Was ist eigentlich diese Paleo-Ernährung?

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Die Paleo-Ernährung, vor kurzer Zeit noch eine belächelte Randerscheinung im Bereich alternativer Ernährungskonzepte, drängt mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Das liegt nicht zuletzt an den immer paradoxer werdenden Vorgehensweisen der Nahrungsmittelindustrie. Nach falschem Schinken und Gammelfleischskandal suchen immer mehr Menschen nach Essen, das ihnen und der Umwelt nicht schadet. Und genau hier kommt die Paleo-Ernährung ins Spiel.

Sie wurde nach einer einzigen Frage entwickelt: Wofür ist unser Körper geschaffen? Hierbei geht es nicht um kurzfristige Zeitspannen wie die letzten 500 Jahre. Obwohl sich, besonders in den letzten 200 davon schon richtig was an unserer Umwelt getan hat. Nein bei Paleo geht es um die Evolution des Menschen. Und die begann vor Millionen von Jahren. In dieser unvorstellbar langen Zeitspanne hat sich unser Organismus an die Umwelt und die Nahrungsmittel, die er zur Verfügung hatte, angepasst. Außerdem hat sich in dieser Zeit unser Körperbau auch darauf ausgerichtet weite Strecken bei der Nahrungssuche zurücklegen zu können. Auch wenn viele das nicht glauben wollen, sind wir körperlich in der Lage jeden Tag 40 km zu Fuß zurückzulegen.

Aber was hat das mit unserer Nahrung zu tun? Einiges. Denn Käse zum Beispiel kennt der Mensch höchstens seit 3500 Jahren. Das sind bei einem Durchschnittsalter von 50 Jahren gerade einmal 70 Generationen. In dieser Zeit kann sich der Körper nicht vollständig an ein Nahrungsmittel gewöhnen. Das ist auch der Grund für das Phänomen der Lactoseintoleranz. Wenn man jedoch weiß, dass der Mensch das einzige Säugetier der Welt ist, das nach dem Säuglingsalter noch Milch zu sich nimmt, wundert einen das nicht mehr so sehr.

Die Paleo-Ernährung will also ganz einfach zurück zum Ursprung. Das bedeutet aber nicht, dass einer von uns zurück in die Höhle möchte! Es geht einfach darum, Lebensmittel zu vermeiden, mit denen der Körper durch die Evolution (noch) nicht zurechtkommt. Sie geht meist auch Hand in Hand mit sportlicher Aktivität, weil auch dieses für den Körper ganz normal und in einem gewissen Maße auch nötig ist.

Aber was kann man nun als „Steinzeitmensch“ noch essen? Welche Lebensmittel sind  bei der Paleo-Ernährung erlaubt?

Fleisch ist eines davon. Und damit sind auch Innereien gemeint. Was leider raus fällt, ist Wurst mit Konservierungsstoffen, Pökelsalz usw., womit so gut wie jede Wurst tabu ist.

Fisch, gerne fettig wegen der Omega3-Fettsäuren, Meeresfrüchte und auch Eier in jeder Form sind erlaubt.

Auch Obst und Gemüse sind erlaubt, wobei man vielleicht darauf achten sollte, dass man mehr Gemüse als Obst zu sich nimmt.

Nüsse sind eine weitere Gruppe Nahrungsmittel, die in maßvollen Mengen ok sind. Wegen zu vieler Omega-6-Fettsäuren sollten sie allerdings nicht zu Hauptnahrungsmitteln werden. Erdnüsse sind übrigens Hülsenfrüchte und daher in der Paleo-Ernährung nicht erlaubt.

Und als Letztes sind das noch die Fette. Denn im Gegensatz zur „landläufigen“ Meinung sind diese keineswegs grundsätzlich schlecht. Besonders Kokosöl und (Butter)Schmalz sind erlaubt. Allerdings nur von Weidevieh. Sobald diese mit Getreide usw. gefüttert werden, fällt deren Milch auch raus.

Darüber hinaus gibt es bei der Paleo-Ernährung Grauzonen. Wie schon erwähnt sind das Milchprodukte. Zum einen, weil die Tiere oft mit Getreide oder Hülsenfrüchten gefüttert werden. Zum anderen, weil der Mensch eigentlich Laktoseintolerant ist. Für Kraftsportler/Bodybuilder ist es allerdings ohne Magerquark und Hüttenkäse wirklich schwer das Proteinpensum zu schaffen. Industriell produzierte Supplements sind hingegen völlig gegen das Paleo-Konzept. Wenn man die Milchprodukte also verträgt, gehen die schon klar.

Des Weiteren zählt auch die Kartoffel zu den Grauzonen. Da diese als Nachtschattengewächs nur ihre Schale als Schutz aufbieten kann, hat sie diese mit einem Gift versehen. Bedeutet also, dass sie nur ohne Schale (und gekocht etc.) gegessen werden darf. Die Süßkartoffel kann hingegen, als Windengewächs, roh und mit Schale verzehrt werden. Ich würde aber wenigstens zum Schälen raten.

Auf der Haben-Seite gibt es als Letztes noch Kaffee, Tee, Kakaoschokolade mit mehr als 75% Kakaoanteil und ohne Zucker. Auch selbst gemachtes Eis geht klar.

Was eben nicht erlaubt ist in der Paleo-Ernährung, und jetzt kommt es, sind jegliche Getreidesorten. Sie enthalten Gluten und Lektine, die den Darm für Schadstoffe durchlässiger und somit das Immunsystem permanent angreifbar machen.

Hülsenfrüchte verhalten sich dem Körper gegenüber ähnlich und sind deshalb auch nicht erlaubt. Zudem gibt es auch keinen Zucker, auch nicht in Fruchtsäften. Keine Pflanzenöle (besonders keine Margarine) mit den Ausnahmen Oliven- und Macadamiaöl. Kein Junkfood und auf keinen Fall Bier (Getreide). Außerdem sollte grundsätzlich auf Alkohol verzichtet werden.

Zugegeben, im ersten Moment hört sich die Paleo-Ernährung nach vielen „Verboten“ an. Der Verzicht auf eben erwähnte Lebensmittel hat jedoch für die allermeisten Paleaner positive Auswirkungen. Neben einer verbesserten Verdauung fühlen sich viele den Tag über auch wesentlich fitter. Als Beispiel kann hier angeführt werden, das das bekannte Mittagstief vermehr ausbleibt. Zudem wird durch die Paleo-Ernährung auch Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt. Auch zu Leistungssteigerungen beim Sport kann es aufgrund dieser Ernährung kommen.

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Über den Autor

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.