Wenn Du Dich vergleichst, kannst Du nur verlieren!

Höher, schneller Weiter!

Wie an so vielen Bereichen im Leben geht es auch im Sport oft um die Selbst-Optimierung und den Wettbewerb mit anderen.

Dabei spielt das Vergleichen eine große Rolle.

In gewisser Weise ist das ja auch hilfreich. Zumindest laut altbekannten Sprüchen wie “Wettbewerb belebt das Geschäft”.

Doch wir sind alle keine Maschinen, auch wenn das Leben sich manchmal wie ein Kampf anfühlt, in dem nur der Stärkste gewinnen kann.

Vergleichen ist menschlich

Evolutionsbiologisch betrachtet ist das Vergleichen ein zutiefst menschliches und ursprünglich sogar hilfreiches Verhalten.

Denn wer sich vergleicht, Vorteile im Verhalten anderer erkennt und übernimmt, der hat in der Regel bessere Überlebenschancen.

Vergleichen → Erkennen → Verhalten ändern → Erfolg

Auf unsere heutige Situation übertragen hieße das idealerweise:

  1. Du bewunderst den Sportler/die Sportlerin auf dem Zeitschriftencover für seine/ihre Leistungen oder seinen/ihren Traumkörper.
  2. In Dir wächst der Wunsch, genau so zu sein und/oder so gut auszusehen.
  3. Du wirst – zumindest kurzfristig – motiviert, etwas für Deine Fitness und Gesundheit zu tun, indem Du zum Beispiel öfter ins Fitnessstudio gehst.
  4. Durch regelmäßiges Training erlebst Du Erfolgserlebnisse, die Dich wiederum dazu anstacheln, weiter zu arbeiten.
  5. Bestärkt wird dieses Verhalten zusätzlich durch die Bewunderung anderer.

Dies ist ein relativ einfaches Prinzip:

Durch den Vergleich wächst idealerweise nicht nur der Wunsch nach Weiterentwicklung, sondern auch die Motivation, aktiv zu werden.

Das Fatale am Aufwärtsvergleich

Solange es nicht zu viele Vergleichsobjekte in Deinem Umfeld gibt, zu denen Du aufschaust, ist alles fein.

Du beziehst Deine Motivation daraus, Dich an einem positiven Vorbild zu orientieren und bist ansonsten ein zufriedener Mensch.

Wenn allerdings plötzlich alle um Dich herum so aussehen, wie der Profi auf dem Zeitschriftencover, alle ein Sixpack und dicke Oberarme bekommen, wirkt dieser Vergleich auf Dich irgendwann alles andere als positiv.

Noch schlimmer ist es, wenn Du anstrebst, immer der/die Beste zu sein (das kann eben leider immer nur eine einzige Person…)

Du fühlst Dich schnell eingeschüchtert, minderwertig und gibst schließlich irgendwann die Hoffnung auf, dass aus Dir einmal etwas werden könnte.

Du schlüpfst in die Opferrolle!

Statt selbst zu trainieren, sitzt Du auf dem Sofa, stopfst Chips und Cola in Dich hinein und bist einfach nur frustriert, dass Du offenbar der/die Einzige bist, der/die es nicht schafft.

So entwickelt sich eine Negativspirale, aus der Du so einfach nicht mehr herauskommst:

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“  –  Søren Kierkegaard

 

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Warum es Dir nur schadet, Dich zu vergleichen

Zugegeben, die Beispiele sind schon etwas extrem. Aber manchmal bedarf es drastischer Bilder, um etwas zu verdeutlichen.

Im Folgenden werde ich an drei Punkten zeigen, dass Vergleiche Dir so gut wie immer schaden.

  1. Vergleiche ziehen Dich runter
  2. Vergleiche sind unfair
  3. Vergleiche lassen Dich falsche Entscheidungen treffen

1. Vergleiche ziehen dich runter

Wie oben erklärt kommt es beim Vergleichen darauf an, wie viele Menschen in unserem unmittelbaren Lebensumfeld (scheinbar) besser und erfolgreicher sind als wir selbst.

Nun mag es sein, dass Du in Deinem Umfeld der/die Einzige bist, der sich sportlich betätigt.

(Auch wenn diese Situation schätzungsweise relativ selten auftritt.)

