Wettkampfbericht: Sportscheck Stadtlauf 2016 in Freiburg

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Durch Zufall sind wir vor Monaten auf einen Link von BMW gestoßen. Eigentlich interessieren mich Autos absolut nicht. Aber da ging es um den alljährlichen Stadtlauf von Sportscheck. Man konnte sich sich zur kostenlosen Teilnahme an verschiedenen Orten anmelden. Schorsch und ich haben sofort unsere Daten rausgerückt, Angaben über irgendwelche nie gewünschten Automodelle gemacht und ab ging die Post. Was tut man nicht alles, um Geld zu sparen!?

Damals war überhaupt nicht klar, ob ich überhaupt würde laufen können. Den Freiburg (Halb-)Marathon im April hatte ich kurzfristig abgesagt, weil meine Schienbeine ernsthaft Probleme machten. Und auch im weiteren Jahresverlauf meldeten sich die Shin Splints immer wieder – mal mehr, mal weniger schlimm. Selbst kleinere Wettkämpfe, ob fünfeinhalb oder 10 Kilometer, habe ich immer mit ein bis zwei Wochen Ruhepause bezahlen müssen. Einfach, um nichts zu riskieren, und weil der Schmerz immer wiederkehrte.

Auf den Stadtlauf war ich dementsprechend auch nicht sonderlich vorbereitet. Zumindest sieht Bestform echt t-shirtanders aus! Ich habe zwar einmal die Woche brav ein paar Kilomterchen abgespult, aber eben nur einmal die Woche ein paar Kilometer. Zwischendrin wurden immer wieder Pferdesalbe, Kühlakkus und Massagen angewandt – den Dreh hab ich inzwischen halbwegs raus. Während meine Beine sich wieder beruhigten, kam auch die Atmung – mein zweiter Hassfeind beim Laufen – langsam in die Gänge und der Wettkampf war eine Woche vor dem Stadtlauf fixer Termin. Spätestens, als Schorsch und ich am Tag vorher, eine Stunde lang auf die Ausgabe unserer Startunterlagen warten mussten, gab es kein Zurück mehr…

Klamotten, Futter und der ganze Stress

Das Wichtigste bei einem Wettkampf ist für mich die Verpflegung im Vorfeld. Mit vollem Magen fühl ich mich beim Laufen total unwohl und auf Verdauungsprobleme kann ich bei einem Wettkampf gut verzichten. Also musste früh genug gefrühstückt werden, um 11.45 Uhr startklar zu sein. Ich behaupte zwar, ich hätte mich gerade an diesem Morgen an meiner Haferflocken-Apfel-Quark-Schüssel überfressen, aber ein wenig Kaffee am Morgen vertrieb danngrinsebacke doch so manchen Kummer und Sorgen.

Der zweitwichtigste Punkt heißt Sportklamotten. Das betrifft allerdings nicht nur Wettkämpfe, sondern auch Trainingseinheiten. Nicht, dass ich unbedingt, ein pinkes Häschen-Outfit bräuchte (um Gottes Willen! – ich bin ja sowas von anti). Das hätte ich beim Stadtlauf sowieso nicht tragen dürfen, da alle ja extra die orange-weißen Sportscheck-T-Shirts ausgehändigt bekommen hatten. Mir gehts um Beinfreiheit und möglichst schweißarme Luftzirkulation, wenn ich das so ausdrücken darf… 😉 Da ich beim Laufen immer Kompressionssocken trage, musste es also ein kurze Hose sein, auch in Anbetracht der Tatsache, dass Sonntag der erste sonnige Tag seit langem zu werden versprach.

11 Kilometer – kurz und schmerzlos

Vor dem Start haben Schorsch und ich uns noch unterhalten, wer welches Ziel vor Augen hat. Ehrlich gesagt wollte ich einfach nur ankommen – möglichst mit einer Pace unter 6 Minuten pro Kilometer – aber das kann man ja nicht immer abschätzen. Ich wusste, dass ich nichts reißen würde können, wollte ausprobieren, was überhaupt so geht. Schorsch war da etwas ambitionierter. Deshalb ist er mir auch schon innerhalb des ersten Kilometers davongelaufen. Ich hatte ihn sowieso schnell aus den Augen verloren, um mich auf mich selbst zu konzentrieren.

