Wie gesund ist eigentlich… Kaffee wirklich?

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Daran, ob Kaffee gesundheitsfördernd oder eher schädlich ist, scheiden sich die Geister. Während die einen ohne die morgendliche Tasse Kaffee nicht aus dem Bett kommen, verteufeln die anderen das Getränk als Alltagsdroge. Da ich selbst zu den Menschen gehöre, die sich das Kaffeetrinken erst sehr spät angewöhnt haben, hat mich schon immer die Frage beschäftigt, wie gesund dieses Genussmittel eigentlich sein kann. Nach monatelangen Selbstversuchen und einiger Recherche möchte ich hier meine Ergebnisse zusammenfassen.

Die landläufigen Vorurteile gegen den Kaffee sind schnell aufgezählt: Man sagt, das Koffein würde dem Körper Wasser entziehen, Bluthochdruck begünstigen sowie Magenschleimhäute und Zähne angreifen. Dagegen wird dem Kaffee auch eine positive Wirkung auf Verdauung und Konzentration nachgesagt. Weil der so umstrittene Kaffee zu den am besten untersuchten Lebensmitteln zählt, kann ich natürlich nur auf einen Bruchteil seiner Wirkungen eingehen. Im folgenden Artikel soll es also vor allem darum gehen, inwiefern der Konsum für Sportler empfehlenswert ist und ob er beim Abnehmen eher unterstützt oder hindert.

Soviel steht fest: mit viel zusätzlichen Kalorien aus Zucker oder Sahne im Kaffee tun sich Personen, die ein paar Pfunde verlieren wollen, sicher keinen Gefallen. Das gilt insbesondere für die vielen Spezial-Getränke – wahlweise mit Ahornsirup oder Nussgeschmack und dann natürlich in Riesenportionen – bei diversen Fastfoodketten.

Abgesehen davon ist Kaffee ein eher kalorienarmes Getränk. Zwar besteht die Bohne zu 30% aus Kohlenhydraten, die zuckerhaltigen Nährstoffe gehen jedoch im Zuge des Röstprozesses größtenteils verloren. Auch die im Rohkaffee enthaltenen Fette lösen sich bei normalem Filterkaffee – im Unterschied zu Kaffee Crema – im Wasser nicht auf und gelangen somit nicht in das Getränk.

Der Hauptwirkstoff des Kaffees ist das Koffein, das übrigens auch nicht nur in Cola, sondern sogar in Tee und Kakao enthalten ist. Eine Tasse (125 ml) enthält in der Regel 60-100 mg, davon, eine Tasse Espresso (50 ml) etwa 50-60 mg. Neuere Studien sprechen davon, dass der „Wachmacher“ die Lust zu sportlicher Betätigung sowie die Leistungsfähigkeit erhöht. Indem nämlich das zentrale Nervensystem stimuliert wird, steigen Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur. Auf diese Weise wird mehr Energie verbrannt. Außerdem wird die Muskeltätigkeit angeregt, was wiederum die Bronchien erweitert und das Lungenvolumen vergrößert. Bei Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Langlauf oder Triathlon kann der Kaffee also durchaus förderlich sein. Allerdings ist seine Wirkung auf den Stoffwechsel oberhalb der anaeroben Schwelle, d.h. wenn in kurzer Zeit Höchstleistungen erbracht werden sollen, unter Wissenschaftlern eher umstritten.

Zu den weiteren Effekten von Kaffee gehört, dass er die Darmtätigkeit anregt. Der Nahrungsbrei bleibt also kürzer im Körper, wodurch weniger Kalorien verwertet werden. Da eine geringere Füllmenge des Darms den Appetit zügelt, wird Kaffee manchmal auch zum Abnehmen empfohlen. Jedoch gilt zu bedenken, dass nach dem Kaffeekonsum der Blutzuckerspiegel und dementsprechend auch der Insulinanteil im Blut steigt. Fällt die Konzentration des Insulins wieder, entsteht ein Hungergefühl und der positive Effekt geht möglicherweise schnell wieder verloren.

Wie bei so vielen Dingen gilt letztlich auch für Kaffee: Die richtige Dosis machts. Wenn das Getränk zu Durchfall, Herzrasen oder anderen negativen Nebeneffekten führt, sollte man sich vielleicht überlegen, seinen Konsum zu drosseln. Ansonsten spricht aber einiges dafür, dass Kaffeegenuss in Maßen keine Schäden, sondern sogar Vorteile mit sich bringen kann.

Share.

Über den Autor

Früher hab ich immer gedacht „Sport ist Mord“, wenn in der Schule Ausdauerlauf oder – noch viel schlimmer – das „Sportfest“ angesagt war. Obwohl ich von mir nicht behaupten kann, per se unsportlich zu sein, habe ich dieses Potential selten genutzt. Inzwischen quäle ich mich freiwillig jedes Mal aufs Neue zum Training. Da ich inzwischen beruflich Halbwüchsige domptiere, schadet es ohnehin nicht, sich fit zu halten...

6 Kommentare

  1. Kaffee gehört bei mir eigentlich nicht zum Tag. Hin und wieder mal einen unterwegs und wenn dann Espresso. Was ich sehr liebe, ist kalt „gebrühter“ Kaffee. Den gibt es ab und zu mal im Sommer.

    • Schorsch

      Das haben wir uns auch schon überlegt. Hast du ein paar Tipps, wie man sich daheim schnell und einfach einen Cold Brewed Coffee machen kann? Soll ja grundsätzlich bekömmlicher für die Verdauung sein.

  2. Hey Helga,

    schöner artikel =)

    Ich bin so ziemlich der selben Meinung wie du. Es ist die Dosis die aus Kaffe eine Altagsdroge oder ein Genussmittel macht.

    Das gilt aber auch für ziemlich viele Dinge, wie auch z.B. Alkohol für Sportler, wer mit etwas nicht übertreibt, der schadet ich auch nicht damit oder büßt irgendwo an Erfolg ein.

    Beste Grüße,
    Alex von MM

    • Hey Alex,

      Danke für deinen Kommentar!

      Ja, in der Regel macht die Menge den Unterschied. Allerdings bin ich bei Alkohol da ein bisschen anderer Meinung. Natürlich gilt der auch vornehmlich als Genussmittel, aber sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Fogen sind für keinen Sportler wünschenswert. Zum Beispiel beeinflusst Alkohol den Mineralhaushalt negativ – auch, wenn man das nicht unmittelbar merkt. Mal ein Bier oder Weinchen scheint vielleicht okay, aber meistens bliebt es ja nicht bei einem Drink und wenn man in einer Nacht schon so viel Cortisol ausschüttet und Eiweiß verliert, dass der Trainingseffekt eines ganzen Monats zerstört wird, überlegt man es sich vielleicht nochmal… ;o)

      Beste Grüße,

      Helga

    • Dankeschön, Ben!

      Das hört man gerne! Heißt ja immerhin, dass das Studium nicht umsonst war 😉

      Gruß, Helga

Hinterlasse einen Kommentar