Folglich hast Du quasi nur Abwärtsvergleiche, die Dich gut dastehen lassen.

Durch die technischen Mittel in unserer modernen Welt, die uns potentiell mit allen Menschen dieser Erde verbinden, ist die Auswahl an Vergleichsobjekten allerdings ungleich höher.

Du kannst mit wildfremden Leuten aus Australien um die Wette zwiften, bei Strava Kudos sammeln oder Instagram-Profile von Mädels und Jungs aus aller Welt bewundern.

Wenn Du Dich vergleichst, kannst Du nur verlieren!

Dadurch, dass die meisten Profile in den sozialen Medien geschönt sind, fällt der Vergleich oft noch ungleicher aus als er in Wirklichkeit ist.

Was schon früher theoretisch klar war, wird heutzutage noch drastischer deutlich:

Es wird immer jemanden geben, der/die besser ist als Du!

Du kannst in so einem Vergleich niemals bestehen, es sei denn, Du bist der Weltmeister höchstpersönlich.

Und selbst, wenn Du der/die Beste bist, muss das noch lange nicht bedeuten, dass der Vergleich Dir nützt – wie folgendes Zitat von Daniela Ryf verdeutlicht:

“Ich vergleiche meinen Körper manchmal mit dem von Konkurrentinnen und bin eingeschüchtert,
wenn sie fitter aussehen als ich.”

Auf dieser Grundlage hast Du eigentlich keine Chance, durch den Vergleich positive Anregungen zu bekommen.

2. Vergleiche sind unfair

Armdruecken

Die persönliche Wahrnehmung spielt beim Vergleichen eine sehr wichtige Rolle.

Manche Menschen haben nun einmal “ein großes Ego” und lassen sich nicht von anderer Leute Erfolgen beeindrucken. Im Gegenteil, sie prahlen vielleicht noch und schüchtern potentielle Konkurrenten dadurch ein.

Andere dagegen sind von vornherein unsicher in ihrem Selbstwert und machen sich kleiner als sie eigentlich sind.

Aber auch unabhängig davon fallen viele Vergleiche ungerecht aus.

In vielen Fällen blenden wir nämlich wichtige Aspekte aus, wenn wir zwei Leistungen einander gegenüberstellen.

Vier Aspekte möchte ich Dir kurz vorstellen:

 

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Aspekte, die die Wirklichkeit verzerren

1. Ungleiche Voraussetzungen

Manche Menschen tendieren dazu, sich mit allem und jedem, also quasi Äpfel mit Birnen, zu vergleichen.

Gerade bei Kindern beobachtet man das häufig.

Sie betrachten die Dinge oft nicht im Zusammenhang wie Erwachsene es tun.

Typisches Beispiel: Die kleine Schwester ist enttäuscht, dass der große Bruder immer schneller läuft als sie (und folglich beim Fangenspielen immer gewinnt.)

Um solche Ungleichheiten auszugleichen, gibt es im Sport zum Glück Altersklassen, Gewichtsklassen und nach Geschlechtern getrennte Siegerehrungen.

Trotzdem kann es vorkommen, dass man sich mit anderen vergleicht.


Achte mal darauf!

Wie oft hast Du Dich schon gewundert oder gefragt: “Warum sind meine Trainingspartner alle schneller als ich? Warum bin ich der/die Schlechteste im Verein?” …


Ungleiche Voraussetzungen verzerren das Bild und können dafür sorgen, dass Du Dich – ungerechtfertigterweise – schlechter fühlst.

2. Ungleiches Potential

Mit dem Potential sind unsere Gene gemeint.

Jeder und jede von uns hat natürlich ein anderes Erbgut, das zum Teil mitbestimmt, wie leicht es uns zum Beispiel fällt, unser Gewicht zu halten.

Von der Veranlagung hängt zum Teil auch ab, ob wir eher der Typ für Kraft- oder Ausdauersport sind. Sprich: ob wir schneller Muskeln oder Kondition aufbauen.

Manch einem sind nun einmal kräftige Radfahrerbeine in die Wiege gelegt. Einem anderen fällt es dagegen deutlich schwerer, am Berg mitzuhalten.

 

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3. Ungleiche Förderung

Wir haben alle unterschiedliche Chancen. Manchmal hatten wir mehr, manchmal weniger Glück bei der Förderung unseres Potentials.