Wie immer bei solchen Wettkämpfen sind mal wieder alle viel zu schnell losgerannt. Da ich weiß, dass ich so ein Tempo auf die Dauer nicht durchhalte, bin ich erst einmal gemütlich losgetrabt. Gefühlt wurde ich ständig überholt. Aber das war mir in dem Moment relativ egal. Meine Laufuhr hat mir per Vibrationsalarm immer mal wieder ein Update gegeben, aber schon nach dem 2. Kilometer hab ich gemerkt, dass da was nicht stimmen kann. Da meine Uhr ständig einen Kilometer hinterherhinkte, brauchte ich mich auf sie nicht mehr zu verlassen und war somit ganz auf mich allein gestellt. (Klingt jetzt nach ner dramatischen Situation – so schlimm wars natürlich nicht! 😉 ) Ich lief also nach Gefühl und den Hinweisschildern auf der Strecke. Immerhin haben meine Schienbeine nicht gemeckert, worüber ich sehr froh war. Weiter gings über Stock und Stein, durch den Wald, dann wieder auf ebener Strecke flussaufwärts (, wobei man sagen muss, dass sich für mich als Flachlandtiroler jegliche Steigungen doppelt so hart anfühlen…) Die restlichen Details der Strecke erspare ich euch jetzt. Ist ja doch nur der Zieleinlauf interessant, oder?

zieleinlauf

Das offizielle Foto kurz vor der Ziellinie sagt schon alles. Ich hab ich selbst ein bisschen erschrocken, als ich dieses gequälte Gesicht gesehen habe. In der Tat hatte ich am Ende nicht mehr allzu viel Kraft für einen Endspurt – selbst, als Schorsch mich von der Seite aus noch angefeuert hat… Immerhin ist die Energie bald wieder zurückgekehrt – spätestens nach dem alkoholfreien Erdinger und der Hip-Babynahrung, die dort interessanterweise auch verteilt wurde. Und mit der Zeit von 1:02:33 kann ich fürs Erste zufrieden sein. Zwischenzeitlich, beim Blick auf meine Pulsuhr, die in diesem Fall leider überhaupt nichts taugte, hatte ich schon ganz anderes befürchtet. Aber positive Überraschungen sind ja bekanntlich die besten! 😉

Bilanz: Stadtlauf von Sportscheck? Immer wieder gern!

Einene BMW haben wir zwar nicht gewonnen. (Das war ohnehin nicht unser Ziel.) Und die Organisation bei der Startunterlagenausgabe ließ deutlich zu wünschen übrig. Abgesehen davon hatten wir aber eine tolle Veranstaltung mit super Verpflegung und endlich mal wieder das Gefühl, dass doch noch was geht. In Zukunft werden wir garantiert öfter auf der Laufstrecke anzutreffen sein! 😉

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Über den Autor

Früher hab ich immer gedacht „Sport ist Mord“, wenn in der Schule Ausdauerlauf oder – noch viel schlimmer – das „Sportfest“ angesagt war. Obwohl ich von mir nicht behaupten kann, per se unsportlich zu sein, habe ich dieses Potential selten genutzt. Inzwischen quäle ich mich freiwillig jedes Mal aufs Neue zum Training. Da ich inzwischen beruflich Halbwüchsige domptiere, schadet es ohnehin nicht, sich fit zu halten...

  • Kannst du mir evtl ein Tipp geben? Nach ca. 15km bekomme ich andauernd starke Krämpfe in der rechten Wade. Kann es an der Dehydrierung liegen, da nicht mehr ausreichend Elektrolyten vorhanden sind? Zum Arzt bin ich noch nicht gegangen. Sollte ich das tun?

    • Das Problem kenne ich ganz gut. Hatte ich bei nem Hindernislauf mal in beiden Waden über mehrere Kilometer. Allerdings lag es da an einem Becken mit kaltem Wasser. Ansonsten könnte es tatsächlich an der Dehydrierung, bzw. an den Folgen lieben. Einher geht dabei nämlich ein Kochsalzmangel oder auch ein Magnesiummangel. Auch Calciummangel kann Krämpfe zur folge haben.
      Ich denke daher nicht, dass du direkt zum Arzt musst. Vielleicht solltest du es tatsächlich erst einmal mit ausreichend Elektrolyten und gut gesalzenem Essen vor einem solchen Lauf versuchen. Falls die Krämpfe aber zum Dauerthema werden, solltest du auf jeden Fall einen Mediziner um Rat fragen.