Zeitmanagement – Oder wie bekommst du mehr Zeit für Sport

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Zeitmanagement ist mit Sicherheit für alle von uns ein Begriff. Zugegeben, Management hört sich immer sehr nach Geschäftswelt an. Viele kennen Zeitmanagement daher eher als „Mist! Ich wollte heute doch noch…“ oder „Ach verdammt! Das hab ich ja voll vergessen!“. Im Grunde ist damit aber dasselbe gemeint. Und viele würden daher auch von Selbstmanagement sprechen. Ich formulier das lieber anders:

Zeitmanagement - Oder wie bekommst du mehr Zeit für Sport

Mein „Scheiss“ setzt sich zum Beispiel oft aus Uni, Arbeit, Blog und Sport zusammen. Da liegt oft viel an und will erledigt werden. Ganz besonders, wenn Wettkämpfe anstehen oder zum Beispiel das Wetter eine Tagestour aufm Rad zulässt.
Speziell die ambitionierten Sportler unter uns werden dieses Problem auch kennen. Ob man als Triathlet auf die Langdistanz trainiert oder als Crossfitter an Wettbewerben teilnehmen möchte, spielt dabei keine Rolle. Aber auch für all jene, die erst beginnen Sport in ihren Alltag einzufügen, ist Zeit besonders wichtig. Die Ausrede „Ich hatte heute absolut keine Zeit fürs Training“ haben wir doch alle schon einmal gehört (oder vielleicht auch selbst genutzt 😉 )
So oder so hat der Tag für alle nur 24 Stunden und wer am Schlaf nicht sparen möchte, hat natürlich etwas weniger Zeit.

Zeitmanagement

Aber natürlich hilft Zeitmanagement auch allen, die einfach nur viel Stress haben. Wer also grundsätzlich Probleme mit Stress hat, findet in unserer Artikelreihe zu diesem Thema einige Lösungsansätze. Wer allerdings „nur“ Ordnung in sein Aufgabenchaos bringen möchte, findet weiter unten Strategien und Tipps um der Lage wieder Herr zu werden. Strukturierter und zielgerichteter zu arbeiten hilft dabei, effektiver zu sein und somit mehr Zeit für andere Dinge, zum Beispiel fürs Training zu haben.

Grundsätzlich soll es bei den folgenden Lösungsansätzen um bekannte und bewährte Modelle gehen, die je nach Aufgaben und persönlicher Neigung hilfreich sein können. Denn nicht jedes System ist für jeden gleichermaßen hilfreich, da wir alle unterschiedliche Vorlieben haben. Der eine braucht Pausen um produktiver zu sein und der andere läuft erst zur Hochform auf, wenn er keine Verschnaufpause zur Verfügung hat. Meist wird einem erst beim Versuch der Umsetzung klar, dass das Prinzip nicht zu einem passt.
Außerdem werde ich noch auf einige Punkte eingehen, die ich persönlich für wichtig und sinnvoll erachte, weil sie mich bei meinem Scheiss weitergebracht haben!

Getting Things Done (GTD)

Getting Things Done ist eine Selbstmanagement-Methode von David Allen, die ein effizienteres und belastungsfreies Arbeiten ermöglichen soll. Einfach erklärt geht es um zwei Dinge:

  • Man notiert sich alle anstehenden Aufgaben in einem Verwaltungssystem (kann natürlich auch nur ein Kalender sein), um sie schlichtweg nicht vergessen zu können. Damit ist man von der Angst befreit, Aufgaben aus den Augen (und damit aus dem Sinn) zu verlieren.
  • Dann priorisiert man diese Aufgaben in wichtige und unwichtige. Die wichtigen erledigt man der „Größe“ nach. Man arbeitet die schnell erledigten als erstes ab, um dann die zeitaufwändigen und wichtigen Aufgaben anzugehen.

Not-To-Do-Liste

Hierbei schreibt man die Dinge auf, die man mit Sicherheit den Tag über nicht tun wird. Zum Beispiel keine privaten Mails beantworten, nicht in sozialen Netzwerken unterwegs sein, keine privaten Telefonate. Somit hat man auf jeden Fall mehr Zeit für die Aufgaben, die vor einem liegen.

Eisenhower-Matrix

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Hierbei werden alle anstehenden Aufgaben in vier Kategorien einsortiert.