Wenn Dir beispielsweise eigentlich eine super Körperbeherrschung in den Genen liegt, Dich aber niemand zum Kinderturnen geschickt hat, wirst Du Dein Potential vermutlich in einem späteren Alter nicht mehr voll entfalten können.

Und jemand, der seit dem 7. Lebensjahr im Schwimmverein trainiert, kommt logischerweise ungleich schneller voran als Du als Anfänger. (Wenn dem nicht so wäre, wäre er ziemlich schlecht!)

4. Ungleiche Bedingungen

Vielleicht kennst Du die ewige Diskussion um die Geschwindigkeit beim Radfahren!?


A: “Hey, ich bin neulich mal wieder nen 30er-Schnitt gefahren!”

B: “Ach, das ist ja gar nichts! Ich fahre meistens 35 km/h!”

C: “Boa, echt? Ich schaff noch nicht mal 28…”


Dieser Vergleich sagt natürlich herzlich wenig über die wirkliche Leistung der einzelnen Personen.

  • Vielleicht war Person A auf einer flachen Strecke ohne Hindernisse mit einem Trainingspartner unterwegs.
  • Person B hat zusätzlich zur Radgruppe, in der Windschatten fahren üblich ist, noch ein super leichtes Triathlonrad.
  • Person C fuhr dagegen ganz allein auf hügeliger oder windiger Strecke.

Wie Du siehst, kann man alle drei Situationen nicht wirklich vergleichen.

Um wirklich zu sehen, wer besser ist, müssten alle unter komplett gleichen Bedingungen, also quasi im Labor, starten.

Aber auch dann noch blieben viele Aspekte unberücksichtigt, z.B. wie gut ausgeruht die Konkurrenten beim Test jeweils sind, ob sie viel Stress oder nur wenig Zeit fürs Training hatten etc.

Das sind eigentlich schon zu viele Aspekte, die das Bild verfälschen.

Du kannst also davon ausgehen, dass kein Vergleich – wie auch immer er geartet sein mag – wirklich gerecht ist.

3. Vergleiche lassen Dich falsche Entscheidungen treffen

Gehen wir einmal davon aus, dass Du auf dem Weg zur ersten Sprint- oder Olympischen Distanz alles bisher Gesagte nicht weißt und Dich in deinem Training einfach an dem orientierst, was Du bei anderen Triathleten so siehst:

“Die anderen” gehen 3 Mal die Woche schwimmen, laufen Mords-Intervalle und schießen sich bei 3-stündigen Radeinheiten richtig ab.

Wenn Du nicht bedenkst, dass “die anderen” bereits in der 3. Saison stecken und sich auf die Mitteldistanz vorbereiten, fühlst Du Dich vielleicht total schlecht und faul.

Ganz abgesehen davon, dass Dich der Vergleich vom Wesentlichen, nämlich von Deinem eigenen Training ablenkt, stachelt er Dich zu ungesundem Wettbewerb an.

Wenn Du nämlich Dein Pensum dementsprechend steigerst, kann das unter Umständen gefährlich werden.

Gefährlich für deinen Selbstwert, weil Du scheinbar immer hinterherhinkst.

Aber auch gefährlich für deinen Körper, den Du mit diesem Training vielleicht überforderst.

Du denkst jetzt vielleicht: “Sowas kann mir nicht passieren.”

Aus eigener Erfahrung im Umgang mit mehreren hundert Triathlon-Anfängern sage ich Dir:

Es kommt leider häufig genug vor, dass Triathlon-Rookies glauben, sie müssten wie die Hawaii-Sieger trainieren…

Dass dabei Verletzungen und Rückschläge vorprogrammiert sind, muss ich sicher nicht erwähnen.

 

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Und die Moral von der Geschicht´? Vergleich Dich nicht!

Inzwischen dürfte klar geworden sein, dass es eigentlich nie eine gute Idee ist, sich zu vergleichen.

Doch das ist leider leichter gesagt als getan!

Die Frage lautet als:

Wie kannst Du das am besten umsetzen?

Oder was ist die Alternative zum Vergleichen?

Dazu habe ich einen 3-Punkte-Plan mit konkreten Handlungsanweisungen für Dich erstellt.

