang mit Fehlern beigebracht.

Sich diesen aber im Nachhinein dennoch anzueignen, ist schon ein großer Schritt.

Umgang mit Niederlagen im Sport – Fazit

Nun sollen die oben genannten Schritte jedoch nicht über einen wichtigen Aspekt hinwegtäuschen.

Nach einer Niederlage im Sport sind wir alle erst einmal enttäuscht.

Wir ärgern uns, sind traurig und vielleicht sogar entmutigt oder verzweifelt.

Das ist völlig normal und fällt je nach Situation unterschiedlich stark aus.

Als Sportler mit mehr oder weniger großen Zielen gilt es aber, nicht in diesem Zustand zu verharren.

Beispiel Superstar

Kobe Bryant erlitt mit 34 bei einem Spiel in der NBA einen Riss der Achillessehne, was für die meisten Basketballer – oder Sportler allgemein – das Karriereende bedeutet hätte.

Dieser Umstand wurde ihm in der anschließenden Pressekonferenz klar, als ihn die Reporter darauf ansprachen. Man konnte ihm förmlich ansehen, wie schwer es ihm fiel, positiv in die Zukunft zu blicken.

Noch in der Nacht ließ Bryant in einem Facebook-Post seinem Ärger und seiner Enttäuschung freien Lauf.

Aber am nächsten Morgen hatte er die Realität akzeptiert und sich das Ziel gesetzt, die Verletzung zu überwinden und wieder zurück aufs Feld zu kommen.

Der Umgang mit Niederlagen hat ein Drehbuch

Du siehst also, auch den ganz Großen geht es da nicht anders als uns.

Sie sind ebenso enttäuscht, wütend und vielleicht im ersten Moment auch entmutigt.

Aber sie haben gelernt, dass Niederlagen im Sport dazu gehören und sie wissen auch, dass man stärker aus ihnen hervortreten kann.

Sie akzeptieren die Niederlage, sie analysieren die Umstände, die dazu geführt haben und dann haken sie den Misserfolg einfach ab.

Im Anschluss machen sie sich sehr schnell daran, Strategien zu entwickeln, um die gemachten Fehler in Zukunft zu vermeiden oder sich von deren Auswirkungen zu erholen.

Selbstverständlich ist das bei einer Verletzung nicht so einfach.

Aber möglicherweise hätte sich diese durch ein gezieltes Krafttraining auch vermeiden lassen.

Oder vielleicht wurde sie auch durch eine verantwortungslose Überlastung ausgelöst bzw. begünstigt.

Und diese Faktoren kann jeder Sportler für sich steuern.

Du kannst übrigens auch Visualisierung nutzen, um Niederlagen von vorn herein zu vermeiden.

Bücher zum Thema »Mentale Stärke« findest Du übrigens in diesem Artikel.

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Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit Krafttraining gings übers Joggen und Radfahren zum Triathlon, den er mittlerweile nicht nur als Athlet betreibt. Mit einem abgeschlossenen Masterstudium schreibt er nun seit Jahren auf Tri it Fit professionell über alle Themen des Triathlonsports. Darüber hinaus ist er auch als Trainer und Buchautor tätig.

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