  1. Dringend und wichtig
  2. Dringend, aber nicht wichtig
  3. Wichtig, aber nicht dringend
  4. Weder wichtig, noch dringend

Die erste Kategorie erledigt man selbst als erstes. Über die zweite Kategorie heißt es, dass man sie delegieren soll. Da nun aber nicht jedem dieser Luxus vergönnt ist, sollte man sie für sich selbst direkt hinter Gruppe eins stellen. Kategorie drei kann man ersteinmal liegen lassen. Man sollte sie aber terminieren und sie dann nach und nach in Kategorie zwei oder eins einsortieren. Die vierte Gruppe ist definitiv die beste. Einfach liegen lassen. 😉
Natürlich muss die Einteilung regelmäßig vorgenommen werden, um eine neue Einteilung zu erreichen. Denn vielleicht wird aus „Weder wichtig, noch dringend“ irgendwann „Dringend und wichtig“!

Die ABC-Methode

Gehört auch zum Zeitmanagement, ist aber denkbar simpel. Wichtiges in Kategorie A, weniger wichtiges in B und den Rest in C!

Die ALPEN-Methode

Zeitmanagement - Oder wie bekommst du mehr Zeit für Sport

Die ALPEN beschreiben die verschiedenen Schritte dieser Zeitmanagement-Methode. Im ersten Schritt sollte man sich erst einmal klar darüber werden, was alles zu tun ist und dies aufschreiben. Dann geht man daran, die einzelnen Aufgaben zeitlich einzuschätzen. Um diese dann zu erledigen, sollte man Pufferzeiten einplanen. Nie mehr als 60% des Arbeitstages fest verplanen! Man weiß nie, was kommt! Dann sollte man entscheiden, was wann gemacht werden muss. Diese Entscheidungen gilt es von Zeit zu Zeit zu überprüfen.

Die SMART-Metode

Hierbei geht es mehr um einzelne Ziel, die Zeitmanagement - Oder wie bekommst du mehr Zeit für Sportman erreichen möchte. Diese sollten genau benannt werden, können aber natürlich auch klein und zahlreich sein. Den Fortschritt sollte man aber auch bei kleinen Zielen messen können. Zudem sollte der Weg dorthin wenigstens etwas Spaß machen und realistisch umsetzbar sein. Auch hier wird eine Deadline als zusätzliche Motivation eingesetzt.

Die ZAAPEL-Methode

  • Ziele kennen: Was will ich überhaupt erreichen. Marathon laufen, einen Ironman absolvieren, Kraft entwickeln, um das eigene Körpergewicht stemmen zu können. Natürlich sind diese Ziele beliebig veränderbar und auf Job und Familie auszurichten.
  • Aufgaben hierfür zu Papier bringen: Was muss ich tun um dieses (oder diese) Ziele zu erreichen. Mehr Lauftraining absolvieren, meine Schwimmtechnik verbessern oder vielleicht auch den Fernseher ausschalten und mich in dieser Zeit lieber bewegen.
  • Alle Aufgaben, die in maximal 10 Minuten erledigt sind, möglichst sofort erledigen: Wenn man die kleinen Dinge direkt abarbeitet, sieht die To-Do-Liste gleich weniger erdrückend aus und das Gefühl, etwas geschafft zu haben, stellt sich direkt ein.
  • Priorisieren der verbliebenen Aufgaben: Was nun noch übrig ist, sollte in eine Wertungssystem (wie bei der ABC-Methode oder der Eisenhower-Matrix) eingetragen werden, um die Dinge nach Dringlichkeit abzuarbeiten.
  • Erstellen einer Liste mit Deadlines: Die verbleibenden Aufgaben sollten je nach Wichtigkeit mit einer Deadline versehen werden. Auch wenn das bei manchen Punkten auf der Liste nicht unbedingt notwendig ist, sollte so verfahren werden. Was warten kann, kann auch eine spätere Deadline bekommen.
  • Liste auf, was du schon erledigt hast: Neben der To-Do-Liste, die einen meist vor sich her treibt und einem schmerzlich zeigt, was noch zu erledigen ist, gibt einem die Liste mit getaner Arbeit das Gefühl, produktiv zu sein. Das motiviert und verhindert, dass man abends das Gefühl hat, nichts geleistet zu haben!