1. Erkenne Dich selbst!

Der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung ist die Einsicht:

Du bist einzigartig! Du hast Dein Potential und Deine Grenzen – und das ist okay!

Du kannst Dich natürlich über Dein Schicksal beklagen, das Dir nicht so schnelle Beine oder weniger starke Arme gegeben hat. Aber was nützt es Dir?

Stattdessen kannst Du versuchen, das Beste daraus zu machen! An Deinen Schwächen zu arbeiten und Deine Stärken auszubauen.

Ich würde Dir Letzteres empfehlen!

Um das zu tun, musst Du natürlich verstehen, was Deine jeweiligen starken oder schwachen Punkte sind!


Setz Dich doch einmal hin und überlege:

  • Welche Disziplin fällt Dir leicht, welche weniger?

2. Vergleich dich nicht mit anderen! Vergleich Dich mit dir selbst!

Da der Vergleich mit anderen Dich von Deinen Zielen entfernt, lass Dich nicht davon ablenken.

Stattdessen konzentriere Dich auf das, was Du bereits erreicht hast!


Überlege Dir konkret:

  • Wo standest du früher (vor 5-10 Jahren) sportlich? Wo stehst Du heute?
  • Was hast Du bereits erreicht, was Du nicht für möglich gehalten hättest? 
  • Worauf kannst Du stolz sein?

Hierbei kann Dir ein Trainingstagebuch gute Dienste leisten.

3. Überwinde Dein Limit!

Die Betonung liegt Hier auf dem Wort DEIN.

Vielleicht wirst Du nie in Deinem Leben einen Lauf gewinnen. Oder in Deiner Altersklasse den ersten Platz machen.

Aber Du kannst Dich sicher weiterentwickeln und Deine Persönliche Bestzeit knacken!

Personal Best

Setze Dir dafür konkrete Ziele (gerade am Jahresanfang ist das ja ein guter Zeitpunkt)

Zum Beispiel: Beim Wettkampf XY möchte ich 5 Minuten schneller sein als im Vorjahr.

Diese Ziele sollten natürlich realistisch und an Deinem Potential ausgerichtet sein.

Dann:

Trainiere! Setz Dich jeden Tag für Dein Ziel ein! Mach kleine Fortschritte und feiere Etappensiege!

Und sei verdammt nochmal stolz auf Dich!

Das kannst Du beispielsweise zelebrieren, indem Du Dir auf einem Bestzeitenboard Deine persönlichen Erfolge vor Augen führst!


Fragen zu diesem Abschnitt:

  • Wovon träumst Du? Was willst Du noch erreichen?
  • Was kannst Du konkret tun, bzw. wie kannst Du Dein Training gestalten, um besser zu werden?
  • Wo kannst du Dir evtl. Hilfe holen, um Dich zu verbessern?

Fazit

Vergleichen ist menschlich. Aber leider heutzutage in den seltensten Fällen zielführend.

Gerade wenn es darum geht, nicht nur besser als viele andere, sondern sogar der/die Beste, Schnellste oder Stärkste zu sein, kannst Du eigentlich nur verlieren.

Es gibt unzählige Beispiele, aus denen hervorgeht, dass Vergleiche mit anderen Dich keinen Schritt voranbringen.

Sie ziehen Dich lediglich herunter – erst recht, wenn Du zu Selbstzweifeln und Kritik an Dir neigst. (Auch Spitzensportler sind nicht davor gefeit.)

Außerdem bist Du auf dem Holzweg, wenn Du Dich am Training anderer orientiert, anstatt den Fokus voll und ganz auf Deinen eigenen Fortschritt zu legen.

Daher mach Dir bewusst, dass Dein größter Konkurrent einzig und allein Du selbst bist!

Sei die beste Version Deiner selbst! Dann brauchst Du Dich mit niemandem mehr zu vergleichen!

Trainingspläne & Co

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Über den Autor

Das Autorenbild

Früher hab ich immer gedacht „Sport ist Mord“, wenn in der Schule Ausdauerlauf oder – noch viel schlimmer – das „Sportfest“ angesagt war. Obwohl ich von mir nicht behaupten kann, per se unsportlich zu sein, habe ich dieses Potential selten genutzt. Inzwischen quäle ich mich freiwillig - und mit Spaß - jedes Mal aufs Neue zum Training.

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