Lottas Plauschbecken VII: Die 1000-Meter-Marke

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1000 Meter auf dem Rad sind ein Kinderspiel. 1000 Meter zu Fuss sind auch keine nennenswerte Distanz. Aber 1000 Meter Freistil? Ein Ding der Unmöglichkeit! Oder?

Ich habe größten Respekt vor Menschen, die das schaffen. Erst recht, wenn ich nebenbei erfahre, dass sie ja „nur 4 Kilometer“ im Training abspulen wollen.

Ich persönlich war bis vor nicht allzu langer Zeit froh, eine 50 Meter Bahn ohne Verluste (in Form von Zusammenstößen, Schlägen oder unfreiwilliger Flüssigkeitsaufnahme) hinter mich zu bringen. Das war zu Stoßzeiten schon ein riesen Erfolg. Doch natürlich wollte auch ich mich irgendwann als fähig erweisen, in den Club der Schwimmer aufgenommen zu werden.

Wieder einmal half der Zufall ein wenig nach. Und zwar schloss das Schwimmbad bei uns um die Ecke, das eine 50-Meter-Bahn besitzt, über die Sommermonate für die obligatorischen Instandsetzungsarbeiten. Als Alternative blieb mir entweder das Freibad, das jedoch erfahrungsgemäß immer extrem überfüllt ist. Oder ein unscheinbares Bad mit nur 25 Metern Bahn. Ich entschied mich für Letzteres.

Als ich mich dort an die ersten Bahnen wagte, stellte ich fest: Das ist ja gar nicht mal so problematisch! 200 Meter sind absolut schaffbar! Das spornte mich an und ich nahm mir vor, die Distanz nach und nach zu steigern.

Aus 200 wurden bald 300 und 400 Meter am Stück. Nach kurzer Zeit kraulte ich pro Trainingseinheit 1000 Meter gestückelt in 100, 200, 300 und 400-er Schritte. Mehr traute ich mich jedoch ehrlich gesagt immer noch nicht. Denn die Besuche im Freibad, wo ich nach 2×50 Metern am Stück erst einmal Frischluft brauchte, auch wenn ich dabei dem Schorsch fast davon schwamm, holten mich schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Schnell schwimmen war auf kurzen Distanzen ganz okay. Aber Ausdauersport konte man das Ganze ja noch nicht nennen…

Ich wartete sehnlichst darauf, dass der Knoten endlich platzte. Aber so etwas passiert nicht ohne Eigeninitiative…

Die 25-Meter-Bahn gab mir immerhin Sicherheit. So bekam ich nach und nach das Gefühl, dass noch mehr drin war. Irgendwann gab ich mir endlich einen Ruck und machte mich auf zu meinem ersten 1000er. Natürlich ganz gemächlich. Ich wollte ja schließlich durchhalten.

Und tatsächlich: nach gut 23 Minuten und 40 Bahnen war ich fertig – und zwar nicht mit den Nerven!

Da ich es selbst kaum glauben konnte, musste ich es mir beim nächsten Mal – nach längerer Abstinenz – auf der 50-Meter-Bahn beweisen. Wieder in gemässigten Tempo, aber mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, weil ich Slalom schwimmen musste, um nicht mit den anderen zusammenzustossen. Doch obwohl es doch einmal passierte und mein Fuss sich mit einem Krampf meldete, zog ich durch. Damit hatte ich für mich offiziell die Wassertaufe bestanden.

Perfektionistisch wie ich bin, konnte ich mich mit diesem Etappensieg allerdings nicht gleich zufrieden geben. Schon in der Umkleide kamen erste Zweifel hoch: War die Zeit überhaupt akzeptabel? Hätte ich nicht doch ein bisschen mehr aus mir herausholen können? Sind nicht alle anderen tausend Mal schneller als ich? …

Da Vergleiche ja für gewöhnlich kontraproduktiv sind, schob ich die Gedanken letztendlich beiseite und entschied ich mich, erst einmal stolz zu sein. Schließlich wächst man an seinen Aufgaben. Und die erste Hürde, das Kraulen-Lernen, habe ich ja nun offiziell genommen.  Auch wenn die Neugierde groß ist, was noch alles drin ist…

Dieser Artikel ist Teil einer Schwimmkolumne. Die weiteren Beiträge findest du unter den hinterlegten Links!

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Über den Autor

Früher hab ich immer gedacht „Sport ist Mord“, wenn in der Schule Ausdauerlauf oder – noch viel schlimmer – das „Sportfest“ angesagt war. Obwohl ich von mir nicht behaupten kann, per se unsportlich zu sein, habe ich dieses Potential selten genutzt. Inzwischen quäle ich mich freiwillig jedes Mal aufs Neue zum Training. Da ich inzwischen beruflich Halbwüchsige domptiere, schadet es ohnehin nicht, sich fit zu halten...

  • Hi Lotta,
    gratuliere zu den ersten 1.000 Meter Schwimmdistanzen. Ich musste da im Training schon mehrfach durch, obwohl ich überhaupt nicht schwimmen kann, als ich für die olympische Distanz trainiert habe. Ich bin letztlich zu allem Überfluss noch nicht einmal angetreten. 😀
    Naja irgendwann muss ich mich auch wieder mit dem Schwimmen beschäftigen!
    VG
    Jahn

    • Lotta

      Hey Jahn,
      Danke für dein Feedback. Ja, Kraulenlernen ist kein Zuckerschlecken. Es braucht wirklich ewig, bis man sich sicher fühlt. Aber ich finde, wenn man ein Ziel wie so einen Triathlon vor sich und genügend Zeit zur Vorbereitung hat, lohnt sich das schon! 😉
      Vielleicht packt dich die Lust ja auch nochmal!?
      Beste Grüße,
      Lotta