Drei Kniffe zum Schluss

Ergänzend zu allen nun vorgestellten Zeitmanagement-Methoden gibt es noch weitere Punkte, die berücksichtigt werden sollten. Wer viel und hart arbeitet, muss sich auch Phasen gönnen, in denen er sich erholen kann. Das gilt ebenso fürs Training. Wer oft Probleme damit hat, sich diese zu nehmen oder zu gönnen, sollte einen festen Tages- oder Wochenplan erstellen. Dieser kann von einer sehr genauen Planung (heute arbeite ich bis 17:00 Uhr, bin ab 17:30 eine Stunde beim Sport, habe von 19:00 bis 20:00 Zeit fürs Essen…) bis zu einer losen Planung (Sonntags mache ich immer frei – komme, was wolle!) reichen.

Zudem solltest du dir überlegen, womit du am Tag wichtige Zeit verschenkt. Fernseher und Internet sind dabei besonders große Zeitfresser. Und meist bieten sie kaum einen Mehrwert. Oder wie oft hast du dich nach einem langen Abend vor der Glotze schon gefragt, warum du nicht einfach früher ins Bett gegangen bist?!
Auch zu viel Jammern über die eigene Situation kostet Zeit und hilft nicht weiter. Jedenfalls im Übermaß. Selbstverständlich kann man sich mal über die lange To-Do-Liste beschweren. Aber du sollte dich in solchen Situationen daran erinnern, warum du das alles macht.

Und als letztes: Wenn du dir dein Ziel in Erinnerung rufst und es nicht mehr so toll erscheint wie zu Beginn, solltest du vielleicht über eine Veränderung des Ziels nachdenken. Oftmals ändern sich mit der Zeit auch die äußeren Umstände, oder man muss erkennen, dass man sein Ziel zu hoch gesteckt hat. Dann solltest du so flexibel sein, dich neu ausrichten zu können. Wenn der Aufwand als Triathlet zum Beispiel zu groß ist, weil die Familie mehr Zeit in Anspruch nimmt, kann man sich vielleicht auch erst einmal aufs Laufen reduzieren. Vielleicht ist ja später noch einmal Zeit, die alten Ziele ins Auge zu fassen.

Zeitmanagement ist eben doch viel Selbstmanagement.

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Über den Autor

Vom Sportmuffel zum Fitnessfreak! Angefangen mit einfachem Krafttraining gings übers Joggen und Rad fahren zum Triathlon und zum funktionalen Training. Wenn er nicht gerade beim Sport ist, studiert er vergleichende Geschichte der Neuzeit.

  • Hi Schorsch,

    heißes Thema, das mir auch immer wieder begegnet und mich auch selbst immer wieder betrifft. Der Tag hat einfach nicht genug Stunden, um alles zu schaffen und dann möchte man ja auch noch Sport treiben. 😉
    Du hast hier einige Möglichkeiten aufgeführt, wie Themen strukturiert und priorisiert werden können. Meistens plane ich auch mit Strukturierung und Priorisierung noch mehr wichtige Dinge, als ich schaffen kann. The One Thing und ganz eindeutige To-Do Listen in Kombination mit festen Terminen helfen mir sehr dabei, die wirklich wichtigsten Dinge trotzdem in den meisten Fällen erledigt zu bekommen.

    Viele Grüße
    Jahn

    • Hey Jahn,
      ja gerade für uns Blogger ist Zeit ja eigentlich immer knapp.. Vor allem, wenn man das Thema (also den Sport) auch noch irgendwo unterbringen muss. Ich liebe ja To-Do Listen ganz besonders. Oder besser gesagt das Abhaken. 😉
      Sportliche Grüße

  • Ich bin eher so ein Kandidat, der Tages- oder Wochenpläne braucht.. neben zahlreichen Organizerlisten für alles, was ich tun willmusssollte. Ich komm am besten damit zurecht, wenn ich mir eine feste Struktur für meine Tage und Woche erarbeite und mich daran halten kann, sodass ich immer zu ähnlichen Zeiten meine Dinge erledige. Deshalb tu ich mich auch mit unregelmäßigen Stundenplänen und co. in der Berufsschule schwer – Ein Hoch auf die Zwanghaftigkeit! 😀

    • Same here 😀
      Irgendwie läuft einem da immer die Uni, irgendwelche Ideen für die Seite, sozialer Kontakt oder schönes Wetter übern Weg und wirft alles um. Aber man kann in seinen Plan auch spontane Zeit einplanen. Die Illusion von Freiheit in der Zwanghaftigkeit! 😀 😉