Willensstärke – und wie du sie für deinen Sport nutzt

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Deine Willensstärke ist dein stärkster Muskel. Diesen Spruch hat fast jeder schon einmal gesehen, der sich online mit Motivation, Sport oder dem Abnehmen beschäftigt hat. Und natürlich spielt der Kopf nicht nur im sportlichen Bereich eine sehr große Rolle. Erfolg wird besonders in der Berufswelt oftmals mit Willensstärke verbunden. Aber was ist eigentlich mit Willensstärke genau gemeint?
Generell wird damit die Fähigkeit beschrieben, Ziele durch eine mentale Ausrichtung effizienter zu erreichen. Aber eigentlich ist Willensstärke keine Fähigkeit im engeren Sinn, sondern eher ein Zusammenspiel von verschiedenen Eigenschaften.

Willensstärke und ihre Aspekte

Bei genaueren Hinsehen entpuppt sich die Kraft der Willensstärke als ein Zusammenspiel verschiedener Fähigkeiten, die nach aktuellem Forschungsstand auch unabhängig voneinander zum Vorschein kommen können. Zum einen wäre da die Fähigkeit, sich nicht ablenken zu lassen beziehungsweise eine Absicht oder ein Ziel abzuschirmen. Fokussierung ist hierbei das „Zauberwort“  und beschreibt einen ganz grundlegenden Aspekt der Willensstärke.
Kombiniert wird dieser dann zusätzlich mit der Fähigkeit, Handlungsimpulse zu unterdrücken. Kommt dann noch die Möglichkeit hinzu, Emotionen zu unterdrücken, sind gute Voraussetzungen für einen starken Willen geschaffen.

Woran erkennt man aber Willensstärke?

Natürlich fallen einem bei dieser Frage direkt viele erfolgreiche Menschen ein. Tellerwäscher zum Beispiel, die es mit harter Arbeit und Willensstärke zum Millionär gebracht haben. Aber so einfach ist es nicht. Denn die Willensstärke ist relativ ungleichmäßig verteilt und kann auch bei jedem in verschiedenen Bereichen ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. So argumentiert jedenfalls der Psychologe Walter Mischel. Und er kennt sich auf den Gebiet ziemlich gut aus. Ihm verdanken wir nämlich das Marshmallow-Experiment.

Das Marshmallow-Experiment

Das Marshmallow-Experiement hört sich im ersten Moment ziemlich lustig an. Allerdings haben das die meisten Teilnehmer etwas anderes gesehen. Denn eigentlich ging es darum, dass Kinder um die vier Jahre einen Marshmallow eben nicht essen sollten. Sie bekamen einen Marshmallow auf einem Teller vorgesetzt. Zudem bekamen sie die Information, dass, wenn der Betreuer nach einer gewissen Zeit zurück in den Raum kommen würde und sie die Süßigkeit nicht angerührt hätten, ein zweiter als Belohnung winken würde. Der Betreuer blieb bei dieser Versuchsanordnung ca. 15 Minuten weg, was für Kinder in dem Alter eine Ewigkeit sein kann.
Die Bandbreite der Reaktionen war bei diesem Versuch natürlich breit gestreut. Manche Kinder hatten den Marshallow schon im Mund, da war die Aufsichtsperson noch nicht einmal aus dem Raum. Andere drehten sich weg und ignorierten die Verlockung. Ihre Willensstärke war eben unterschiedlich stark ausgeprägt.

Marshmallow Test – (funny)

اختبار المارشملو : هو اختبار لقياس قدرة التحكم في الدوافع لدى الأطفال بدأت هذه التجارب في الستينات في جامعة ستانفورد بالولايات المتحدة وتتلخص في اغراء الطفل بقطعة حلوى (المارشملو ) فتوضع أمامه مباشرة ويخير بين أن يأكلها الآن أو ينتظر لمدة معينة (من 15 إلى 20 دقيقة) ليحصل على واحده

Wie kann dir  das Experiment bei deine Zielen helfen?

Walter Mischel hat mit diesem Experiment ca. 600 Teilnehmer getestet und danach teilweise jahrzehntelang im Auge behalten. Jene Kinder, die geduldig waren und einen zweiten Marshmallow bekamen, waren später beruflich erfolgreicher, hatten stabilere private Beziehungen und waren seltener drogenabhängig als jene, die der Versuchung nachgaben. Viel wichtiger ist aber, dass es aber auch Teilnehmer gab, die die Seiten gewechselt haben. Obwohl sie sich im Experiment als Low Delayer (so nennt Mischel jene, die nicht warten konnten) entpuppten, waren sie später erfolgreich, also High Delayer.
Sie haben also einen Weg gefunden, ihr Hot System auszutricksen. Das Hot System ist im Endeffekt der Teil des Gehirns, der die Emotionen und die instinktgesteuerten Reaktionen beinhaltet. Das Gegenstück ist das Cool System, das die Impulskontrolle beherbergt. Zudem sitzt dort aber auch der Teil des Gehirns, der für die Vorstellungskraft zuständig ist. Und dieser Teil des Gehirns ist enorm wichtig für alle, die ihre Willenskraft stärken wollen.

Willensstärke_1

Überliste dich selbst

Mit der Vorstellungskraft konnten einige Kinder, die beim ersten Versuch nicht warten konnten, beim zweiten wesentlich besser abschneiden. Man gab ihnen den Tipp sich vorzustellen, dass der Marshmallow zum Beispiel aus Watte sei. Oder sie sollten sich imaginär einen Bilderrahmen um die Süßigkeit denken und sie als Kunstwerk ansehen.

  • Wer also zum Beispiel die Finger von Süßigkeiten lassen will, sollte sie sich nicht als tolle Mahlzeit vorstellen, die super lecker schmeckt, sondern vielleicht als Gift, als schädliches Nahrungsmittel oder auch als Grundlage für schlechte Zähne.
  • Wer mehr Sport treiben will, sollte ihn sich nicht als schweißtreibende Anstrengung ohne jeglichen Vorteil vorstellen, sondern als wunderbare Möglichkeit, etwas für die Gesundheit zu tun, die Strandfigur zu erreichen oder die tolle Natur beim Laufen genießen zu können.
  • Wer zum Beispiel mit den Rauchen aufhören möchte, kann sich mit den fatalen Folgen für die Gesundheit bestens motivieren. Er muss sie sich vor dem inneren Auge nur oft genug bewusst machen.

Dieser „Trick“ ist zudem tatsächlich nur so lange notwendig, bis das Verhalten zur Gewohnheit geworden ist. Als bestes Beispiel nennt Mischel dafür das Zähneputzen. Denn obwohl abends das Hot System nach dem gemütlichen Bett ruft, bringt uns das Cool System dazu, dennoch ins Bad zu gehen und unsere Zähne zu pflegen.

Und noch ein Tipp: Willensstärke muss nicht immer flächendeckend auftreten. Wer im Beruf alles erreicht (oder erreichen will) muss das privat nicht auch so halten.
Bedeutet also:
Wenn du etwas erreichen willst, musst du nicht in jedem Bereich deines Lebens fokussiert und diszipliniert sein. Konzentriere dich einfach nur auf das EINE Ziel!

Wir haben natürlich auch ein paar Motivationstipps für dich. Manchmal sind die ja ganz hilfreich für die eigene Willensstärke.

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Über den Autor

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.

  • hallo,

    danke für die tollen Tipps
    das überlisten sich selber ist ein bisschen schwierig 😉
    aber ich geben mir mühe

    gruss Yasin